DER PRINZENFAHRPLAN von Freitag bis Fastnachtsdienstag
Das diesjährige Prinzenprogramm ist durch eine Vielzahl von Verpflichtungen, denen sich die Tollität zu unterziehen hat, derart ausgefüllt, daß die drei Fastnachtstage bei weitem nicht ausreichen. So kann man in der Tat von fünf tollen Tagen in der Kreisstadt sprechen. Für diese kurze Zeitspanne hat Hofmarschall Karl Theis im närrischen Hofprotokoll, das u,a. eine Fülle von Prinzenbesuchen bei Karnevalsveranstaltungen vorsieht, einen minutiös vorgeschriebenen Ablauf geplant. Als Prinzenresidenz ist diesmal das Hotel "Zur Stadt Montabaur" in der Vorstadt Allmannshausen, ausersehen.
Und so sieht der Prinzenfahrplan 1970 aus:
FREITAG, 6. FEBRUAR 1970
Um 16.11 Uhr gibt die Stadtverwaltung, an ihrer Spitze Bürgermeister Mangels, dem Prinzen Reinhold I., Medicus vom goldenen Zahn, und seinem gesamten Hofstaat im "Roten Löwen", Großer Markt 10, einen Empfang.
SAMSTAG, 7. FEBRUAR 1970
Der Prinz und sein Gefolge besuchen um 20.11 Uhr den Hausball beim "Pfiff", in normalen Zeiten als "Schloßschenke"Peter Lanschützer bekannt. Um 21. 45 Uhr erwarten die Sportler vom Motor-Sport-Club Montabaur die Tollität auf ihrem Ball im Kolpinghaus. Von dort werden die närrischen Akteure um 23 Uhr bei der Karnevalsveranstaltung des Uffz. -Korps 3/450 in der Westerwald-Kaserne erwartet, um dadurch das gute Verhältnis zu den Soldaten der Kreisstadt zu dokumentieren.
FASTNA CHTSONNTAG
Der erste der drei tollen Tage ist von jeher den Kindern gewidmet, die diesmal ihr Kinderprinzenpaar Kurt I. von Cervelat und Prinzessin Sigi von Daunenzart umjubeln. Die Kindertollitäten, Prinz Reinhold I. und das gesamte närrische Gefolge treffen sich um 13 Uhr im Hotel "W aldesruhe", von wo aus um 13.45 Uhr der "Marsch auf Montabaur” per Auto angetreten wird. Die Begrüßung der Tollitäten erfolgt auf dem Bahnhofsvorplatz durch den Präsidenten des Elferrates "Heiterkeit" Ulli Schlosser. Von dort wird sich ein großer Kinderfastnachtszug zum Großen Markt begeben, wo die Tollitäten gegen 14,15 Uhr vor ihren närrischen Untertanen von Bürgermeister Mangels begrüßt werden. Die Kinderamazonen werden zu Ehren der Tollitäten ihren Amazonentanz aufführen.
Während anschließend das Kinderprinzenpaar sich zum Kinderball beim "Pfiff’ begibt, legen die "großen” Narren um 14. 45 Uhr eine Kaffeepause im Cafe Stock ein. Gegen 15.15 Uhr besucht Reinhold I. den Kinderball beim "Pfiff", Die Tollität wird ihren prinzlichen Vorgänger um 15. 30 Uhr im Hotel Schlemmer einen Empfang geben.
Um 17 Uhr ist, einer langgeübten Tradition zufolge, der gesamte Hofstaat Gast in den festlich dekorierten Räumen des'
"Hotels zum Guten Hirten", worunter nichts anderes als das ehrwürdige Pfarrhaus in der Plötzgasse zu verstehen ist. "Hoteldirektor” Dekan Breidling, der zuvor auch die Kindertollitäten empfangen hat, läßt es sich zur Ehre gedeihen, die Monta- baurer Narren alljährlich auf diese Weise zu erfreuen.
Um 20.11 Uhr werden Prinz und Gefolge am Ball des Bürger- und Gewerbevereins beim "Pfiff” teilnehmen.
ROSENMONTAG
Auf pünktlich 10.11 Uhr ist der Beginn des Festbanketts im Kolpinghaus festgelegt, das die Paladine und Würdenträger des Narrenreiches um den Prinzen versammelt sieht. Hier werden noch einmal die besten Büttenreden der Session 1970 zu Gehör und "zu Gesicht” gebracht.
Um 14.15 Uhr erholt sich der Hofstaat im Gasthof "Deutscher Rhein”.
Für den Nachmittag stehen Prinzenbesuche im Krankenhaus (Kinderstation), im Altersheim und bei Günther Parbel auf dem Programm.
Die Mendelssöhne begrüßen den Prinzen und seinen Hofstaat um 20,11 Uhr auf dem traditionellen Rosenmontagsball der Sänger im Kolpinghaus,
FA STNACHTD IENSTAG
Prinz Reinhold I., Medicus vom goldenen Zahn, gibt um 10.11 Uhr seinen unmittelbaren Gefolgsleuten vom Elferrat und von der Karnevalsgesellschaft "Heiterkeit” einen Empfang in den prinzlichen Privatgemächern,
Um 14 Uhr wird sich dann der Fastnachtszug in Bewegung setzen und zugleich Höhepunkt der drei tollen Tage sein. Anschließend daran findet auf dem Großen Markt die Schlußproklamation der Fastnacht 1970 statt. Darüber werden wir in einer unserer nächsten Ausgaben berichten.

