und Bundesrichter Dr. Dr. Spiegel, Karlsruhe im Offiziersheim des Stabes der 5. Panzer-Division in Diez;
c) eine Vortragsveranstaltung mit Ministerialrat Dr.
Göhler und Regierungsdirektor Janiczewski, beide Bundesjustizministerium Bonn, über das Ordnungswi'drigkeiten- gesetz 1968 0
Die Kosten hierzu wurden weitgehend dadurch aufgebracht, daß die Mitglieder ihre durch Verkehrsuntericht und Vortragstätigkeit außerhalb des Vereinsbereiches verdienten Honorare der Vereinskasse gespendet haben.
Der Dank des Vorstandes gilt;
den Richtern des Bezirkes, der Polizei des Bezirkes, den Erziehern des Bezirkes,
den im Vereinsbereich stationierten Einheiten der Bundeswehr,
dem Landesministerium für Wirtschaft und Verkehr in Mainz,
der Landes verkehrswacht in Mainz,
dem Jugendwerk der Deutschen Shell,
der ADAC-Hauptverwaltung München und dem ADAC-Gau
Mittelrheim, "Koblenz,
den Landkreisen und Kommunen
für die großzügige Unterstützung, die dem Verein zuteil geworden ist,
Montabaur, den 10, Januar 196 9
Holly Ascheid Reich Feilen Vater Rombach Ströder
Die Franziskanerkirche
300 Jahre ehemaliges Franziskanerkloster Montabaur von Heinrich Fries,
Fortsetzung
Den Franziskanern hatte man 1641 die frühere Hospitalkapelle St, Johannes Baptista für ihren Gottesdienst zugewiesen, Diese wird erstmals 1353 genannt. Damals wurde zur Ehre Gottes, der Jungfrau Maria und aller Heiligen ein ewiges Licht gestiftet.
Die Hospitalkapelle brannte mit dem Hospital während des großen Stadtbrandes 1534 ab und war wohl 1558 noch nicht aufgebaut, als der Erzbischhof Johann von der Leyen am 1, Juni 1558 der Stadt Montabaur einen Bittbrief zugunsten des Wiederaufbaues der Pfarrkirch und des Hospitals ausstellte.
Im Jahre 1614 errichtete man einen Neubau, der von den Franziskanern durch Meister Johann Eckert 1668 zu einer Klosterkirche erweitert wurde.
Zu dem Neubau stiftete Johann Wilhelm Hilchen von Lorch zu Dernbach 1670 ein Fenster mit seinem Wappen,
1713, 1746 und 1792 wurden größere Reparaturen am Kirchendach und Kirchturm vorgenommen, 1750 das Innere der Kirche durch Malereien verschönt, das Chor mit Steinplatten ausgelegt und die Fenster (erneuert.
1773 erhielt auch der Boden des Kirchenschiffes einen neuen Plattenbelag und 1777 restaurierte man die Kirche,
Bis zum Ende des Jahres 1813 wurde in der Kirche noch Gottesdienst gehalten.
Bei dem Vormarsch der verbündeten Truppen nach Frankreich benutzte man sie als Etappenmagazin, Seit dem Jahre 1815 bemühte sich die Stadt um die Rückgabe der Kirche an das Hospital, was die fürstliche Regierung aber
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ab lehnte.
Auf Drängen des Amtmanns Siegfried von Montabaur beschloß die massauische Landesregierung am 30. März 1818 die Profanierung und den Abbruch der Klosterkirche und richtete einen diesbezüglichen Antrag an das Erzbischöfliche Trierische Vicariat zu Limburg. Der Stadtpfarrer Andreas Schaaf ivon Montabaur, der von Limburg zur Stellungnahme aufgefordert worden war, schrieb am 22. April 1818, die Pfarrkirche sei für die Gläubigen ausreichend, die Wiedereröffnung und Herstellung der Franziskanerkirche gereiche "dem hiesigen Gottesdienst der Pfarrkirche zum größten Nachteile, falls in derselben, wie es doch nicht anders zu erwarten stünde, an Sonn- und Feiertagen nur stille Messe ohne einigen Unterricht gehalten würde". Damit war das Todesurteil für die Franziskanerkirche bereits gesprochen. Das Staats-- ministerium genehmigte am 17. Juli die Profamierung und das Erzbischöfl. Trierische Vicariat in Limburg wies unter dem 26. September 1818 den Stadtpfarrer von Montabaur an, die Franziskaner kir che zu profanieren.
Da diese im Innern schon sehr durch den eingedrungenen Regen gelitten hatte und der Amtmann sich erneut um den Abbruch bemühte, damit das Gebäude nach Süden hin geöffnet und dadurchtiin geeigneter Zugang zum Amtshaus geschaffen würde, wurde die Kirche 1824 abgebrochen.
Von den Altären der späteren Franziskanerkirche wird 1542 der Altar des Johannes des Täufers erwähnt. Kollator war der Erzbischof von Trier. Da die Kirche diesem Heiligen geweiht war, so muß angenommen werden, daß dieser Altar der Hochaltar der Kirche war. In jedem Jahr zog am Geburtstage Johannes des Täufers (24. Juni) eine Prozession von der Pfarrkirche zur Franziskanerkirchekirche. Nach dem Gottesdienste wurde im dortigen Kloster aus den Einkünften des Hospitals (11) dem Geistlichen ein Essen gereicht.
Der zweite Altar St. Barbara "ante Cameram inferiorem" (vor der unteren Kammer) im Hospital, die eine Stiftung des Pastors zu Holbach, Hermann Schertrock von Montabaur war, erhielt die Bestätigung durch den Erzbischof von Trier am 10. Mai 1467.
Das Präsentationsrecht zu diesem Altar hatte der jeweilige Bürgermeister von Montabaur, Der Erzbischof gestattete am 1. Juni 1558, daß die Gefälle dieses Altares in Zukunft zur Besoldung eines Lehrers verwandt wurden.
Der Klosterbruder und Tertiär Jodocus Flügel hatte in seinem Testament vom 8. April 1704 bestimmt, daß aus seinen Mitteln ein Bild der hl. Familie geschnitzt und neben dem Barbara-Altar angebracht werden sollte, wo man die Kerze "sub elevatione" (bei Erhebung der Opfergaben) anzuzünden pflegt.
Außer diesen beiden Altären befand sich in der Hospitalkapelle noch ein Marienaltar, an dem 2 Vikarien gestiftet waren. Die Zeit der Stiftung und die Stifter sind unbekannt. Sie werden 1586 mit der Vikarie Beatae Mariae Virginis in der Pfarrkirche vereinigt. An diesem Altar hatten wohl die Franziskaner nach der Besitznahme der Hospitalkapelle die Figuren des hl. Franziskus und Antonius anbringen lassen, die in dem Testament des Tertias Flügel erwähnt wurden. Im Jahre 1712 erhielt der Altar von Papst Clemens XI ein Ablaßprivileg.
Die Fundatiön eines weiteren Altars, dessen Patron der hl. Johannes Evangelist war, wurde 1583 mit der Vikarie St. Nikolaus in der Pfarrkirche inkorporiert. Dieser Altar wird später nicht mehr genannt.
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