Ausgabe 
17.7.1968
 
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eine erfreuliche Entwicklung« Die Junge Kirche wird selbständig. Bloß, wer sorgt nun für die "Deutschen" ?

In Karibib z. B,, wo eine- deutsche Privatschule mit großem Schülerheim steht, wird seit diesem Jahr kein Konfirman­denunterricht mehr erteilt, InUsakos halten wir Gottesdienst, wenn einer zufällig mal auf Durchreise ist. Der riesige Gobabisbezirk wird zum Jahresende seinen Missionar ver­lieren, der keinen Nachfolger erhalten soll«' Okahandja werde ich von Windhock aus mitbetreuen müssen. Nach port. Angola, das zur Südwester Kirche gehört, reist alle zwei Jahre mal ein Pfarrer für 1 - 2 Monate . Und so weiter, und so fort. Kein Wunder, daß überall darum gebeten wird,' Gott möge doch Pfarrer bereit machen, für ein paar Jahre wenigstens ins Sonnenland Südwest zu kommen. Daneben sr-fren die begreiflichen, wenn auch unberechtigten Klagen; "Deutschland hat uns aufgegeben. Die haben jetzt mehr für den Entwicklungsdienst übrig, als für die 20. 000 ur- deutschen Menschen in der einstigen Kolonie". Diejenigen, die ihre Kirche lieb haben, meinen, es werde wohl nicht lange dauern, dann werden die Missionare wiederkommen müssen, diesmal aber zu den Weißen.

Um das Ärgste zu verhüten, hat man mich nun nach Wind­hock mit seinen 6. 000 Gemeindegliedern gerufen. Meine Hauptaufgaben werden sein; Unterricht an der HPS, Über­nahme des Gemeindebezirks Klein-Windhock, Betreuung des Farmbezirks und der Gemeinde Okahandja (wohl weil ich so gerne Auto fahre!)., Was man sonst noch mit mir vor- , hat, kann ich nur befürchten. Angeblich soll ich mich ja "in den 2 Jahren an der Küste so ausgeruht haben, daß mir jetzt schon etwas zugemutet werden könne.

Nun, wir werden sehen! Im Grunde freue ich mich auf die Arbeit. Außerdem haben wir gar keine Zeit, uns Gedanken um die Zukunft zu machen. Wir sind feste dabei, zu packen und hier alles zur Übergabe an den-Pfarrer von Swakopmund . i fertig z-u machen. Deshalb bekommt Ihr auch nur diesen kurzen Rundbrief Wir melden uns wieder aus dem schönen Pfarrhaus im Klein-Windhocker Tal, das nur einen Nachteil hat; genau hinter dem Pfarrgrundstück steigt der Weinberg der kath. Mission den Hang hinauf. Hoffentlich bekomme ich keinen Krach mit den Patres,- wenn unsre wilden Rangen der Versuchung von jenseits des Zaunes nicht widerstehen können.

Mit herzlichen Grüßen von uns allen Ihr P. Debus Windhock/SWA, Postfach 233

URTEILE AUS DER WELT des Autos

Gehweise des Fußgängers bei fehlendem Bürgersteig.

Einem Fußgänger, der innerhalb einer Ortschaft den rechten Fahrbahnrand henutzt, kann ein mitwirkendes Verschulden an einem Verkehrsunfall nur vorgeworfen werden, wenn besondere Umstände das Gehen am linken Fahrbahnrand gefahrloser erscheinen lassen. BGH, VI ZR 36/66.

Schadensausgleich unter zwei am Verkehrsunfall Beteiligten.

Fährt ein unaufmerksamer Lastzugführer auf einen wegen

einer Panne auf der Normalspur der Autobahn haltene^'n anderen Lastzug auf, so kann die Betriebsgefahr des hal­tenden Fahrzeuges gegenüber dem großen Verschulden des auffahrenden Fahrers völlig zurücktreten. BGH VI ZR 100/65.

Ablehnung einer gebührenpflichtigen Verwarnung.

Wer wegen einer Verkehrsübertretung gebührenpflichtig

verwarnt worden ist, kann wegen dieser Übertretung straf­gerichtlich nicht mehr verfolgt werden. Dagegen ist die Strafverfolgung, wenn er eine Gebühr hatte bezahlen:.

''tollen, der Polizeibeamte die Verhängung einer solchen Gebühr aber zu Unrecht abgelehnt und Anzeige erstattet hat. OLG Hamm, 4.Ss 28/ 68.

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Sicherheitsabstand richtet sich weitgehend nach

Reaktionsvermögen.

Das Reaktionsvermögen jedes einzelnen ist verschieden.

Je größer es ist, um so geringer kann der Kraftfahrer die Reaktionszeit und damit den Sicherheitsabstand zum Vor­dermann bemessen. Im Großstadtverkehr kann bei hohem Reaktionsvermögen eine Reaktions- und Bremsansprechzeit von 0, 75 Sekunden ausreichen. OLG Saarbrücken, Ss 12/ 67.

Überholen an Kreuzungen.

Da das Überholen auf einer Kreuzung nicht grundsätzlich verboten ist, braucht der Überholende mit plötzlichem Linksabbiegen des Vordermannes, der sich weder zur Mit­te eingeordnet noch geblinkt hat, auch dann nicht zu rechnen, wenn dieser besonders langsam fährt. OLG Karlsruhe, 3 Ss 34/ 67.

AUS DEM STADTGESCHEHEN

Joseph-Kehrein-Schule

Die Volksschuloberstufe der Joseph-Kehrein-Schule wird ab 1. August Hauptschule. Durch Leistungsgruppen in den einzelnen Jahrgängen soll den individuellen Begabungs­richtungen der Kinder Rechnung getragen werden. Verkehrsampeln für Fußgänger und besonders die Schul­kinder sollen in der Kirchstraße aufgestellt werden.

Eine Gründungsversammlung für heimatkundliche Arbeits­gemeinschaften im Rahmen der Nassauischen Kulturstif­tung fand im Schloß statt. Zugunsten der Tagesstätte für das geistige und körperlich behinderte Kind fanden in Montabaur Fußballspiele zwischen mehreren Betriebsfuß­ballmannschaften statt,

g An den Montabaurer Gymnasien wurden die Reifeprüfungen abgelegt. 400 Mitglieder des Wiesbadener Taunusclubs besuchten mit einem Sonderzug Montabaur.

Pflanzennamen in unserer Mundart

Arbere

Arwese

Bachblärer

Brislach

Brumbern

Dunnerblume

Druschein

Eierpisch

Embern

Erbesknollen

Fackesjer

Flammblom

Gommern

Geh anstrau wen

Gelverjale

Hararich

Haarekorn

Holler

Klede

Kr ah fuß

Liebfraubettstrieh

Maiblom

Mausuhr

Molbern

Murn

Nälcher

Palm

Raumland

Rout Kouh

Rummeln

Rure Rewen

Sauerhom brich

Säubunne

Erdbeeren

Erbsen

Hu fiattisch

Schnittlauch

Brombeeren

Wiesenschaumkraut

Stachelbeeren

Löwenzahn

Himbeeren

Dahlien

Herbstzeitlose

Klatschmohn

Gurken

Johannistrauben

Goldlack

Hederich

Buchweizen

Holunder

Kletten

Hahnenfuß

Quendel

Maiglöckchen

Feldsalat

Heidelbeeren

Möhren

Flieder

Buchs

Wucherblume Wilder Sauerampfer Runkelrüben Rote Beete Sauerampfer Futterbohnen