Ausgabe 
17.7.1968
 
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Donnerstag,

In den Ferien kein Diasporareligionsunterricht 20. 00 Uhr Bibelstunde i. Gemeindehaus

')!

Freitag, 19.

In den Ferien keine Zusammenkünfte der Jugend

DIE KRIMINALPOLIZEI RÄT

DIEBE sind überall . . .

. ... zu Hause, unterwegsund am Urlaubsort!

Damit müssen Sie rechnen!

. Gelegenheiten finden sich überall: am Bahnhof, im Zug, auf Par kplätzen, beim Camping, im Hotel, am Badestrand.

. Diebe öffnen Autos, Zelte und Hotelzimmer, sie stehlen Bargeld, Uhren und Schmuck,

Radiogeräte, Kameras und Ihr Reisegepäck!

. DESHALB: Bieten Sie dem Dieb keine Gelegenheit! Achten Sie auch im Urlaub auf Ihr Eigentum!

. Daß Sie nicht Opfer von Spitzbuben werden, wünscht Ihnen IHRE Kriminalpolizei!

VERBANDS-und VEREINSMITTEILUNGEN

' Briefmarkenfreunde"

Tauschabend; die "Briefmarkenfreunde" von Montabaur und Umgebung treffen sich am Dienstag, dem 16. Juli 1968, 2 0.00 Uhr im Bahnhofshotel in Montabaur.

LIEGT MONTABAUR EIGENTLICH MEERESSPIEGEL?.

Hin und wieder kommt man in die Verlegenheit, auf die Frage eines Besuchers oder auch Bekannten nach der Höhen­lage der Stadt Montabaur, keine rechte Antwort geben zu können, Diejenigen aber, die es ganz genau wissen wollen, mögen anhand der nachstehenden trigonometrischen Mes­sungen ihr Wissen überprüfen.

Erinnerlich ist dabei vor allem der Metallknopf an der katholischen Pfarrkirche, der jedoch keine Zahlenangabe mehr enthält. Er kann es auch nicht, da diese Zahlen vom Landesvermessungsamt selbst entfernt wurden. Die Angelegenheit ist nämlich die,' daß sich im Laufe einer gewissen Zeit die Höhenlage verändern kann. Selbstver­ständlich handelt es sich dabei nur um ganz geringfügige Differenzen.

Der Südturm der kath. Kirche weist in einer Entfernung von 0, 6 m von der SUdwestkante gesehen, die Höhe von 245, 540 m aus.

Ein Mauerbolzen im Turm der ev. Kirche trägt die Meß­zahl 248i 516 m.

In einer Entfernung von 3, 25 m von der Nordostkante des Rathauses nach der Straßenseite hin werden 236,184 m ermittelt.

Innerhalb des Stadtgebietes sei noch die Messung am Amtsgericht in der Bahnhofstraße 47 angegeben. Dort werden 228, 585 m eingetragen.

Auf der Straße nach Eigendorf, bei Kilometer 0, 707 an der Trafostation markiert ein Mauerbolzen die Höhe von 255, 334 m.

Das Landesvermessungsamt Koblenz hat sicherlich dazu- beigetragen, die Ungewißheiten zu beseitigen und so wissen wir es also jetzt genau.

WIE HOCH ÜBER DEM

IHR LIEBEN IN DER HEIMAT !

Er wird erzählt, daß einst ein amerikanischer Tourist, dessen Schiff Walvisbaai angelaufen hatte, unsere Stadt besichtigte, während gerade ein fürchterlicher Sand­sturm alles in seine gelben Wolken hüllte. Unser Mann soll darauf in einer Eisen Warenhandlung ein Stück Schmir­gelpapier gekauft haben, das er per Post an seine Freun­de in den Staaten schickte. Auf die Rückseite habe er ge­schrieben: "Luftaufnahme von Walvis Bay".

Nach dem Sandsturm, den wir in der vergangenen Woche erlebten, halte ich das nicht für ein übles Gerücht zum Schaden unserer geschäftigen Hafenstadt. Walvisbaai verschwand tatsächlich im Sand. Selbst alte Leüte konnten sich nicht erinnern, jemals einen solchen An­sturm der Wüste erlebt zu haben. Der Ostwind heulte durch die Straßen und trug alles, was nicht niet- und nagelfest war, davon. Bretterzäune wurden umgelegt, der Zug aus Swakopmund blieb mehrfach in den Sandver­wehungen stecken und mußte frei geschaufelt werden.

Autos fahren sich in den Dünen, die über die Pad wan- derten, fest. Es gab bei nur 5 m Sicht Auffahrunfälle.

Die Army schmiß zwei Mannschaftswagen um. Ein Po­lizeiauto erlitt einen Achsenbruch, nachdem es von einer kleinen Düne auf der Pad wie von einer Sprung­schanze gesegelt war. Unsre Nachbarhäuser konnten wir nur erahnen. Fenster und Türen hielten den feinen Glimmer nicht draußen. Jede Hausfrau meldet immer noch klagend die Anzahl Schaufeln voller Sand, die sie zusammenfegen mußte. Mit einem Wort: Wir sind wieder mal deutlich daran erinnert worden, daß Walvis­baai am Rande der Wüste liegt.

Diese ungastlichen Gefilde werden wir aber nun in 14 Tagen verlassen, am 12.. Juli trekken wir, und zwar in die Landeshauptstadt, nach Windhock. Die Kirchenleitung unserer Deutschen Ev. -Luth. Kirche in SWA hat die Ge­meinde Walvisbaai gebeten, mich für den Dienst in Windhock freizugeben. Dort hat ein Pfarrer ganz über­raschend seinen Vertrag vorzeitig gekündigt. Da seine Frau als Religionslehrerin den ganzen Unterricht an der HPS hielt (die Höhere Privatschule ist die einzige Schule des Landes, an der konfessioneller Religionsunterricht erteilt werden darf), fallen gleich zwei Kräfte aus.

Ersatz aus Deutschland konnte noch nicht gewonnen werden. Angesichts des verzweifelten Pfarrermangels unserer Kirche hielt es die Kirchenleitung in diesem Fall nicht mehr für vertretbar, an der Küste ^gleich zwei Pastoren stationiert sein zu lassen. Schließlich liegen Swakopmund und Walvis Bay nur 20 Meilen auseinander.

Die Walvisbaaier haben schweren Herzens dem Wunsch der Kirchenleitung entsprochen. Es ist ihnen nicht leicht gefallen, sich auf einmal wieder als Anhängsel von Swakopmund betrachten zu müssen, nachdem sie so stolz waren, endlich mal einen eigenen Pfarrer haben zu dürfen. Von der Gnade des Kirchenvorstandes Swakop­mund und dem Wohlwollen des dortigen Pfarrers ab­hängig zu sein, ist auch wahrhaftig ein hartes Tos. Mir tut meine kleine, mühsam gesammelte Gemeinde leid. Allein, die Notwendigkeiten lassen keine andere Wahl.

Im Lande sieht es ja teilweise noch schlimmer aus. Die deutschsprachigen ev. Gemeinden Südwestafrikas wurden - fast ausschließlich von den Missionaren der Rhein. Mission, die vor 126 Jahren als erste Weiße ins Land kamen, mit­betreut. In neuerer Zeit ist nun die Rhein.Missionskirche als Ev. -Luth. Kirche in SWA selbständig geworden. Von Jahr zu Jahr -lösen immer mehr afrikanische Pastoren die europäischen Missionare ab. Der Missionar wird bald nur noch in der Pastoren-, Evangelisten- uhd Lehrerausbildung Verwendung finden. An sich ist das

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