Eine Stiftungsurkunde liegt nicht vor. Die Stadtverwaltung scheint auch früher keine solche in Verwahrung gehabt zu haben, denn in einem am 22» Oktober 1967 aufgestellten Verzeichnis der '‘Stadtdokumente und Briefschaften" ist nichts davon notiert» Von späteren Stiftungen an den Almosenhof ■seien hier nur die Schenkung von 600 Taler durch General Eremund Freiherr von Esch zu Langwiesen und von 200 Taler durch die Witwe des Ratsherren Panheyer aus den 1760er Jahren genannt»
Um 1780 kam man auf den Gedanken, den Almosenhof aufzuheben. Im Sommer 1780 wurde die Sache in Angriff genommen» Stadtpfarrer Rupert Hofmann und Amtsverwalter Linz wurden vom Kurfürsten mit der Angelegenheit beauf tragt.- Am 10. Juli 1780 beschloß aber der Stadtrat gegen eine vollständige Aufhebung des Almosenhofes, wie auch gegen eine Überweisung der Almosenhofseinkünfte zu denen des Hospitals zu protestieren, da die letzteren zu einem ganz anderen Zweck, “und zwar für arme alte sich nicht mehr ernähren könnende und niemals betteln gegangenen Bürger" gestiftet worden seien. Trotzdem teilte der Dekan Hoffmann am 8; März 1782 dem Stadtrat mit, daß nach kurfürstlichem Befehl alle Güter und Gebäude des Almosen hofes an den Meistbietenden versteigert werden sollen. Sofort schrieb der Stadtrat an den Kurfrüsten dagegen einen Protest» Das hatte zur Folge; daß die S'äche noch einmal untersucht wurde»- Der Kurfürst überwies die Angelegenheit der "Ober- kommission ad pias causasi.
Auf Befehl dieser "Oberkommission", wurde eine Aufnahme des Güterbestandes des Almosenhofes gemacht» Der Stadtrat beauftragte in einer Sitzung vom 24» August 1782 die beiden "Bau- und Werkverständigen" Zimmermeister Andreas Krempel und Maurermeister Wendel Lichtenberg und die beiden "Feld- und Wiesenverständigen'“ Jakob Hartenfels und Johann Wilhelm Wagener damit. Diese stellten zunächst fest, das Haus mit Stall habe einen Wert von 180 Reichstaler. Das Holz und das Dachwerk daran seien*, noch gut. Das Haus liege aber zu tief und die Hebung koTea'hgefähr 50 Taler. Die Scheune mit dem Schuppen sei 80 Tal'er wert» Das Dach aus Stroh sei aber sehr schlecht und könne wegen Teuerung des Strohs nicht unter 60 Taler neugemacht werden»
Auf Abbruch koste das Haus mit dem Stall; 140 Taler und die Scheune mit dem Schuppen 60 Taler
Der Garten und die Wie^e am Hause seien 100 Taler und der Platz der Gebäude als Bauplatz Also konnten im Falle des Verkaufes ca» werden.
An sonstigen Ländereien stellten die Sachverständigen folgendes Eigentum des Almosenhofes fest;
Ackerland
Taler
30 Taler wert. 300 Taler gelöst
Lage'
Ruten
Wert
Unter dem 'Eckenröthen
126
100
hinter dem hl»- Kreuz
286
40
daselbst (liegt bracht)
118
15
daselbst
273
30
auf der Wetterbach (Triesch
wegen Schlechtigkeit nicht eingeschätzt)
1592
daselbst
198
60
daselbst
446
120
im Sonnenbömges Feld
171
60
auf der Altendörfer Höhe
148
72
am' roten Horn
593
120
unter dem Dommertal oben längs dem Fußpfad am Roßberg
(zum größten Teil Heide)
247
io
Wiesen
bei, dem hl. Kreuz (jetzt Ackerland)
27
6
Am Judenkirchhof
148
50
in der Morschwiese (im Werte bei dem Feld am Eckenröthen) kleinen
249
Ackerland
Ruten
>^^t j#a Taler
auf der Wetterbach
136
60
daselbst
160
40
im Ziegenfurth (von Custors
Erben gesteigert)
176
240
am neuen Weg (jetzt Ackerland)
132
136
5225 R.
1159 T.
In der Sitzung am 27» September wurde diese Güterbestandsaufnahme dem Gesamtstadtrat vorgelegt» Derselbe beschloß, dieselbe der kurfürstlichen Oberkommission zu übersenden, derselben aber nochmals zu schreiben, man habe nicht beabsichtigt, den Almosenhof zu verkaufen, sondern an den Meistbietenden zu verpachten und die Pacht wie bisher für die Armen zu verwenden» Auf den Ländereien ruhten großfe Lasten, weshalb dieselben nicht künstig verkauft werden könnten. Außerdem sei zu befürchten, daß die Kaufgelder samt den Kapitalien nachher nicht recht verwaltet würden. Nachdem dieser Bericht gemacht worden war, wartete man auf den Bescheid der Regierung. In der Ratssitzung am 11. April 1783 gab der Bürgermeister denselben bekannt.
Die Oberkommission hatte auf ein Spezialmandat des Kurfürsten durch Dekret vom 3. April angeordnet, daß alle Einkünfte des Almosenhofes in Montabaur dem dortigen Hospital zugewiesen und die Gebäude vom Platz verkauft werden sollten» Die Beherbergung der Armen und Kranken sollte fortan im Hospital stattfinden. Damit war der alte Almosenhof aufgehoben.
Dem ebenfalls 'alten Heilig-Geist-Hospital fielen die ca.
52 Morgen Acker- und Wiesenland, sowie die Kapitalien des Almosenhofes - von diesen wurde damals dem Stadtrat keine Aufstellung vorgelegt - zu» Das Hospital brauchte aber einige Verpflichtungen des Almosenhofes nicht zu übernehmen. Und zwar kam für die Zukunft die bisher übliche Lieferung von Korn an die Franziskaner, an den Küster und an den Stadtdiener, die Lieferung der Hostien an die Franziskaner und die Zahlung von 50 Taler an den Professor der Lateinschule in Wegfall.- (Aus den Stadtratsprotokollen). Hofrat Linz hat 1.736 in seiner Montabaurer Amtsbeschreibung - anscheinend nach seinem Gedächtnis - geschrieben, der Almosenhof sei im Jahre 1782 auf Abbruch verkauft worden, und in allen Schriften über Montabaur in diese Zahl übernommen worden. Aus Vorliegendem ersieht man aber, daß die Aufhebung sich bis 1783 hingezogen hat.
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Der Abzinsungsbetrag von 252 DM, der dem Sparbriefbesitzer nach fünf Jahren zufließt, entspricht einem Kapitalzuwachs von 33,7%. Für ein mittelfristiges Papier mit einer Laufzeit von nur fünf Jahren bietet der Sparbrief also
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