Ausgabe 
8.9.1967
 
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aus. Die Einheimischen und die Badegäste staunten, als die Pfadfinder und Rover am Datum der Montabaurer Kirmes einen Kirmesbaum errichteten und einen Kirmesumzug veranstalte­ten.

Einen Höhepunkt der Fahrt bildete ein Ausflug zu den Blutin­seln. Blutinseln nennt man eine kleine, dem Golf von Ajaccio vorgelagerte Inselgruppe, deren einsame, felsige Buchten frü­her einmal Seeräubern Unterschlupf boten.

Nach den Tagen in Ajaccio ging die Fahrt mit der Eisenbahn durch die Insel zurück wieder zur Hafenstadt Bastia.

Bastia ist mit 49.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel.

Ihr Hafen hat regelmäßige Schiffsverbindungen mit Frankreich, Italien und Sardinien. Auch sie war einmal Hauptstadt der In­sel. Durchwandert man heute die vielen engen Gassen mit ihren schmalen und mehrere Stockwerke hohen Häusern, so glaubt man sich ins Mittelalter zurückversetzt.

Ein besonderes Erlebnis war dann die 7-stündige Rückfahrt mit dem Schiff von Bastia, an Elba vorbei, nach Livorno. Ein Tag Aufenthalt in Lovorno bot den Pfadfindern Gelegenheit, Stadt und Hafen zu besichtigen.

Nach anstrengender Zugfahrt kamen alle gesund, braunge - brannt und um ein großes Erlebnis reicher wieder in Monta­baur an.

Bei der Schlußrunde im Pfadfinderheim dankten die Rover und Pfadfinder einigen Führern und Rovern besonders herzlich, die durch ihren selbstlosen Einsatz diese großartige Fahrt ermög­licht hatten: Ihrem Stammesfeldmeister Winfried Henkes und der übrigen Fahrtleitung, dem schon langjährig entsandten Rover Heinz Wingender für seinen Einsatz als Verpflegungsmei­ster, dem Rover Ansgar Weyand, der sich als Sanitäter und Dolmetscher besonders bewährt hatte sowie Truppfeldmeister Günter Wagner, der durch Mitnahme seines Autos die Organi­sation der Fahrt wesentlich vereinfacht hatte.

STANDESAMTLICHE NACHRICHTEN

der Stadt Montabaur vom September 18 67 . GEBORENE:

7. September

8. September

i

17. September 26. September

28. September

30. September

Peter, Sohn von M. Kalb, Schuhmacher Emil Philipp, Sohn von Carl Hermes, Schiefer­decker

Maria, Tochter v. J. Zirvas, Seminarlehrer Franz, Sohn von Johann B. Schneider, Schuh­macher

totgeborene Tochter von Peter Sauerborn, Bäcker

Jakob, Sohn von G. Schwenk, Schuhmacher.

GESTORBENE:

1. September Wilhelm Kaster, Fuhrmann, 61 Jahre alt VERMÄHLTE:

22.September Peter Meurer von Montabaur und Katharina Höher von Boden

22.September Georg Konradi und Maria Theresia Nettsträ­ter von Kochern.

MONTABAURER FAMILIENANZEIGEN

vor 100 Jahren

Die glückliche Entbindung meiner Schwiegertochter, Ehe­frau des Wilhelm Nauheim, von einem gesunden Knaben, zeige ich hiermit an.

"" Der Euler Pitter

Den Bewohnern Montabaurs ein herzliches Lebewohl!

Otto, Procurator

Dem H. Medizinalrat Dr. Weyher dahier meinen tiefgefühlten Dank für die glückliche Behandlung meiner so sehr krank ge­wesenen Frau.

Peil, Gendarm

KENNEN SIE MONTABAUR?

Ein kleines Heimat-Quiz Fragen:

1. Wie hieß das Amtsblatt der Stadt Montabaur vor 100 Jahren?

2. Welcher Montabaurer Neubürger hat intensive Forschungen über die Ursprünge des Namens "Montabaur angestellt?

3. Welche Montabaurer Straßen sind nach den ehemaligen Stadtnamen benannt?

4. Wieyiei>. Friedhöfe gibt es in Montabaur?

5. Wie heißt mundartlich das Wort "nichts"?

ES WAR EINMAL" .

Eine Betrachung aus vergangenen Tagen.

Etwas vom Sauerbrunnen im Sauertal zu Montabaur.

Wenn man vom Marktplatz in Montabaur die Sauertalstraße hinabgeht, erblickt man in der Nähe des "Gebücks" an der Straße nach Wirzenborn eine mit einem eisernen Geländer umgebene Vertiefung, die zu dem um die Jahrhundertwende neu gefaßten Sauerbrunen führt.

Noch mancher wird sich an die frühere Rondellanlage erin­nern, die fast die ganze Straße einnahm. Ringsum von einer Steinbank umgeben, erhob sich in der Mitte die Pumpan­lage des "Born", die mit einem vierteiligen Eisenblech­deckel überdacht war.

Bei der Erbauung der neuen Gelbachtalstraße mußte der alte historische Brunnen verlegt, d.h. etwas zur Seite gerückt werden. Über den Sauerbrunnen finden wir eine Aufzeich­nung von Jakobus Tabernämontanus aus dem Jahre 1584, der das Sauerwasser wegen seiner guten Eigenschaften, "krafft und wirckung" pries:

Von dem Montabawrer Sauwerbrunnen, vnd seyner krafft vnd wirckung.

In dem Churfürstenthumb Trier an den Grentzen deß Wester­walds, entspringt in einem Teich auch ein guter und fürtreffen- licher Sauwerbrunnen nicht weit von der Statt Montebauwer, der ist von wegen seiner säuwre, schärpff vnd . räse, sehr anmütig vnd lieblich am geschmack, Derwegen er auch von menniglich desselben orths zum täglichen Tranck ge - braucht wirt. Dieser Brunnen haltet in seiner Vermischung die krafft vnd Geistlichen Subtiliteten deß Salniters oder Bergsaltzes, deß Eisens, Vitriols vnd rothen Bergschweffels der rothen Altraments.

Vnder den gemeldeten stücken aber behelt das Eisen den Vorzug vnd das Primat, darnach der Salniter vnd Vitriol in gleichem gehalt, letzlich der roth Atrament oder roth Berg- schweffel. Sein krafft vnnd eigenschafft ist zueröffnen, zu­säubern, zureynigen, mittelmäßig zuerwärmen, zuverzehren, zuvertheilen vnd abzulösen. Er hat sonst in allen Dingen gleiche krafft vnnd wirckung mit dem Broyler Sauwerbrunnen.

So berichtet Jacobus Theordorus Tabernämontanus, "der Art- zeney Doctor vnd Medicus Ordinarius der freyen Reichstatt Wormbs" über den Montabaurer Sauerbrunnen in seinem Werk "Neuw Wasserschatz, das ist: Von Allen heylsamen Metalli­schen Mineralischen Bädern vnd Wassern", welches im Jahre 1584 zu Frankfurt im Druck erschien. Die weiteren guten Eigenschaften unseres Sauerbrunnens werden im 37. Capitel obigen Werkes als folgende bezeichnet: "Er eröffnet die ver- stopffungen der innereren Glieder, kompt zu hülff den Le­bersüchtigen vnd Miltzsüchtigen, sterckt den blöden schwa­chen Magen, verzehrt alle böse feuchtigkeiten vnd fäulnuß, miltert vnd ändert die hitzige entrichtung der Leber vnd aller anderer innerlicher Glieder, kompt zu hülff allen faulen Febern, vnd denen auch so von der scharpffen hitzigen Gallen ihren vrsprung haben, vertreibt das keichen vnd schwerlich äthmen, stillet dieflüß deß Hauptes vnd aller anderer Glieder vnnd sonderlich die so in die Augen, in Halz und den Mandeln.

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe.

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