Ausgabe 
8.9.1967
 
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WELTGESCHEHEN

im Monat Juli 1967

1. Juli:

Der ehemalige kongolesische Ministerpräsident Moise Tschombe wird mit einem Flugzeug nach Algerien entführt. Präsident de Gaulle und Mi­nisterpräsident Kossygin treffen sich in Paris zu einer Aussprache.

2. Juli :

Drei Wochen nach dem.Ende des Krieges auf der Sinai-Halbinsel brechen bei El Kantara am Suez­kanal neue Kämpfe zwischen ägyptischen und israelischen Truppen aus. Bei den Volkskammer- Wahlen in Mitteldeutschland fielen 99, 93 Prozent der gültigen Stimmen auf die Kandidaten der " Nationalen Front "

3. Juli :

Eine Anzahl in der Bundesrepublik lebender Süd­koreaner wurde vom koreanischen Geheimdienst ohne Wissen der Bundesregierung nach Südkorea entführt.

4. Juli :

Das Bundeskabinett berät über die mittelfristige Finanzplanung. In Peking kommt es zu Geheim­besprechungen zwischen hohen Funktionären und dem rumänischen Ministerpräsidenten Maurer.

5. Juli :

Im Kongo entstehen Unruhen durch einen Über­raschungsangriff ausländischer Söldner , die den Flugplatz von Kinshasa besetzt halten. Das Bun­deskabinett setzt seine Finanzberatungen fort,

6. Juli :

Ein schweres Eisenbahnunglück in der Nähe von Magdeburg fordert 81 Menschenleben. Das Un - glück ereignete sich, als ein Tankwagen an einem nicht geschlossenen Bahnübergang mit einem Per­sonenzug zusammenstieß und explodierte.

Die Lage der Amerikaner in Vietnam verschlech­terte sich in der letzten Zeit.

7. Juli :

Nach einer dreitägigen Sitzung legt das Bundes­kabinett der Öffentlichkeit die Beschlüsse vor, mit denen die Haushaltslage und auch die Kon­junkturlage verbessert werden sollte. Vorgesehen sind eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und eine Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körper­schaftssteuer. Auch der Verteidigungshaushalt soll gekürzt werden. Der Australier John New- combe besiegte in Wimbledon den Düsseldorfer Wilhelm Bungert im Finale in drei Sätzen.

8. Juli :

Im westafrikanischen Staat Nigeria tobt ein Bürger­krieg gegen die abgefallene Provinz Biafra. Am Suezkanal kommt es erneut zu Kämpfen. Bei einem Grenzzwischenfall zwischen Rotchina und der britischen Kolonie Hongkong werden fünf Polizisten getötet.

9. Juli :

Acht sowjetische Kriegsschiffe werden im ägyp­tischen Suezhafen Port Said stationiert. Die Bun­desregierung will trotz einer Truppenreduzierung um 60 000 Mann ihren Bündnisverpflichtungen nachkommen.

11. Juli :

Die arabischen Staaten wollen eine Militärunion bilden.

12. Juli :

Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Kie- singer treffen sich in Bonn zu Gesprächen. De Gaulle schlägt eine Anerkennung der Oder-Neiße- Linie vor. Wichtigste Themen sind die Nahostkrise, das Ostwestverhältnis und die Frage eines EWG- Beitritts Großbritanniens.

13. Juli :

Die Bundesregierung erhebt " schärften Protest gegen die völkerrechtswidrige Tätigkeit koreani­scher Sicherheitsbeamter auf dem Gebiet der Bun­desrepublik." Sie verlangt die A bberufung von drei Botschaftsangehörigen.

14. Juli :

Der südkoreanische Botschafter bittet im Zu - sammenhang mit der Entführungsaffäre um eine Abberufung. Der erste Botschafter Rumäniens, Oancea, tritt sein neues Amt an.

15. Juli :

Bei schweren Rassenkrawallen in Newark im ame­rikanischen Bundesstaat New Jersey kommen 24 Menschen üms Leben.

16. Juli :

Ein Raketenangriff der Vietkong auf den ameri­kanischen Stützpunkt Da Nang zerstört in wenigen Minuten die meisten Flugzeuge und richtet Millio­nenschäden an.Rudi Carreil soll Lou van Bourg in der Femsehreihe Der goldene Schuß ablösen.

17 . Juli :

Die USA sind mit der Neuordnung der Bundeswehr einverstanden. Die Staatschefs Algeriens und des Irak, Boumedienne und Aref, bitten in Moskau um weitere Hilfe.

18. Juli :

Großbritannien wird bis Mitte der 70er Jahre mit Ausnahme Hongkongs seine Militärstützpunkte östlich von Suez räumen und seine Verteidigungs­anstrengungen fast ausschließlich auf Europa kon­zentrieren.

20. Juli :

17 der aus der Bundesrepublik entführten Südkore­aner werden in Korea für ihre Agententätigkeit für Nordkorea vor Gericht gestellt werden.

21. Juli :

Bundestagsvizepräsident Dr. Thomas Dehler, FDP, erliegt im Alter von 69 Jahren in Oberfranken einem Herzschlag. Der Friedensnobelpreisträger und lang­jährige Führer der Farbigen in Südafrika, der 68- jährige Albert Luthuli, wird bei einem Zugunglück tödlich verletzt.

22. Juli:

Eine Erdbebenkatastrophe fordert im Nordwesten der Türkei rund 100 Tote.Millionenschäden ver­ursacht ein schweres Unwetter in Süddeutschland.

24. Juli :

Angesichts schwerer, andauernder Rassenunruhen wird über die amerikanische Automobilstadt De­troit der Ausnahmezustand verhängt. Rumänien bleibt weiterhin bemüht, eine unabhängige außen­politische Rolle zu spielen.

25. Juli :

Im Zeichen der Versöhnung zwischen der kath. und der orthodoxen Kirche steht die zweitägige Reise des Papstes in die Türkei, die erste eines kath. Kirchenoberhauptes auf türkischen Boden seit 1200 Jahren. Anläßlich eines Besuches der Westausstellung in Kanada spricht de Gaulle von einem " freien Quebec" und verärgert damit die Kanadier. Er bricht darauf seine Reise ab.

In Detroit finden Straßenkämpfe zwischen Banden plündernder Farbiger und rund 10 000 Soldaten der Nätionalgarde statt.

26. Juli :

Der Iran fordert die Bundesrepublik auf, die an den Demonstrationen gegen den Schah beteiligten Personen zu bestrafen. Die Straßenkämpfe in De­troit halten ar.,

27. Juli :

In Detroit kehrt langsam wieder Ruhe ein. Letzte Heckenschützennester können erobert werden.

Bei einem weiteren Erdbeben in der Osttürkei werden wiederum etwa 100 Menschen getötet.

Eine lebenslange Zuchthausstrafe verhängt das Nürnberger Schwurgericht über den als Mittags­mörder " bekanntgewordenen ehemaligen Studen­ten Klaus Gosmann aus Hersbruck/Mittelfranken.

28. Juli :

Die sowjetische Regierung drängt Kairo, den Suez­kanal so bald wie möglich wieder für die Schiff - fahrt freizugeben.

29. Juli :

Bei einer Brandkatastrophe auf dem amerikanischen Flugzeugträger " Forrestal " werden etwa 80 Sol­daten getötet. 30 Flugzeuge werden vernichtet, 27 weitere schwer beschädigt.

30. Juli :

In Essen stirbt Alfried Krupp v. Bohlen u. Haibach kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres.

31. Juli:

Nach Rassenkrawallen wird über die amerikanische Stadt MU-'aukee der Ausnahmezustand verhängt. In Prag wird über den Austausch von Handelsmissionen zwischen d. Tschechoslowakei u. d. Bundesrepublik verhandelt. %