Ausgabe 
14.7.1967
 
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läge des Kreises oder der Stadt ab, sondern richtete sich nach den Erfordernissen der Schule selbst.

Wer als junger Assessor nach Montabaur kam, verwaltete gewöhnlich eine Planstelle und konnte damit rechnen, hier auch in absehbarer Zeit beamtet zu werden. Das Kollegium wurde so "ortsansässig", für eine Schule ein wichtiger Vorteil, weil die Beständigkeit eines Lehrerkolle­giums die Erfolge der Schule in Erziehung und Unterricht ganz erheblich vergrößert.

Auch nach innen wirkte die Verstaatlichung regenerierend.

In jedem Rechnungsjahr konnte das Kollegium von nun an über eine feste Summe verfügen und mit dem Gelde die Bestände der Sammlungen und der so lange j/ernachlässig- ten Lehrerbibliothek ergänzen, erneuern und vervollstän­digen. Auch das wirkte sich unterrichtlich zum Vorteil aus.

Die zweite Veränderung 1952 an unserer Schule war ein Wechsel in ihrer Leitung. Direktor Schwall ging auf eige­nen Wunsch nach Trier, an seine Stelle trat Dr. G.Flink. Jeder seiner beiden letzten Vorgänger hatte eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Althofen hatte die Schule neu aufgebaut, sein Nachfolger die Verstaatlichung durchgeführt und vollendet. Die Verstaatlichung fiel, wie schon gesagt, in eine Zeit stetig wachsenden Andrangs zur Höheren Schule, der bis heute nicht nachgelassen hat und für Montabaur auch nicht durch die Eröffnung anderer Schulen innerhalb des Einzugsgebietes unserer Anstalt abgefangen wurde.

Der Zug zum Gymnsium mag verschiedene Gründe haben. Sicherlich spricht sich in ihm zunächst die steigende Ge­burtenziffer aus. Zum zweiten liegt er ohne Zweifel auch im wachsenden Wohlstand und den staatlichen Maßnahmen, die den Besuch einer Höheren Schule erleichtern, begründet. Drittens scheint er ein gewisses Unbehagen anzudeuten, das die Eltern vor allem gegenüber den Volksschulen auf dem Lande empfinden konnten, wenn sie etwa den Lernstoff, der ihnen von einer solchen Dorfschule selbst einmal an- geboten worden war, mit den Anforderungen verglichen, die ihnen das Leben der Gegenwart stellt.

Schließlich werden wir einen Grund für den wachsenden Zug zum Gymnasium auch in einem gesteigerten Verlangen nach Bildung ganz allgemein suchen dürfen und finden können.

Hier ist, wohlgemerkt, nur von dem Zug zum Gymnasium die Rede, nicht etwa von der tatsächlichen Schülerzahl unserer Anstalt. Diese Zahl lag fest und bewegte sich in den Jahren 1950 - 1960 um 550. Unverändert blieb seit 1956 auch die Zahl der Klassen: in dem für die 9 Klassen eines Vollgymnasiums bestimmten Gebäude waren 2 Vollanstal­ten, ein Altsprachliches und ein Neusprachliches Gymna­sium, untergebracht. Das Ministerium hatte seine Zu­stimmung zum Ausbau des Gymnasiums nicht mehr ver­sagt, als es sich eindeutig erwiesen hatte, daß der Zu­strom zum Gymnasium nicht nur eine vorübergehende Erscheinung, sondern beständig ist.

Während der Verhandlungen wegen der Verstaatlichung des Gymnasiums stellten Kommissionen immer wieder fest, daß das Gebäude an der Kirchstraße viel zu eng war. Diesen Mangel abzustellen, gab es zwei Möglichkeiten: Erweiterung durch Aufstocken oder Neubau. Aus vielen Gründen entschied sich das Ministerium 1956 für einen Neubau, der beschleunigt begonnen wurde, als im Febr.

1956 in der Oberprima der Deckenputz auf die Bänke stürzte, während sich zum Glück die Schüler zur münd­lichen Reifeprüfung in einem anderen Raum aufhielten.

Am 24. 9. 1960 fand die Einweihung der neuen Schule im Beisein des Kultusministers statt. Eingeleitet und geplant hat hat den Bau Direktor Dr. Flink,, vollendet wurde er unter dem Direktoriat Dr. Josef Kellers, der Ostern 1958 die Nachfolge Dr. Flinks antrat. Dr. Keller kam aus dem benachbarten Ems zu uns und blieb bis

Oktober 1966, dann hatte er die Altersgrenze erreicht und schied aus dem Dienst.

Zum Abschluß sei gestattet, einen BUck in die Zukunft unseres Gymnasiums zu wagen. Prognosen zu stellen ist, wenn sie sich in bescheidenem Rahmen halten und auf statistisch erhärteten Erfahrungen stehen, verhältnismäßig leicht. Heute zählt das Gymnasium 922 Schüler in 25 Klassen, im Herbst 1968 werden 27 Klassen 1100 Schüler fassen. Dann ist das Gymnasium dreizügig und wird drei Vollanstalten unter einem Dach umfassen.

Eine Steigerung der Klassenzahl über diesen Bestand hinaus ist kaum zu erwarten; denn der inzwischen bereits geplante Erweiterungsbau ist nur für 27 Klassen gedacht.

Dafür wird die Klassenfrequenz, d. h.die Belegungsziffer für eine Klasse, im Durchschnitt der ganzen Schule, die heute bei 25 Klassen = 36,88 Schüler beträgt, weiter stark anwachsen und im Herbst 1968 bei 27 Klassen bereits auf 40,74 Schüler gestiegen sein.

Dann wird Montabaur also wirklich ein volles Humanistisches Gymnasium mit den wesentlich dazugehörenden drei Zügen: altsprachlichem, neusprachlichem und naturwissenschaft- lichemZweig haben, dessen Klassen freilich hoffnungslos überfüllt sein werden.

Dr. Karl Franke

Gemeinsame Schäden ..

bei Mann und Frau.

Fortsetzung aus Nummer 24/67 Neben den Krebsen der Atmungs- und Verdauungsorgane sind beiden Geschlechtern gemeinsam die Tabakschäden an den Blutgefäßen, insbesondere den Herzarterien.

In der Kreislaufwirkung bezeichnete Heubner das Tabakgift als das gefährlichste Gefäßgift unter den üblichen Genuß­mitteln. Der "Nikotin-Angiospasmus" ist eine krampfartige Zusammenziehung der kleinen Blutgefäße; diese läßt sich durch Kaffee-und Alkoholzufuhr nicht aufheben und zeigt sich in den verschiedensten Auswirkungen.

Durch diese Gefäßverschlüsse schädigt das Nikotin nicht nur die Herzmuskelfasern und das Reizleitungssystem des Her­zens, sondern besonders die Herzkranzschlagadern.

Der Pathaloge Büchner hat im Verlaufe des letzten Krieges zahlreiche Sektionen junger Soldaten durchgeführt, welche einen plötzlichen Herztod erlitten, den er mit Sicherheit auf den voraufgegangenen Genuß von 30 - 40 Zigaretten täglich zurückführen konnte. Er ist übrigens der Ansicht, daß man der Kohlenoxydschädigung bei Herz­kranzaderdrosselung und Kranzaderverkalkung eine sehr wichtige Stellung einräumen muß.

Fortsetzung folgt!

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