Ausgabe 
30.6.1967
 
Einzelbild herunterladen

gehen lassen. In diesem Zusammenhang ist jedoch auf das ab 1. Januar 1967 geltende Kumulationsverbot hinzuweisen, das für neue Verträge die gleichzeitige Ausnutzung der ver­schiedenen staatlichen Spariörderungsmaßnahmen ausschließt. Über weitere Einzelheiten erteilt die Volksbank Montabaur gerne weitere Auskunft.

Öffentliche Gewinnsparauslosung.

Die Volksbank Montabaur weist darauf hin, daß am Mittwoch, dem 5. Juli 1967, um 14. 30 Uhr in der Gaststätte "Zur Quel­le" in Hillscheid die nächste öffentliche Auslosung des Ge­winnsparvereins Unterwesterwald e. V. stattfindet.

Den Gewinnsparern, die bisher ihren Spar- und Auslosungs­beitrag noch nicht gezahlt haben, ist Gelegenheit gegeben, dies bis spätestens 30. Juni 1967 an den Schaltern der Volks­bank Montabaur und Wirges nachzuholen. Gleichzeitig kön­nen bis zu vorgenanntem Termin Interessenten ihren Beitritt erklären.

WICHTIGER HINWEIS

IN EIGENER SACHE

Sehr geehrter Leser,

am 1. 7. beginnt das neue Bezugsvierteljahr. Wir haben un­seren Austrägern bereits Bezugsgeld-Quittungen übersandt. Halten Sie daher bitte den Betrag von DM 2, -- bereit, wenn unser Austräger in den nächsten Tagen bei Ihnen vorspricht, um diesen Betrag auch bei Ihnen zu kassieren.

Sie haben damit das Mitteilungsblatt für weitere drei Monate bezahlt. Für Ihre Treue danken wir Ihnen bestens.

Mit freundlichen Grüßen PRIMO-VERLAG Hans Schmid

Redaktion und Verlag

Geschichte des Staatlichen Gymnasiums Montabaur 1930 - 1966 .

Fortsetzung aus Nr. 23 :

Was zwischen 1939 und 1945 geschah, erübrigt sich zu erzäh­len, weil das meiste fast wie eine Wiederholung der Darstel­lung erscheinen muß, die R. Holtz von den Ereignissen während des ersten Weltkrieges so anschaulich gegeben hat; denn für die Schule kam alles wieder, was sie bereits 1914-1923 hatte durchmachen müssen; Belegung durch durchziehende Truppen, Verminderung des Lehrerkollegiums und der Schülerzahl in­folge Einberufung zur Wehrmacht und Verluste, Unterbrechung des Unterrichts durch Einsatz in der Erntehilfe und bei anderen Notstandsarbeiten, bei Sammelaktionen u. a. Dann kamen ge­gen Ende des Krieges noch hinzu ; Luftschutzübungen und Flie­geralarme, Flakhelferdienst, Kriegseinsatz usw., so daß für die eigentliche Schularbeit nur noch sehr wenig Zeit übrig blieb, einen "geregelten Unterricht" gab es da nicht. Schließ­lich wurde die Schule im Februar 1945 endgültig geschlossen, äls nämlich die Front über Montabaur hinwegrollte. Der Krieg hat zwar Montabaur nicht direkt getrofffen, Bomben und Gra­naten haben Stadt und Gymnasium ja verschont, aber den­noch war der Zusammenbruch vollständig wie allgemein in Deutschland. Besonders gilt das für das Gymnasium. Als es

im Februar geschlossen wurde, war dieser Tag der Todes­tag der Gründung von 1868; denn was dann im Herbst ent­stand, war eine ganz neue Schule, die lediglich das alte Gebäude bezog und die nur noch eine gewisse Erinnerung an das alte Kaiser-Wilhelms-Gymnasium in dem ebenfalls veränderten Namen zeigte.

Überraschend schnell regten sich aber Kräfte, die zum Wie­deraufbau drängten. Bereits im Juli liefen in Montabaur die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Gymnasiums und die Wiederaufnahme des Unterrichts auf vollen Touren. Die Anregungen und den Anstoß gab nicht mehr die Stadt, jetzt war Landrat Roth die treibende Kraft, wenigstens hier in Montabaur. Freilich läßt sich aus den vorliegenden Akten der Anteil der an dem Wiederaufbau beteiligten Instanzen nicht gerecht verteilen; denn außer Landrath Roth haben die in Koblenz entstandene "Regierung" und der Leiter der Militärregierung an diesem Werk mitgearbeitet. Das eine steht fest ; Landrat Roth war es, der den damals noch "in der Verbannung" lebenden Studienrat Joh. Althofen nach Mon­tabaur zurückholte und ihm den Wideraufbau des Gymna­siums übertrug. 1945 war das allerdings eher eine Zumutung als ein ernstzunehmender Auftrag. Aber J. Althofen, der am 8. 7. 1945 gerade sein 60. Lebensjahr vollendet hatte, faßte doch den Ruf, der an ihn erging, als Berufung und als Auf­gabe auf. "Ich ersuche" , lautete der Text des lakonischen Schreibens, das er unter dem 20. 8. 45 vom Regeriungsprä- sidenten aus Koblenz erhielt, alle vorbereitenden Maß­nahmen zu treffen, daß der Unterricht in vollem Umfange am 1. 10.45 aufgenommen werden kann. Endgültige Verfü­gung über den Wiederbeginn der Schule ergeht zu gegebener Zeit. Sollten Bedenken oder örtliche Schwierigkeiten beste­hen, ist umgehend zu berichten" . Große Sorgen, ob es Räu­me, Lehrer und Schüler gab, ob also überhaupt die Voraus­setzungen für die Unterrichtsaufnahme gegeben waren, mach­te man sich in Koblenz jedenfalls nicht und überließ das den "nachgeordneten Stellen". Zum Glück lagen die Verhältnis­se im Vergleich zu anderen Städten Westdeutschlands in un­serer Heimatstadt doch sehr günstig. Schwierigkeiten gab es freilich genug, aber J. Althofen war trotz seines Alters nicht der Mann, vor ihnen zu kapitulieren, ganz im Gegenteil, er griff sie mutig an. Und er ist ihrer Herr geworden. Eines frei­lich stand für ihn fest : "Die Oberschule für Jungen" sollte für Montabaur wenigstens der Vergangenheit angehören.

Ihm schwebte offenbar die Form des alten "Humanistischen Gymnasiums" mit grundständigem Latein, mit Französisch (oder Englisch) als 2. und Griechisch als 3. Fremdsprache vor, mit Deutsch und Geschichte und mit den Naturwissen­schaften als Appendix. Das ist ihm auch gelungen. Und doch hat er, wie die allernächste Zeit zeigte, den Grundstock für eine Schule'gelegt, die ganz anders aussah und am Ende den Erfordernissen eines neuen Lebensstils eher entsprach als das Gymnasium Humboldtscher Prägung aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.

1945 wurde es deutlich, daß der Mensch Wege, die einmal die Geschichte ein geschlagen oder gewiesen hat, von sich aus eben nicht korrigieren oder einfach als überhaupt nicht vorhanden betrachten kann. Man konnte 1945 nicht ohne

Eine Volksbank erkennen Sie an diesem Zeichen

Ein Bankkonto

bietet je<^em viele Vorteile.

Auch ich habe ein Bankkonto.

MONTABAUR

VOLKSBANK