dichtesten besiedelte Gebiet in den Höhenlagen des rheinland-pfälzischen Westerwaldes.
Geschichtlich ist der Raum aufs engste mit seinem Mittelpunkt Montabaur verknüpft,, auf dessen hirstorische Entwicklung im folgenden noch ausführlich eingegangen wird. So ist die Bevölkerung zu Uber 80 °]o katholisch. Da örtliche Industrien nur von nebengeordneter Bedeutung sind, findet sie ihre Arbeitsplätze überwiegend im Verwaltungszentrum Montabaur und dem Kannenbäckerland. Bei verhältnismäßig guten Böden (durchschnittliche Bonität bei 45) findet man recht wenig Brachland, doch stützt sich die Landwirtschaft überwiegend auf nach dem Kriege errichtete Aussiedlerhöfe.
Verkehrsmäßig ist der Raum nicht nur durch ,gut ausgebaute Kreis- und Landesstraßen erschlossen. Bundesstraßen führen zum Rhein, der Lahn und dem Hohen Westerwald, ebenso eine sich hindurchschlängelnde Eisenbahnlinie mit ihren Abzweigungen. Mitten durch die Mulde verläuft die Autobahn Köln-Frankfurt von der Abfahrt Montabaur bis zum Dernbacher Dreieck.
Eine Fahrt über die Autobahn gewährt in beiden Richtungen einen guten Überblick Uber die Landschaft der Montabaurer Senke. Andere Aussichtspunkte sind neben dem Koppel Schloßberg und Himmelfeld bei Montabaur, das Hähnchen bei Niederelbert, deT Fussenacker bei Eschelbach und die Sportplätze oberhalb Wirges und Eigendorf.
VERKEHRSURTEILE
kurz aber wichtig
Fahruntüchtigkeit bei 1,3 Promille gilt auch für die Vergangenheit. Die Rechtsauffassung des BGH, daß Kraftfahrer schon bei.l, 3 Promille ausnahmslos unbedingt fahruntüchtig sind, gilt auch für Trunkenheitsfahrten, die der Täter vor Erlaß dieser Entscheidung des BGH gemacht hat.
(BGH, 4 StR 166/66)
Fußgänger auf Fahrbahn.
Fußgänger, die außerhalb geschlossener Ortschaft links nebeneinander auf einer nur 6 m breiten Fahrbahn gehen, müssen, sobald ein Fahrzeug - gleich aus welcher Richtung - herankommt, sich entweder hintereinander am äußersten linken Fahrbahnrand einordnen oder vorübergehend auf einen nicht zum Gehweg bestimmten Randstreifen zurück treten. (BGH 4 StR 458/66)
Straßenverkehrsübertretungen im Ausland. Verstöße deutscher Kraftfahrer gegen § 1 StVO sind auch dann strafbar, wenn sie im Ausland begangen werden.
(KG, Vorlegungsbeschluß 1 Ss 354/66).
Ampelverkehr.
Der bei Grün geradeaus in die Kreuzung einfahrende Kraftfahrer darf nicht darauf vertrauen, daß er gegen jeden Verkehr von der Seite abgeschirmt ist, wenn sich die Ampeln wegen einer Baustelle vom Schnittpunkt der Fahrbahn 30 - 45 m entfernt befinden.
(KG. 1 Ss 333/66)
Quietschende Reifen.
Fünfmaliges hintereinander folgendes Durchfahren einer , rechtwinkligen Kreuzung in der Weise, daß die Reifen laut quietschen, kann eine nach § 1 StVO strafbare seelische oder körperliche Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer oder Anwohner sein.
(OLG Hamm, 1 Ss 1605/66)
URSACHE ORGANISCHER LEIDEN
Bier-, Wein und starke alkoholische Ge - ’ tränke
Dr. med. Hans Puhlmann. Düsseldorf Facharzt für innere Krankheiten
Erkrankungen der Spreiseröhre
Nach langjährigem Genuß von hochprozentigen Getränken
kommt es zu einem Reizzustand der Speiseröhrenschleimhaut, der sich häufig dirch Schluckbeschwerden und morgendlichen Schleimerbrecher bemerkbar macht.
Auch wird die Spreiseröhre immer unempfindlicher gegenüber scharfen Getränken. So gilt als feststehende Tatsache, daß sich aus solchen Schleimhautreizzuständen der sehr gefährliche Spreiseröhrenkrebs entwickeln kann. Piquet und Tison teilen mit, daß der Speiseröhrenkrebs bei Menschen, die keinen Alkoholmißbrauch getrieben haben, sehr selten ist. Sie berichten über 110 von ihnen untersuchten Fälle von Speiseröhrenkrebs, 102, alos 95 °]o von diesen Kranken, waren starke Alkoholtrinker.
Chronischer Magenkatarrh und Magenkrebs Während der akute Magenkatarrh nach einmaligem größeren Alkoholgenuß im Laufe eines Tages wieder abklingt, kommt es beim gewohnheitsmäßigen Trinken besonders starken Getränke nach nicht allzu langer Zeit zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung insbesondere dann, wenn zusätzlich auch noch stark geraucht wird.
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Druckgefühl und morgendliches Erbrechen sind die Folge» Bei der Magensaftuntersuchung zeigt sich meist eine Verminderung der für die Verdauung so wichtigen Salzsäure. Wenn auch bisher nicht erwiesen ist, daß Magengeschwüre bei Trinkern häufiger auftreten als bei Nichttrinkern, so muß doch zumindest damit gerechnet werden, daß die Entstehung eines Geschwürs begünstigt und die Heilung verzögert oder verhindert wird.
Bei der ständigen Atzwirkung des Alkohols auf die Magenschleimhaut kann es bei dem bei Männern so häufigen Magenkrebs kaum zweifelhaft sein, daß hier wenigstens eine Teilursache liegt.
Entzündung und aktuter Zerfall der Bauchspeicheldrüse
Akute und chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sind bei regelmäßigem, stärkeren Genuß konzentrierter Alkohole häufig. Die Bauchspeicheldrüse reguliert u. a. den Auf- und Abbau des Zuckers im menschlichen Körper. Die Zuckerkrankheit tritt gehäuft bei chronischen Alkoholikern auf. Zuweilen erlebt man bei solchen nach einer besonders schweren Zecherei einen akuten Zerfall des Bauchspeicheldrüsengewebes, der meist in wenigen Stunden zum Tode fuhrt.
GESCHICHTE DES STAATLICHEN GYMNASIUMS MONTABAUR 1930-1966
Fortsetzung aus Nr. 22
Der näfchste Schlag traf das Bischöfliche Konvikt. Wie alle diese kirchlichen Einrichtungen pflegte auch unser Konvikt, seit 1868 vertraglich mit der Schule verbunden, sich der katholischen Jugendbünde anzunehmen, sie 2u unterstützen und ihren Geist zu pflegen. ND. Pfadfinder,
Quickborn usw. lebten sicher und wohlbehütet unter den Dächern solcher Einrichtungen. Seit aber die HJ als "Staatsjugend" galt, waren die anderen Jugendbünde verboten, wurden aber danach in solchen kirchlichen Institutionen unter den verschiedensten Decknamen, als Sportriegen oder Wandervereine getarnt, .hier und dort und auch in Montabaur weitergeführt und aus einsichtigen Gründen unterstützt, bis Anfang März 1939 eine überraschend angesetzte "Durchsuchung" des Konvikts durch die "Gestapo" verschiedene "Vergehen" aufdeckte. "Die Leitung des Konvikts" so äußerte sich dazu Kerber, " hatte es in unbegreiflicher Sorglosigkeit und in allzu ängstlicher Hütung des Beichtgeheimnisses an der unbedingt notwendigen Zucht und Beaufsichtigung der Heiminsassen fehlen lassen und die getarnte Fortführung verbotener politischer Organisationen geduldet. " In Wirklichkeit fand die Gestapo lediglich den Jugendbund ND (Neu-Deutschland), der in Kerbers Bericht als "politische Organisation" auftritt.
Der Gestapo war das Grund genug, das Konvikt sofort zu schließen» 21 Schüler mußten in diesem) Zusammenhang
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