Ausgabe 
2.6.1967
 
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wenige und die Wehr brauchte mehr dieser jungen Menschen.

Mit wenigen Worten gesagt, der Nachwuchs fehlte. So kam man damals auf den Gedanken, einen Spielmannszug zu gründen. Dem Gedanken folgte auch gleich die Tat. Nach mühevoller Kleinarbeit konnte am 26. Juni 1951 der Spiel­mannszug gegründet werden. Das Experiment glückte, denn viele junge Menschen fanden den Weg zum Spielmannszug und damit zur Feuerwehr. So vergingen die Jahre, Jahre harter Arbeit. Der Fleiß lohnte sich, denn der Zug nimmt heute im Vereinsleben der Stadt einen hervorragenden Platz ein und ist auch weit über den Westerwald hinaus ein gern gesehener Gast.

Vor einigen Jahren wurde durch die Initiatiye von Mathias Groß und Franz Tilch ein Freundschaftskreis für Feuerwehr- Spielmanns-Fanfaren. und Musikzüge ins Leben gerufen, der sich großer Beliebtheit erfreut. Alljährlich trifft man sich zu freundschaftlichem Spiel und Erfahrungsaustausch.

1958 wurde der Spielmannszug in einen Fanfahrenzug umge­wandelt und erlebte dadurch einen großen Auftrieb. Auch diese Umgestaltung war mit viel Arbeit und Unkosten ver­bunden. Aber es wurde geschafft. Heute spielt der Fanfaren­zug der Freiw. Feuerwehr Montabaur in der höchsten Klasse, in der Sonderklasse und errang auf größeren Wettstreiten und anderen Verantaltungen schöne Erfolge. Den heutigen Stand verdankt der Zug der guten Ausbildungsarbeit von Herrn Otto Bach, Herrn Heinrich Langenberg und dem Kameraden Helmut Groß, der gleichzeitig Stabführer ist.

Der Zug verfügt heute über mehr als 50 aktive Mitglieder.

Nun, hat die Jugend wirklich keine Ideale ? Ja, die Jugend hat Ideale, sie muß nur entsprechend angesprochen werden und man muß heute den Kameraden recht geben, die damals sagten:

"Begeistert die Jugend für die Musik - dann steht sie auch im Feuerwehrglied!"

Der Sinn der beiden Wahlsprüche:

"Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr " und

"Gut Spiel"

ist tief in den Herzen der Mitglieder des Fanfarenzuges, wie auch der Freiw. Feuerwehr verwurzelt.

Der Fanfarenzug der Freiw. Feuerweht möchte aber mit diesem Wettstreit noch mehr erreichen. Man will Freunde gewinnen, gute Freunde. Nicht nur in Deutschland, auch über die Genzen unseres Vaterlandes hinaus will man Brücken der Freund­schaft schlagen. Aus diesem Grunde hat der Fanfarenzug Montabaur den Musikzug "L'Echo" aus Tilburg in Holland für die Festtage als Gäste eingeladen. Dieser Zug kommt gerne nach Montabaur und möchte Freundschaft schließen.

Durch einen Gegenbesuch in Holland wird man die geknüpften Freundschaftsbande festigen.

Der Schirmherr Ministerpräsident Dr. h. c. Peter Altmeier hat folgendes Großwort an alle Gäste, Teilnehmer und den Fanfarenzug gerichtet:

"Zu dem großen Wettstreit für Tambour- und Fanfarenzüge, den der Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr der Stadt Monta­baur in den Tagen vom 10, - 12. Juni 1967 veranstaltet, grüße ich alle Teilnehmer und heißt besonders unsere holländischen Gäste recht herzlich willkommen!

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Montabaur hat vor Jahren mit der Aufstellung eines Spielmannszuges, aus dem der heutige Fanfarenzug hervorgegangen ist, eine begrüßens­werte Initiative ergriffen. Sie hat damit insbesondere die Jugend zur Einordnung in eine idealgesinnte Gemeinschaft aufgerufen, in eine Gemeinschaft, die sich im Spiel zu- ^ammenfinden und die zusammenwächst und erstarkt zu einer Mannschaft, die dem Schutz des Nächsten in Brand und Gefahr verpflichtet ist. Daß diese Initiative zu schönem Er­folg führte, wird der festliche Wettstreit, der nunmehr die langjährige Aufbauarbeit krönt, eindrucksvoll bezeugen.

Mögen diese Tagen dazu beitragen, den idealen Zielen der Wehren und ihrer Spielmannszüge neue Freunde, neue be­geisterte Anhänger zu gewinnen. "

gez, Aitmeier , Ministerpräsident von Rhein­land Pfalz

Auch Herr Bürgermeister Mangels der Stadt Montabaur grüßt mit folgendem Grußwort alle Gäste:

"Tambour- und Fanfarenzüge sind ein Stück Erinnerung an längst verangene Zeiten Wie heißt es doch in dem alten Landknechtslied:

"Neben seinen müden Schecken ruht auf einer wollnen Decken

der Trompeter ganz allein; laßt die Knöchel, laßt die Karten,

kaiserliche Feldstandarten soll ein Reiterlied erfreun."

Die Begeisterung an den rhythmischen Marschkompositonen, die vorwiegend im Mittelalter entstanden sind, blieb bis in unsere Tage erhalten. In ihren bunten Gewändern, mit Fanfaren, Hörnern, Pauken und Landknechtstrommeln fehlen die Musikanten in keinem Umzug oder bei volks­tümlichen Festen. Es kommt wohl auch nicht von unge­fähr, daß einem bei derlei historischer musica" manch­mal ganz eigentümlich zumute wird, wenn bei dem dröhnenden Spiel die Bilder der Vergangenheit vor Aug und Ohr lebendig werden.

Es werden zwar keine Reiterlieder sein , die wie weiland 1716 die kaiserlichen Feldstandarten des Prinzen Eugen - erfreuten; doch dürft en die bisher etwa 39 gemeldeten Tambour- und Fanfarenzüge dem Wettstreitspielen in Montabaur eine gewaltige musikalische Kulisse verschaffen. Und auf dieses Ereignis freuen sich außer unserer Feuer­wehr als gastgebender Verein, die Bevölkerung der Stadt neben den zahlreichen Besuchern von nah und fern.

Die Freiw. Feuerwehr Montabaur ist getreu ihrem Wahl­spruch eine Notgemeinschaft zur Abwendung der gemeinen Brandgefahr. Daß in ihren Reihen auch mit viel Beigeiste-- rung musiziert wird, gibt dieser allgemein nützlichen Ver­einigung einen großen Zusammenhalt.

Darüber hinaus trägt der Tambour- und Fanfarenzug in schöner Weise dazu bei, das kulturelle Leben unserer Stadt mitzugestalten.

Indem ich als Bürgermeister alle Besucher des Wettstreites, und vor allem die auswärtigen Spielgruppen herzlich will­kommen heiße,, verbinde ich damit meinen und der Be­völkerung Dank an die Veranstalter. Dem Musikfest wünsche ich ein gutes Gelingen.

gez. Mangels Bürgermeister

Der Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Montabaur grüßt alle Gäste aus nah und fern und dankt allen Freunden und Gönnern für die große Unterstützung, damit dieser Wett­streit stattfinden kann.

Gleichzeitig bittet der Fanfarenzug alle Bürger von Monta­baur ihre Häuser zu schmücken. Die Bewohner der Kirch- und Bahnhofstraße werden herzlich gebeten, die Wimpel­ketten aufzuhängen. Die Stadt soll im festlichsten Ge­wand erscheinen.

Ganz besonders dankt der Fanfarenzug Herrn Konrektor Heinrich Fries für die Erstellung der wertvollen Stadt­chronik, die im Festbuch nachzulesen ist. Sie stellt einen guten Lehrstoff für unsere Kinder dar und bereitet auch jedem Erwachsenen viel Freude.

Und hier das Festprogramm:

Samstag, den 10. Juni 1967

15. 00 Uhr Empfang der holländ. Gäste im Rittersaal des Schlosses

19. 45 Uhr Marsch durch die Straßen der Stadt zum großen

Festzelt auf der Eichwiese.

20. 00 Uhr Kommers

unter Mitwirkung des Musikzuges L F^ho aus Tilburg in Holland und unserer Stadtvereine Tanz

Sonntag, den 11. Juni 1967

7. 45 Uhr Führerbesprechung im Gasthof "Zur ;Sommerwiese",

Inh. Walter Faber, Limburger Straße

8. 30 Uhr Beginn des Bühnenspiels im Festzelt

15. 00 Uhr Festzug mit Straßenwertung, anschließend bis zur Pieiaveüeilung Tanz und Unterhaltung

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