Ausgabe 
2.6.1967
 
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19. 00 Uhr Preisverteilung

20. 00 Uhr. Tanz Montag, den 12. Jfljni 1967

10.00 Uhr Frühschoppen mit Unterhaltung

unter Mitwirkung des holländ. Musikzuges " L Echo

20. 00 Uhr Tanz und Ausklang

Auf dem Festplatz (Eichwiese) ist für die Unterhaltung der Kinder bestens gesorgt. Auch zur Unterhaltung der Erwachsen­nen sind einige Schausteller da.

Turn- und Sportverein 1846-1912 e.V. Montabaur

"Mai - Wanderung der Turnabteilung des Turn- und Sportvereins 1846 - 1912 e.V. Montabaur"

Über 50 Mitglieder der Turnabteilung des TuS führten ihre Mai-Wanderung durch. Bei strahlendem Sonnenschein ging es durch die Wälder und Wiesen des Gelbachtales bis zur Dorotheenbrücke und von dort das Eisenbachtal hinauf. Unterwegs wurden Wettkämpfe anderer Art als sonst gewohnt bestritten; Bei Sackhüpfen, Eierlaufen und ähnlichen Scherzen kamen Mitwirkende und Zuschauer auf ihre Kosten. Von der Studentenmühle aus wurde ein Ziellauf auf den Bornkasten zum Höhepunkt der Wanderung.

Als Preise winkten zwar keine echten Olympiapässe, doch konnte jeder Sieger einen Ehrenpreis entgegen nehmen.

Die Turner verlebten abseits der Straßen und des Lärms einen frohen und unbeschwerten Wandertag.

Der Turnabteilung dürfte es wieder einmal gelungen sein, die herzliche Verbundenheit sportausübender junger Menschen besonders zu fördern"

Ein Honorar nimmt die Turnabteilung gern an und bittet um Überweisung auf das Konto des TuS Montabaur Nr.

1092 bei der KSK Montabaur,

Das VB--Gewinnsparen

In letzter Zeit haben auch Sie wiederholt die ganzseitigen Anzeigen über das Gewinnsparen der Volksbank Montabaur gelesen. Was hat es eigentlich mit dieser an und für sich noch relativ jungen Form des Sparens auf sich? Was heißt das eigentlich: Gewinnsparen?

Anfang der 50-iger Jahre, kurz nach der Währungsreform, als die deutsche Mark noch mehr als knapp war, mußten sich die Kreditinstitute schon einiges'einfallen lassen, um den begreiflicherweise stark verkümmerten Sparwillen der Bevölkerung wieder zu aktivieren. Die Volksbanken er­fanden das Gewinnsparen.

Der Gedankte ist ebenso einfach wie einleuchtend. Daher wohl auch die nunmehr schon über eineinhalb Jahrzehnt nicht nyr anhaltende, sondern steigende Beliebtheit dieser etwa unorthodoxen Sparform, die den Spar- und Spieltrieb gleichermaßen anspricht.

Die Gewinnsparer der Spargemeinschaft Montabaur sparen jede Woche 1, DM auf ihrem, Gewinnsparkonto und zahlen darüber hinaus -, 20 DM in den Auslosungsfonds. (Der Ein­fachheithalber werden diese Summen in einem vierteljähr­lichen Betrag von DM 15,60 eingezahlt). Dafür nehmen die Gewinnsparteilnehmer vierteljährlich mit ihren Loskarten - jeder kann beliebig viele Karten erwerben und damit seine Chancen vergrößern - an einer öffentlichen und unter Auf­sicht eines Notars stattfindenden Auslosung teil. Durch­schnittlich jeder 6, Gewinnsparteilnehmer - anläßlich der letzten Weihnachtsauslosung jeder 3. Gewinnsparer - hat Aussicht auf einen Gewinnbetrag von DM 5, -- bis DM 500, Insgesamt wurden von der Gewinnspargemeinschaft der Volksbank Montabaur bis heute 3. 500 Gewinne mit einem Gesamtbetrag von DM 40, 000, -- ausgelost.

Ursprünglich, wie eingangs erwähnt, nur als Notbehelf ge­dacht, um die durch die Währungsreform praktisch zum Er­liegen gekommene Spartätigkeit wieder zu beleben, hat sich das Gewinnsparen so zu einer dauerhaften Sparform ent­

wickelt. Seine Erfolge beruhen vor allem auf der breiten Streuung der Gewinne. Allein die Teilnehmerzahl der Volksbank Montabaur hat sich im letzten Vierteljahr um über 30°fo erhöht,

GESCHICHTE DES STAATLICHEN GYMNASIUMS MONTABAUR 1930-1966

Dr, Karl Franzke Fortsetzung aus Nummer 21

Dazu ist es damals nicht gekommen, aber diese Art von An­griffen aus dem Hinterhalt, meist anonym gestartet, wieder­holten sich mit ständig wechselndem Anlaß bis 1937. Ein­mal war es ein musikalisch wie sprachlich völlig minder­wertiges Marschlied, das Holtz auf einer Wanderung zu singen untersagte, ein andermal der Vorwurf, er habe die Über­tragung einer Führerrede verhindert oder versäumt, sie unterrichtlich auswerten zu lassen usw. Wenn gelegentlich der Name des Denunzianten in den Akten auftaucht, dann handelt es sich immer um Verärgerte, die entweder selbst oder deren Söhne in ihrer schulischen Laufbahn auf dem Kaiser Wilhelms-Gymnasium unter dem Direktoriat R, Holtz ge­scheitert waren.

In der Geschichte eines Gymnasiums ist der Wechsel in seiner Leitung immer ein Markstein auf dem Wege seiner Entwicklung; die Pensionierung von R. Holtz hatte zudem noch schwerwiegende Veränderungen im Gefolge, die das Ge­sicht der Anstalt völlig verwandelten, und noch über die Mauern der Schule hinausgingen. Bald nach der Pensionierung des Direktors wurden die Studienräte Gräf und Althofen und Assessor v. d. Heid an andere Schulen versetzt, an ihre Stelle traten die Studienräte Lammert, Dr. Sommer, Loewer und Schliffer. Außerdem wurde 1938 eine Lehrerin für den Turnunterricht der Mädchen verpflichtet. Begründ dt hat der neue Direktor diese Veränderungen in der personellen Besetzung mit der Umgestaltung des Altsprachlichen Gymnasiums in eine "Oberschule für Jungen", der sich Holtz seit 1935 mit Erfolg wiedersetzt hatte. Diese Umwand­lung, im ganzen Reichsgebiet als tödlicher Angriff gegen das Altsprachlich-humanistische Gymnasium geplant und durch­geführt, ist das Ende der 1868 als Progymnasium gegründeten, 1871 von dem ersten deutschen Kaiser zur Vollanstalt er­klärten und "Kaiser-Wilhelm-Gymnasium" benannten Schule in Montabaur gewesen. Jetzt beginnt eim neuer Abschnitt in der Geschichte des Schulwesens der Stadt Montabaur, in der die Jahre 1938-1945 nur als Übergangs­stadium, freilich mit eigenem und nicht geringem Ge­wicht , zu werten sind.

Es war ja nicht die personelle Veränderung allein, in der sich und damit der neue Geist die "neue Zeit" ankündigte und manifestierte, man kann ihn in vielen Einzelheiten, auch des schulischen Alltags erkennen und beobachten. Als Direktor Kerber seine neue "Stelle antrat, beklagte er sich,, daß "unter den Bildern der gesamten Anstalt nur 2 Führerbilder zu finden waren. In den Klassenräumen, im Direktorzimmer und auf den Fluren war nichts zu sehen, was auch nur entfernt an nationalsozialis­tischen Wandschmuck erinnert hätte. " "In der Lehrer- und Schülerbücherei war im ganzen ein Band von Hitlers "Mein Kampf" als einziger Vertreter nationalsozialistischen Schrift­tums zu finden". Dafür ergab eine Durchsicht der Klassen­büchereien, "daß eine Säuberung seit der Machtergreifung überhaupt noch nicht stattgefünden hatte; Werke von Heine, Wassermann, M. Alsberg u, a., die bisher zur Ausleihe bereitstanden, wurden beseitigt. " Zum Glück hat diese "Säuberungsaktion" die Lehrerbücherei offenbar nicht erfaßt. Fortsetzungfolgt]

KLEINANZEIGEN BRINGEN

GROSSEN ERFOLG !

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