Ausgabe 
12.5.1967
 
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welches ich mit allen Collegen des Landes teile. Speziellere technische Erörterungen über den Fall gehören in ein medi­zinisches Journal, in welchem etwaige dissentierende Ansich­ten vielleicht noch ihre Klärung finden könnten. Auf weitere Besprechungen im Amtsblatt werde ich mich nicht mehr ein­lassen.

Montabaur, den 18. Juni 1867 Dr. Thewalt

Die von dem Herr Assistenten Dr. Thewalt dahier in Nr. 49 des hiesigen Amtsblattes abgegebene Erklärung entkräftet meine früher gemachten Aussagen durchaus nicht, weil ich die Deleurye» sehe Methode der Operation empfahl, welche auch ausgeführt wurde, und nicht 'nach Baudelöques Verfah- renjoperiert wurde, wie Herr Assistent Dr. Thewalt wollte- außerdem habe ich in dem 1. , 2. und 3. Akte der Operation sowohl mit bewaffneter Hand, als durch Handgriffe mitge­wirkt, und nach beendigter Operation usw. die innerlich zu reichenden Mittel vorgeschrieben, sowie namentlich die An­wendung der Methode von Dr. Metz in Aachen verordnet.

Ist das bloße Assistenz ?

Der Herr Assistent Dr. Thewalt dahier kann es unmöglich wün­schen, daß ich durch Zeugen beweise, auf wessen Veranlas­sung, von wo und durch wen, die von Nikolaus Bach Unter­zeichneten Inserate sich in das hiersige Amtsblatt verirrt (!!!) haben.

Montabaur, den 20. Juni 1867 Dr. Weyher, Medizinalrat

Zivilstands register

DER STADT MONTABAUR - MAI 186 7 Geborene:

6. Mai Wilhelm, Sohn von Johann Hartenfels, Weber 11. Anna, Tochter von Mathias Haag, Uhrmacher

16. Peter, Sohn von Wilhelm Mies, Tagelöhper

17. Franz, Sohn von Franz Giesen, Färber

24. Caspar, Sohn von Peter Molsberger,Fuhrmann

25. Joseph, Sohn von Martin Parbel, Schuhmacher

25. Helena, Tochter von Wilhelm Hisgen, Dreher

Gestorbene:

1. Mai Johann Hannappel, Landmann, 74 Jahre alt

2. Anna Josepha.Kind d. G. Klemmer, 1 Jahr alt

3. Maria Anna, Ehefrau v. Franz Simon Hisgen, 50 Jahre

3. Johann Josef Kochern, Schlosser, 63 Jahre alt

11. Adam Müller, Zimmermann, 67 Jahre alt

11. Wilhelm, Kind d. Wilhelm Didier, 4 Jahre alt

14. Georg Kunst, Ta-gelöhner,, 56 Jahre alt

18. Katharina, Ehefrau d. Christoph Meurer.47 Jahre alt

19. Norbert Kolley, Butterhändler, 73 Jahre alt

19. Katharina, Kind d. Schäfers Nied, 7 Jahre alt

21. Margaretha, Ehefrau d. G. Loreth, 63 Jahre alt

24. Betta, Ehefrau v. G. Kahn, 64 Jahre alt

29. Maria, Kind d. Johann Diel, 1 Jahr alt

Elisabetha Hassenteufel, ledig, 59 Jahre alt

Vermählte :

26. Mai Johann Offheim und Anna Dorothea März

28. Carl DAvis von Oberwesel und Maria Anna Kindel

von Montabaur ^

Beruhigungs -Tabletten und ihre Gefahren

Was jeder, um sich vor Schaden zu schützen, von Tabletten und Pillen wissen sollte. Wegen der täglichen Nervenanspannung und des Lärms der straßennahen Wohnungen, haben sich viele Menschen daran gewöhnt, Beruhigungs- oder Schlaftabletten geregelt einzu- nehmen. Auch Autofahrer nehmen sie, obwohl gerade sie bei dem geringsten Gebrauch von Alkohol in der Zeit der Wirk­samkeit der Tabletten in die Gefahr kommen, berauscht zu

werden und die Fahrtüchtigkeit zu verlieren. Die meisten Beruhigungs- und Schlafmittel enthalten narkotisch wirkende Barbiturate. Nach dem Einnehmen einer einzigen dieser Tab­letten, wirkt innerhalb von 24 Stunden jeder Tropfen Alkohol berauschend. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin, Prof. Dr. Wagner aus Mainz, befürchtet, daß an vielen Unfällen mit ungeklärter Ursache, bei denen Fahrer nach dem Genuß von wenig Alkohol versagten, die langandauernde Wirkung von Medikamenten schuld ist. In Zukunft wird es nicht mehr als Strafmilderungsgrund gelten, wenn Kraftfahrer nach dem Einnehmen barbiturathaltiger ' Tabletten und den Gebrauch selbst geringfügiger Mengen Alko­hol Unfälle verursachen.

Der Hamburger Pharmakologe Prof. Dr. Klaus Soehring vom Universitätskrankenhaus Eppendorf macht vor allem die Bar­biturate alten Stils für die verstärkte Rauschwirkung verant­wortlich. Sie werden bis zu 28 Tagen nach der Einnahme eines Präparates im Körper nachgewiesen. Es gibt über hun­dert Schlaf-, Beruhigungs- und Hustenmittel, in denen diese Langzeit-Barbiturate noch enthalten sind.

Forsythien sich wiegen

Goldglöckchen sich wiegen und läuten zum Fest. Die Weiden tanzen im Wind.

Viele Immen summen im Silbergeäst um Blüten, zart, wunderlind.

Alle Amseln balzen vor Lebenslust.

Lustig Meisen streifen im Raum-.

Es sprengt ihnen Jauchzen und Jubel die Brust.

Sie tollen im Schwall und im Schaum.

Mein Herz singt mit in dem fröhlichen Lied,

- ein Windhauch, schwebend und leicht, - das durch die Fluren, die Bläue hinzieht und selig zum Himmel hin steigt.

Walter Kalb

"Tag der Krankenpflege in aller Welt" und Krankenpflegeausbildung

In den meisten Ländern ' wird km' 12. 5. der "Tag der Kranken­pflege" begangen, weil sich an diesem Datum ( 1820) der Geburtstag Florence Nightingales jährt.

Sie schuf im 19. Jahrhundert aus der Krankenpflege einen mo­dernen Frauenberuf. Bis dahin war die Pflege ein Privileg der geistlichen Schwesternschaften, oder sie wurde von unge­lernten Wärterinnen ausgeübt. Nachdem Florence Nightingale im Krimkrieg zum ersten Male weltliche Pflegerinnen mit großem Erfolg einsetzte, gründete sie in London die erste nicht konfessionelle, freie Krankenpflegeschule, die eine umfassen­de Ausbildung vermittelte und zum Beispiel wurde für neue Schulen auf dem europäischen Kontinent. Vor ca. 100 Jahren schrieb sie Anmerkungen zur Krankenpflege , die heute noch ihre gleiche Bedeutung haben. Wenn die Krankenschwestern in aller Welt nun am 12. 5. den "Tag der Krankenpflege feiern, möchten sie einmal das große Vorbild einer modernen Frau ehren, zum anderen aber auch die Öffentlichkeit auf diesen attraktiven, krisenfesten Beruf aufmerksam machen. Geregelte Ausbildung zu diesem verantwortungsvollen Beruf verlangen heute alle Länder und sie wird in vielen Schulen durchgeführt. Nur eine, in anderen Ländern selbstverständli­che Forderung wird in Deutschland noch in wenigen Schulen erfüllt; Daß die Krankenpflegeschülerin wirklich Lernende und nicht Arbeitskraft ist, d. h. im Stellenplan nicht mitge­zählt wird. Eine derartige, sehr moderne Schule hat am 28.

10. 1966 ihre Tore für 150 junge Mädchen geöffnet, die alle in modernen Einzelzimmern wohnen. Das ist das Ausbildungs-

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