kehr. Neue Vorfahrtsregelung auf Hauptstraße durch Vorfahrtsschilder wird von Einheimischen noch nicht immer beachtet. Auf Bergstrecken hat das bergauf fahrende Fahrzeug Vorfahrt. Pannenschild bei Halt auf freier Strecke verwenden. Promillegrenze bei 1,0.
Spanien
Vorfahrt rechts vor links immer gültig. Vor Kurven und Kreuzungen muß gehupt werden, nachts Lichthupe verwenden. Überholen durch Signal anzeigen. Strecke 100 km/st. Besondere Vorsicht im Straßenverkehr ratsam, schlechte Ver- kehrsdisziplin der Einheimischen, vor allem auf dem Land. Tschechoslowakei
In Ortschaften höchstens 50 km/st erlaubt. Straßenbahn hat immer Vorrang. Strenges Alkoholverbot am Steuer. Motorradfahrer dürfen unterwegs nicht rauchen.
Türkei
In Orten und Städten Begrenzung auf 50 km/st. Auf freier Strecke tagsüber 90, nachts nur 70 km/st. erlaubt. "Rechts vorn links" - Vorfahrt, auch im Kreisverkehr. Hupverbot in Ortschaften zwischen 22 Uhr und Sonnenaufgang. Nachtfahrten aus Sicherheitsgründen vermeiden.
Ungarn
In Ortschaften höchstens 60 km/st zulässig. An Verkehrsampeln sperrt Rotlicht nur Geradeausfahrt und Linksabbiegen. Einbiegen nach rechts gestattet, sofern übriger Verkehr nicht behindert wird. In Einbahnstraßen Parken und Halten nur auf rechter Straßenseite erlaubt.
Staatliches Aufbaugymnasium
Art} 8.7.1966 führte das Aufbaugymnasium Montabaur die Bundesjugendspiele durch. Es nahmen 116 Jungen und 104 Mädchen teil (220). Davon errangen 21 Jungen und 10 Mädchen eine Ehrenurkunde und 46 Jungen und 40 Mädchen eine kleine Urkunde. Die zwei Spitzenleistungen lagen bei Karin Pripsnitz mit 85 Punkten und Peter Paffhausen mit 83,5 Punkten'. In der 10/50 m Pendelstaffel besiegte U III Mädchen die 0 III Mädchen. In der 4/75 m Staffel siegte U II Mädchen in 42 Sek. vor O II und U I.
Auch die Jungen der U II liefen eine Staffel aber zeitgleich. Die besten Leistungen der Jungen waren 3 Sprünge ä 6 m (Pfaffhausen, Gerlach und G. Theuer). Karin Priesnitz erreichte im Weitsprung 5,25 m. Im 75 m Lauf siegte Karin Priesnitz mit 9/7 vor Renate Thiel mit 9/8. Ausgezeichnet war der 100 m Lauf von Peter Paffhausen in 11/6.
AUS DEM KOMMUNALEN LEBEN
Die Entwicklung des Volksschulwesens in der Stadt Montabaur
Als Fortsetzungsfolge beginnen wir heute einen Bericht des Akademiedirektors a. D. Jakob Klemann über die Entwicklung des Volksschulwesens in der Stadt Montabaur. Diese interessante schulgeschichtliche Abhandlung wird sicher die Aufmerksamkeit vieler Leser des Amtsblattes finden, da gerade die Schulfragen und hier insbesondere alle mit der Volksschule zusammenhängenden Probleme heute in der Öffentlichkeit große Beachtung finden. "
Bei dem Studium der Geschichte unserer Volksschule erinnerte ich mich immer wieder an einen Satz des Philosophen Lichtenberg, der dem Bändchen "Weltgeschichte" der Heder- Bücherei als Motto vorangesetzt ist: "Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird; aber das ist gewiß, daß es anders werden muß, wenn es besser werden soll. " Bei uns ist es im Laufe der Jahrhunderte unter viel Mühen und Kämpfen mit dem Schulwesen innerlich und äußerlich von Grund auf anders und dabei stetig besser geworden. Es ist urkundlich nicht nachzuweisen, wann die erste Schule in Montabaur eingerichtet worden ist. Joseph Kehrein, der verdienstvolle erste Direktor unseres ehemaligen Lehrerseminars hat in seinem "Abriß der Geschichte der Burg und Stadt Montabaur" festgestellt, daß hier zu Beginn des 15. Jahr
hunderts eine Lateinschule bestanden hat. Eine "Schulordnung vom Ende des 15. Jahrhunderts gibt Auskunft über die damaligen Schulverhältnisse: über die Klasseneinteilung und Stundenverteilung, über die Anstellung der Lehrpersonenui.' ihre Entlohnung. Danach hatte die unterste Klasse der Lateinschule die Aufgabe, neben Religion "zum ersten recht lesen und schreiben" zu lehren. Aus dieser Klasse ist im 16. Jahrhundert eine "deutsche Schreibschule" als selbständige Elementarschule geworden. Sie hatte als Schulhaus ein altes, kleines Gebäude auf dem Friedhof, der damls seitlich und hinter der Pfarrkirche gelegen war. In ihm war nur ein Schulzimmer, Knaben und Mädchen wurden gemeinsam unterrichtet.
Barbara Hisgen, von 1778 bis 1827 dahier Lehrerin, klagt in der von ihr verfaßten "Chronik der Mädchenschule", daß es damals um die Erziehung der Kinder sehr traurig bestellt und Unterricht und Schulgebäude in einem elenden Zustand waren. Das Schulzimmer war für die Menge der Kinder zu klein, Zucht und Ordnung waren haarsträubend. Der Lehrer, der keine fachliche Vorbildung hatte, wurde von dem Magistrat immer nur auf ein Jahr gedingt. Seine Entlohnung war so kärglich, daß er noch ein anderes Gewerbe betreiben mußte, um sein Leben fristen zu können. Jede Vernachlässigung der Schule war für ihn ein Gewinn für sein zweites Gewerbe. Darum ist nicht verwunderlich, daß manche Lehrer oft wochenlang die Schule geschlossen hielten. Den Eltern war nichts daran gelegen, daß ihre Kinder klüger wurden, als sie selber waren.
Während des dreißigjährigen Krieges waren auch in unserer Stadt Erziehung und Unterricht ganz in Unordnung gekommen und die Latein- und die Elementarschule wahrscheinlich eingegangen. Ihre Neugründung ist das Verdienst einsichtsvoller Pfarrer. Ihren unermüdlichen Bemühungen ist auch gelungen, die Schularbeit wesentlich zu verbessern. Die Bewerber um die Lehrerstelle wurden von dem Pfarrer geprüft. Der am besten Gebildete wurde nicht mehr auf ein Jahr gedingt, sondern als ständiger Lehrer eingesetzt und so entlohnt, daß er ausschließlich für den Unterricht verpflichtet und ihm jedes weitere Gewerbe untersagt werden konnte. Auch wurde 1687 für die Knaben und Mädchen je eine besondere Schule eingerichtet.
Die Knabenschule blieb in dem alten Häuschen auf dem Friedhof. Als dieses bedrohend baufällig geworden war, wurde 1702 neben ihm ein neues Schulhaus gebaut. In der Chronik der Joseph Kehrein Schule ist über dieses so berichtet;
"Das Schulhaus steht auf dem Kirchhof, nahe der Kirche, in einer schönen Lage, in der man auch eine schöne Aussicht hat. Das Schulzimmer liegt unten.Es ist sehr
ungesund. Besonders im Winter läuft das Wasser von allen Seiten an den Wänden herab. Es befinden sich in ihm 12 Bänke. Sie sind zum Sitzen sehr unbequem und zum Schreiben fast untauglich. " Also eine Armenschule in jeglicher Hinsicht! Es ist unverständlich und scheint unglaublich, daß die Knabenschule nahezu 140 Jahre - von 1702 bis 1838 - in diesem feuchten Loch verbleiben und der Lehrer in diesem armseligen Haus vegetieren mußte.
Die Mädchenschule war zunächst in einem der beiden Wehrtürme nahe der Kirche untergebracht. Man denke sich einen Schulraum in dem viel größeren Wolfsturm, und man wird erkennen, daß die Zustände in der Mädchenschule noch schlimmer als in der Knabenschule waren. Darum wurde ihr aber auch viel früher geholfen. Es war wiederum ein Pfarrer, und zwar Bartholomäus Trebus, ein ebenso frommer wie gelehrter Mann und seeleneifriger Priester, der in seiner langen Amtszeit von 1698 bis 1734 unablässig gegen die unwürdigen und verderblichen schulischen Verhältnisse seines Pfarrortes ankämpfen und fast sein gesamtes beträchtliches Vermögen zur Aufbesserung des Schulwesens dahingegeben hat. Er überwies 1736 der Mädchenschule das ihm gehörige Delatour-Haus, das heutige Hannappelsche Haus. Zu diesem wurde 1755 das zwischen diesem und dem heutigen Heimatmuseum gelegene Nebenhaus - heute Anstreichermeister Schmitt, bzw. Kunsthandlung Schlemmer - aus Mittel
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