Ausgabe 
7.1.1966
 
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für ihn eine Lebensaufgabe, in der er Befriedigung und Erfüllung ge­funden habe. Auch im Ruhestand werde er die Erfüllung in der Ar­beit finden.

Das hl .Geist Hospital zu Montabaur

F ortsetzung

Die Schwestern durften nur mit Einwilligung des Bürgermeisters oder der Hospitalskommission oder des Gemeinderates Ausgaben für Rech­nung des Hospitals veranlassen. Für beide Parteien sah der Vertrag eine vierteljährliche Kündigungsfrist vor. Dieser Vertrag fand nur eine knappe Mehrheit im Gemeinderat, da einige Mitglieder die Forderungen der Genossenschaft zu hoch hielten.

Der Hospitalfonds hatte fortan jährlich an die beiden Schwestern ne­ben freier Wohnung, Licht und Brand 72 Gulden Kleidergeld und 219 Gulden (bei 365 Tagen) für Kost, zusammen 291 Gulden zu zah­len. Ab 1. Juli 1870 gewährte der Gemeinderat für den Tag und die Schwester eine Zulage von 1 Silbergroschen, so stellte sich der Jahres­betrag für Kost auf 149 Taler, 3 Silbergroschen, 2 Pfennige( 1 Taler = 30 Silbergroschen = 1 Gulden 45 Kreuzer; 1 Gulden = 17 Silbergroschen; 1 Silbergroschen = 12 Pfennige), das Kleidergeld auf 41 Taler 4 Silbergroschen 3 Pfennige, der jährliche Gesamtbetrag auf 190 Taler 7 Silbergroschen 5 Pfennige. Vom Jahre 1876 wurden die Rechnungen des Hospitals auf Mark und Pfennig umgestellt. Die zwei Schwestern erhielten für Kost pro Tag 1, 23 M, jährlich (365 Tage) 448, 95 M und für Kleidung 123,43 M, zusammen 572,38 Kl.

Diesen Betrag zahlte der Fonds bis zur Inflation 1923. Der Vertrag von 1865 wurde durch den Bürgermeister llinterwälder am 6. März 1942 gekündigt.

Die llospitaliten erhielten seit dem Jahre 1859 jährlich 60 Gulden zur Bestreitung ihrer Kost - zeitweise erhielten sie auf Antrag zur Kirmes und Weihnachten einen Zuschuss von je 1/2 Gulden. Ab 1876 stellte sich die Pfründe neben freier Wohnung auf 8, 60 Kl monatlich = 103,20 jährlich. Auf dieser ^öhe blieb sie bis zum Jahre 1923.

Die Finanzwirtschaft des Hospitals zwischen den Jahren 1860-95 ließ viel zu wünschen übrig.

Die Kosten für das Armenhaus 1862/63 stellten sich auf 7000 Gulden und mußten aus dem Hospitals vermögen genommen werden. Aber dabei bleib es nicht. Auch andere Ausgaben wurden nicht von laufen- , den Einnahmen bestritten und so erlitt der Kapitalstcck empfindliche Verluste.

Nachstehend ein paar Zahlen zum Vergleich;

1860 Kapitalstock 25641 Gulden 29 Kreuzer, es fehlen 336 Gulden

37 Kreuzer

1866 Kapitalstock 19657 26 " es fehlen 9654 Gulden

27 Kreuzer

1876 Kapitalstock 34554,21K1, es fehlen 15256,46 Kl.

in ihren Revisionsberichteu drängte die Regierung immer wieder auf die Herbeischaffung der-fehlenden Gelder. Es dauerte bis ins Jahr 1894/95, bis dem Kapitalstock diese wieder zugewachsen waren.

Die weiteren Verpflichtungen von Schwestern der Armen Dienstmägde Jesu Ghristi nach Montabaur haben mit dem Hospital nichts zu tun, sollen aber hier Erwähnung finden. Im Jahre 1872 ersuchte der damalige Pfarrverwalter Smitmanns den Gemeinderat, weitere zwei Schwestern "zur Krankenpflege der hiesigen Armen" in der Stadt nach Montabaur zu berufen und sicherte eine Beihilfe von Privaten zu. Der Gemeinde­rat erklärte sich bereit, weitere zwei Schwestern zu berufen und ihnen "freie Wohnung mit der nötigen Bettung im Hospitalgebäude einzu- räumen, wenn von Privaten die Unterhaltung derselben in Kost, Klei­dung etc. bestritten" würde ( Protokolle der Armensitzungen vom 3.1.1866 - 10.8.1872). Die Unterhaltung sollte aus freiwilligen Be­trägen der Bürger der Stadt bestritten werden. Träger der ganzen Sache war der Elisa bethenverein. Anfangs flössen die Spenden reichlich; doch schon nach wenigen Jahren gingen diese stark zurück, so daß jedes Jahr aus dem Stadtsäckel erhebliche Beträge zugeschossen werden mußten. (1874 - 60 Kl, 1S75 - 135 Kl, 1876 - 150 Kl, 1877 - 166 Kl,

1878 - 184 Kl, 1879 - 249 Kl). Auf der Gemeinderatssitzung vom 2.4.1880 wurde daher beschlossen, in Zukunft "für die barmherzigen Schwestern im Hospital, welche die Krankenpflege der Stadtarmen besorgen, einen Zuschuss aus der Stadtkasse ferner nicht zu zahlen. (Prötokollbuch über Armensitzungen der Stadt) . Als daraufhin der Or­den der Armen Dienstmägde Jesu Christi die Absicht äußerte, die Schwesternstation in Montabaur ganz aufzuheben, besann man sich

beim Gemeinderat noch einmal und schrieb am 20. April 1880 an die Generaloberin Katharina Kaspar zu Dernbach; "Der Inhalt Euer Hoch- und Ehrwürden gütigen Zuschrift vom 16. April betreffend Aufhebung hiesiger Hospitalfiliale, welcher dem hiesigen Gemeinde­rath in öffentlicher Sitzung vom.d.Kl. zur Kenntniß gebracht wurde, hat nicht nur die Mitglieder des Gemeinderaths, sondern alle Bewohner dieser Stadt in hohem Grade beunruhigt, denn gar mancher erinnert sich mit dankbarem Herzen der aufopfernden Lie­besdienste, der werkthätigen Barmherzigkeit, welche die Fr. Schwe­stern ihm oder lieben Angehörigen um Gotteslohn erzeigt haben". (Registratur der Stadt Montabaur S/6. 17/l).Er erklärte sich bereit, in Zukunft weitere Zuschüsse zum Unterhalt zu gewähren, hielt es jedoch für notwendig, daß die bei der Einführung der Stadtschwestern von dritten Personen bewilligten Beträge wieder in ursprünglicher Höhe gezahlt würden. Fortan zahlte die Stadt zur Unterhaltung der Krankenschwestern an den Elisa.bethenverein jährlich 120.-KI.

Den weiteren Bericht bringen wir in einer unserer nächsten Ausgaben.

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