Ausgabe 
7.1.1966
 
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Donnerstag 730 Uhr Gymnasialgottesdienst

20.00 Uhr Bibelstunde der landeskirchl. Gemeinschaft im Gemeindehaus Samstag 14.30 Uhr Mädchenschar.

SONSTIGE BEKANNTMACHUNGEN

Freiwillige Feuerwehr Montabaur zweimal in wenigen Tagen im Einsatz In den Abendstunden des 2. Januar 1966 wurde die Freiw. Feuerwehr Montabaur zu einem Autobrand in der Gelbachstraße in Montabaur gerufen. Das Feuer konnte in kürzester Zeit ge­löscht werden.

In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde die Wehr zu einem schweren Verkehrsunfall auf die BAB-Köln-Frankfurt bei km 89, 9 (Gemarkung Heiligenroth) gerufen. Eine Zug­maschine mit Aufleger aus Düsseldorf war auf einen schweren Lkw. aufgefahren. Dabei wurde der Fahrer des Unfallfahr­zeuges aus Düsseldorf, Roman Sylvester Müller aus Düsseldorf eingeklemmt und getötet. Die beiden Fahrzeuge waren der­maßen ineinandergeschoben, daß die Trennung der Fahrzeuge und die Bergung des Toten nur mit großer Mühe gelang. Die Leiche mußte mit einer Trennscheibe und anderen modernen Bergungsgeräten aus den Trümmern des Unfallwagens heraus­geholt werden. Die Feuerwehrleute haben bei diesem schwie­rigen Einsatz vorbildliche Arbeit geleistet.

Man sollte sich auch einmal überlegen, welch großer Nerven­belastung die Feuerwehrleute bei solchen Einsätzen ausgesetzt sind. Dann wird man um so höher ihre Arbeit schätzen.

Landesrat Oswald Dörner tritt in den Ruhestand

Am 31. Dezember 1965 trat der Direktor der Nassauischen Brandversicherungsanstalt, Landesrat Oswald Dörner, nach einer über 50-jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst in den Ruhestand.

Der aus der preußischen Verwaltung kommende Verwaltungs­fachmann wurde bereits am 1. Juli 1946 mit der Leitung der Nass. Brandversicherungsanstalt beauftragt. Zuvor als Direktor des Oberversicherungsamtes bei der Bezirksregierung Wiesbaden tätig, konnte er gestützt auf eine lange Verwaltungserfahrung und ein erfolgreiches Studium der Rechts- und Staatswissen­schaften nach dem Chaos des Zweiten Weltkrieges die Anstalt neu ordnen und die Grundlagen für eine Weiterentwicklung schaffen.

Seine Berufung in verschiedene Fachorganisationen des Ver­sicherungswesens und seine Mitarbeit an maßgebender Stelle, so im Verband der Sachversicherer e.V., der Arbeitsgruppe öffentl.-rechtl. Versicherung, dem Beirat der Deutschen Rückversicherung AG. u.a., deuten auf den Fachmann auf diesem Gebiet. Landesrat Dörner ist weiter Mitglied im Lan­desbeirat für Brandschutz in Hessen und der Arbeitsgemein­schaft zur Überwachung elektrischer Anlagen auf dem Lande. Landesrat Dörner hat es verstanden, durch eine sparsame Haus­haltführung den Gebäudeeigentümern die Absicherung des Feuerrisikos durch eine beachtlich günstige Prämie zu er­leichtern, obwohl der wirtschaftliche Aufschwung und eine Reihe von technisch strukturellen Entwicklungen ein stärkeres Ansteigen der Brandschäden mit sich brachten. Mit seiner Dynamik, seinem initiativen Geist und seiner starken Persön­lichkeit widmete er sich ganz der gemeinnützigen Tätigkeit. Um Menschen vor Schaden zu bewahren galt sein besonderes Interesse der Feuerprophylaxe. Hieraus ergibt sich auch das gute Verhältnis, das Oswald Dörner zu den Freiwilligen Feuer­wehren und allen für den Brandschutz tätigen Stellen unter­hält. Humanität, Toleranz und der Kampf um die Freiheit der Menschen waren seine Leitsterne.

Seine schriftstellerische Tätigkeit, durch die er sich bereits in früheren Jahren einen Namen gemacht hat, bestätigt die Vielfalt seines Wirkens. Als Dozent an der Volkshochschule in Wiesbaden stellt er sich heute noch in uneigennütziger Wei­se der Erwachsenenbildung zur Verfügung.

Die vielen Ehrungen, die dem in den Ruhestand tretenden in den vergangenen Jahren zuteil wurden, beweisen die Weite der menschlichen und wirtschaftlichen Ausstrahlung seiner Person als Leiter der Nass. Brandversicherungsanstalt, als Mit­glied vieler Ausschüsse, als Dozent und Autor zahlreicher Schriften über das allgemeine Recht und das Versicherungswe­sen.

Auch im Ruhestand wird Landesrat Dörner nicht untätig sein. Neue Aufgaben schriftstellerischer Art werden ihn voll aus­lasten.

Bei der Verabschiedung am 28. Dez. 1965 betonte der Vor­sitzende des Verwaltungsrats der Nass. Brandversicherungsan­stalt, Herr Direktor Heyer, Landesrat Dörner sei durch eine harte Schule gegangen. Er habe an zwei Weltkriegen teilge­nommen und die notvolle Zeit der Inflation und Arbeitslosig­keit voll ausgekostet. Trotz schwerer Kriegsbeschädigung habe Dörner dank seiner charakterfesten Haltung mit Fleiß und Ausdauer an sich gearbeitet und dadurch bei der am 1.7'. 1946 erfolgten Berufung zum Direktor der Anstalt das Rüstzeug für diese Führungsaufgabe mitgebracht. Als Meilensteine der Amtszeit Dörners nannte Direktor Heyer

1. die Selbstständigkeit der Anstalt nach Auflösung des Bezirks kommunal verbandes,

2. das 150-jährige Jubiläum der Anstalt im Jahre 1956,

3. die Herausgabe des Handbuches der "Vorschriften über die Gebäude-Feuerversicherung",

4. die Umstellung des Rechnungswesens der Anstalt auf Hollerith - Verfahren,

5. die Wiederherstellung der Rechte der Anstalt in jüngster Zeit.

Die jahrelange Arbeit für die Anstalt sei geprägt von dem Willen, bei sparsamster Haushaltführung einen großen Effekt zu erzielen. Mit dem Verwaltungsrat danke dem in den Ruhestand tretenden der große Kreis der Versicherungsnehmer, das sind die Vielzahl der Hauseigentümer, die gewerblichen Unternehmen aus Industrie und Handwerk und die Inhaber der landwirtschaftlichen Betriebe. Sie alle wissen sich bei der Nass. Brandversicherungsanstalt in guten Händen und fühlen sich mit dieser Anstalt aufs engste verbunden. Landesrat Dörner habe eine ausgezeichnete Aufbauarbeit geleistet, auf die er allezeit stolz sein könne.

Der Hess. Minister für Wirtschaft und Verkehr, Arndt, sprach Landesrat Dörner den Dank der Landesregierung aus und be­stätigte, daß der nun scheidende Direktor der Nass. Brandver­sicherungsanstalt wesentlich zum Aufbau des Landes beige­tragen habe. Mit dem Ausscheiden aus seinem Amt würde Dörner nicht untätig werden. Erst jetzt werde er die notwen­dige Zeit finden, sein ausgezeichnetes Fachwissen der Jugend und den interessierten Kreisen weiterzuvermitteln, damit geeignete Kräfte bereitstehen, um den gemeinnützigen Ge­danken hochzuhalten. Der Minister dankte auch den Mit­gliedern des Verwaltungsrates, deren Amtszeit am 31,12.1965 abläuft, für die gute Zusammenarbeit.

Herr Kreisbrandinspektor Bott sprach Landesrat Dörner für die in den vergangenen 20 Jahren geleistete Hilfe für die Frei­willige Feuerwehr den Dank aus. Insbesondere würdigte er die tatkräftige persönliche Unterstützung von Landesrat Dörner bei der Neugründung des Nass. Feuerwehr verbandes ' nach dem Zweiten Weltkrieg.

Herr Bürgermeister Kaffinö, Diez/Lahn,als Vertreter des Verwaltungsausschusses der Zusatzversorgungskasse für die Gemeinden und Gemeindeverbände des Reg. Bezirks Wies­baden, die wie die Kommunalbeamtenversorgungskasse Nassau der Leitung von Landesrat Dörner untersteht, wies daraufhin, daß Dörner es verstanden habe, die Verbindung zu den alten nassauischen Teilen, die heute in Rheinland- Pfalz liegen, zu erhalten.

Den Dank des Verwaltungsausschusses der Kommunalbeamten - Versorgungskasse Nassau sprach Herr Bürgermeister Schreier, Idstein, aus.

Landesrat Dörner betonte , daß ihm der Abschied nicht leicht fällt. Die ihm vor fast 20 Jahren übertragene Stelle bedeutete

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