Ausgabe 
26.11.1965
 
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Pcimo-Nachrichten

PrimoWorhemd-Story,

Die Kriminalpolizei rät:

BEI NACHT UND NEBEL!

Kriminalpolizeiliches Vorbeugungsprogramm November 1965

- Die Konjunktur der dunklen Branche der Schläger und Räuber, die ahnungslose Pas­santen überfallen, hält nach wie vor an.

- Diebstahl und Raub stehen an der Spitze aller Straftaten des vergangenen Jahres: 32, 4

der ermittelten Täter waren Diebe und - Räuber, die ihr dunkles Handwerk als simple Diebe begannen!

- Die Erfahrung lehrt aber, daß in vielen Fäl­len das Gewaltdelikt hätte vermieden wer­den können: durch Vor-Sicht, durch Um­sicht und Ab-Wehr! Mit anderen Worten: durch Vorbeugung!

- Deshalb der Rat: Bei Nacht und Nebel Vor­sicht! Einsame Wege meiden, möglichst nicht allein gehen! Öffentliche Verkehrs­mittel sind sicherer! Und .. . bei erkannter Gefahr um Hilfe rufen!

- Nerven behalten beim Überfall! Einzelheiten einprägen! Genau beobachten und möglichst den Täter zum Sprechen bringen.

- Eine gute Beschreibung des Täters, seiner Sprechweise und Bekleidung fördern seine schnelle Ergreifung! Schnelle Ermittlung schreckt ab!

Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz,

Koblenz.

A ktenvermerk

Die Zahl der bekanntgewordenen Fälle von Raub und räuberischer Erpressung lag im Jahresdurch­schnitt 1953/55 bei ungefähr 3. 000 Straftaten, im Jahresdurchschnitt 1960/62 bei etwa 6.100, was einer Zunahme von 70ft entspricht.

Diese wenigen Zeilen mögen aufzeigen, wie ernst zu nehmen die Raubkriminalität ist, auch wenn sie im Vergleich zur übrigen Diebstahls­kriminalität nur einen sehr geringen Platz ein­nimmt.

Der Raubüberfall, ausgeführt bei Nacht und Ne­bel auf einsamer Straße, wird von einer be­stimmten Gruppe von Straftätern als Verbre­chen mit geringem Risiko betrachtet. Vielfach wird es dazu auch durch die Überraschung und Einschüchterung des ausgewählten Opfers, die aber in vielen Fällen gar nicht am Platze ist.

Straßenräuber sind meistens wenig intelligent und besitzen kaum kriminelle Erfahrung. Den Mangel suchen sie durch Überrumpelung ihrer Opfer und mit möglichst brutalem Auftreten auszugleichen.

Den besten Schutz dagegen bieten Selbstschutz­maßnahmen und intensive Mithilfe der Bevölke­

rung bei der Aufklärung derartiger Straftaten.

Vor Überrumpelung kann man sich selbst schützen, indem man, besonders bei Nacht, einsame Wege meidet oder sich einen Beglei­ter sucht, wenn man durch die Lage seiner Wohnung einen einsamen Heimweg nicht ver­meiden kann. Freilich soll der Begleiter nicht irgend ein Unbekannter sein, der sich dann vielleicht gerade selbst als der Räuber entpuppt. Wird man aber trotz Beachtung aller möglichen Selbstschutzmaßnahmen das Opfer eines Über­falls, so heißt es zunächst, Nerven behalten.

Die Polizei kann und will auch nicht generell zum Widerstand raten, aber die Erfahrung lehrt immer wieder, daß entschlossenes Auftreten schon manchen Räuber zur Aufgabe seines Vor­habens veranlaßt hat. Es muß nicht unbedingt tätlicher Widerstand sein, den man leistet; laute Hilferufe haben vielfach die gleiche Wirkung.

In jedem Falle aber kann Aufmerksamkeit der künftigen Verhütung von Unfällen dienlich sein.

Eine gute Beschreibung des Täters und aller Um­stände der Tat führen oft zu schneller Aufklärung und Festnahme des Täters. Abgesehen davon, daß er selbst damit für eine längere Zeit auf . Nummer Sicher sitzt, wird das Bekanntwerden schneller Aufklärung anderen Tätern ihre Sicher­heit und damit die Lust zu ähnlichen Straftaten gründlich verderben.

KLEINE GESCHENKE ERHALTEN DIE FREUNDSCHAFT

Eine Vater-und-Sohn-Geschichte

von Truck F. SANDERS

"Du, Paps, hör mal!" sagte der achtzehnjäh­rige Peter zu seinem Vater. "Zu Ostern brauche ich dringend einen neuen Wagen!"

"Du bist wohl total übergeschnappt, Junge! " ächzte Emmanuel Sengebarth, jurz Paps ge­nannt, mit seinen zweieinhalb Zentnern Le­bendgewicht, wirtschaftswunderlich als Herstel­ler von Schaumgummiartikeln erworben, und rang zuerst nach Luft und dann nach dem lahmen

Argument: "Du bis.überkandidelt! Dein

jetziges Auto ist doch erst knapp ein Jahr alt!" "Na und ? Soll ich in dem Schlitten vielleicht Altersrentner werden? Außerdem hast du mir, falls ich das Abitur mache, eine Extrabeloh- n ung versprochen. Und mein Mathe-Pauker hat jetzt die gleiche Chaise. Und das ärgert mich. "

"Aha, so also bläst der Wind! sagte Paps und hatte dabei die schwache Erinnerung, als junger Mann mit einigen mathematischen Schwierig­keiten gekämpft zu haben.

Der Sohn aber, von solcherlei Skrupeln über­haupt nicht geplagt, bohrte weiter:

"Nach dem Abi fahre ich nach Italien. Die

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Maschine der alten Kiste ist zu schwach für den Brennerpass."

"Aber Peter, du bist wirklich verrückt ge­worden. Ausgerechnet Italien, wohin doch alle Welt kutscht. Und die teuren Hotelrechnungea 1 Peter aber lächelt nur nachsichtig und gering­schätzig-wissend. "Hotel ist doch längst Seist, Paps! Ich schaffe mir gleich auch einen Wob anhänger an. Da gibt's schon ganz tolle Sa­chen. Geräumig, schick eingerichtet mit Badewanne, Plattenbar und so. ... ich hab 1 mir übrigens schon was passendes ausgesucht! "So, hast du!" brummte Paps und zog dabei die wuchtige Stirn in F lten wie Jumbo, der Elefantenbulle im Zoo. "Du hast dir also schoi was ausgesucht!

"Ja, Paps, ganz neue Masche. Mit dem strom­linienförmigen Anhänger habe ich mir auch einen 40-PS-Motor bestellt. Dann kann ich dej Wohnschuppen als Rennboot auf der Adria be- nutzen."

Vater Sengebarth lächelte düster.

"Sonstige Wünsche hast du wohl nicht mehr! "Eigentlich nicht. Aber wenn du ja so in Spendierlaune bist, würde ich mir statt des doofen .Anhängers doch lieber gleich einen Sporthubschrauber kaufen. Du, diese Dingetsit vielleicht 'ne Wucht. Damit kann ich dann später auch alle Geschäftsreisen auf dem Luft­weg erledigen.

Und jetzt lächelte Emmanuel Sengebarth noch düsterer. Mit Grabesstimme erklärte er:

"Deine geschäftlichen Bemühungen werden wohl nicht mehr nötig sein!"

Peter grinste. _

"Aber wieso denn, Paps ! Bin ich denn nicht M dein Nachfolger?"

"Schon, mein Sohn. Aber ich werden wohl meine Fabrik verkaufen müssen, um dir alle t deine ausgefallenen Wünsche finanzieren-zu können!"

Da aber wurde Peter erst recht hellwach.

"Au fein!" sagte er. "Dann hast du ja genüg« Zeit, um mir, während ich in Italien Ferien mache, eine passende Existenz aufzubauen.

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