Übung ständiger Funkverkehr.
Die Übung zeigte, daß die Wehrmänner mit ganzem Herzen bei 3er Sache sind und der Nachwuchs gesichert ist.
Lande sbühne
Das bekannteste Werk des 1911 geborenen Österreichers Fritz Hochwälder "Das heilige Experiment" spielt die Landesbühne am 5. November 1965 in Montabaur.
Dieses 1943 im schweizerischen Exil geschriebene Stück spielt bei den Indios in Südamerika; das heilige Experiment ist der Jesuitenstaat in Paraguay, der von 1609 bis 1767 bestand, und in dem die Patres der Gesellschaft Jesu den Versuch unternommen hatten, die Nomadenstämme des Landes seßhaft und zu Bürgern ihres sozialen Gottesstaates zu machen. Sie hatten von vornherein mit der Gegnerschaft der spanischen und portugiesischen Kolonisten in den Hafenstädten zu rechnen. Es dauerte aber immerhin mehr als ein Jahrhundert, bis man das "heilige Experiment" zu Fall gebracht, die leitenden Männer des Ordens ausgewiesen und deportiert hatte.
Diesen Untergang des Jesuitenstaates schildert Hochwälders fünfaktiges Schauspiel, das wenige Jahre nach seiner Entstehung auch in Frankreich erschien, wo es 1952 die Pariser Erstaufführung erlebte, der dann der Siegeslauf der Tragödie über die Bühnen der europäischen und amerikanischen Länder folgte.
Hauptfigur des Dramas ist der Pater Provinzial, Ordensoberer der Jesuiten in Paraguay, dessen Ziel es ist, jenen Frieden auf der Erde zu verwirklichen, "den die Menschheit ersehnt". Die spanischen Grundbesitzer haben die Jesuiten bei der spanischen Krone verleumdet, indem sie behaupteten, die Indios würden in geheimen Silberbergwerken schamlos ausgebeutet und unterdrückt, die Patres seien bestrebt, den Staat der Oberhoheit des spanischen Königs zu entziehen.
Der wahre Grund für ihre Gegnerschaft aber ist, daß ihnen ihre indianischen Arbeitssklaven zu den Patres weglaufen, weil es sich herumspricht, daß sie dort gerecht und freundlich behandelt werden, und der Wohlstand des Jesuitenstaates wächst. Die Indios werden bei den Patres zum Christentum bekehrt und arbeiten unter der Leitung in Staatsgütern, deren Erträge gerecht verteilt werden . Außerdem bekommt jeder ein Stück Land zur privaten Bearbeitung. Dieser Konkurrenz können die Kolonisten nicht standhalten.
So wird eine Untersuchungskommission unter Don Pedro de Miura geschickt, die mit polizeilichen Maßnahmen vorgeht, die führenden Patres, sogar den holländischen Kaufmann Cornelis in "schützendeHaft" nimmt. Im Laufe der Verhandlung können die Vertreter der Grundbesitzer Villano, Arago und Bustillos die Anschuldigungen gegen die Jesuiten nicht nur nicht beweisen, sondern das genaue Gegenteil tritt als Wahrheit zu Tage. Als Argument gegen die Patres trifft aber die Äußerung des Bischofs von Buenos Aires,
Carlos Gervazoni zu, die Indios hingen nur am Christus der Jesuiten, weil er ihnen Brot und Kleidung gäbe, und würden so zu christlichen Materialisten erzogen.
Im Gespräch unter vier Augen mit dem Pater Provinzial erkennt der Visitator Miura die Unschuld der Jesuiten voll an - und zieht trotzdem das bereits rechtskräftige Urteil des Königs aus der Tasche. " Weil ihr recht habt, müßt ihr vernichtet werden. Eure Produkte gehen in die Welt hinaus, unsere Händler verarmen. Wir bröckeln ab. Ihr sammelt an. Morgen habt ihr fünfunddreißig Siedlungen. In einigen Jahren siebzig.
Wie lange wird es noch dauern - und euch gehört der g an2e Kontinent!" Die Weigerung des Provinzial, den Staat stillschweigend aufzugeben, wird mit der Drohung beantwortet, den Orden im Spanischen Reich zu verbieten. Dj e Nachricht dringt durch, die Indioarmee verlangt, von ihrem Führer, Pater Oros gegen die Spanier geführt zu werden. Im Streit zwischen dem Recht des Königs und dem Gottes entscheidet sich der Provinzial für Gott und verhaftet Miura.
Da tritt der Legat des Ordensgenerals in Rom, der bisher als Kaufmann verkleidet den Lauf der Dinge verfolgte, her- vor und befiehlt die Übergabe, obwohl auch er das Unrecht sieht. Doch im Interesse des Ordens, der sich mit Raraguay in unabsehbare politische Verwicklungen mit den europäischen Fürsten begeben würde, und in der Erkenntnis der geistlichen Aufgaben der Gesellschaft lehnt er den Vei- such ab, das Reich Gottes auf Erden zu verwirkliche. "Gott ist kein Politiker". Nach einem letzten Aufbegehren fügt sich der Provinzial in den Willen seiner Oberen. 150.000 Kaziken werden in die Hände der Sklavenhändler fallen. "O mein Gott, warum verlassest du immer wieder diese Welt - warum? warum?
Mit seinem Entschluß hat der Provinzial einen schweren Stand bei seinen Patres, noch kämpft er auch mit sich selbst. In einem letzten Gespräch mit Indianern sieht er ein, daß er ihnen doch nur einen politischen Wohlstandschristus gebracht hatte. Und doch hängt sein Herz an seine; Werk, während die Spanier ihre Ordnung darin schaffen. Die Inszenierung von Intendant Conrad Dahlke bietet das ganze männliche Ensemble der Landesbühne auf, er selbst spielt den Provinzial, außerdem: Arthur Kermes (Don Miura), Wilhelm Dieten (Legat), Wolf-Dieter Tropf (Cornelis), Vero Marc (Pater Oros), Hermann Burck (Pater Hundertpfund), Klaus Dieter Enskat (Pater Clarke), Joachim Schmerler (Don Arago), Arnim Servaes (Don Villano), Hans Jürgen Richter (Bustillos), Sepp Holstein (Bischof von Buenos Aires), Harald Zager (Candia),
Bühnenbild: Hans Schneider.
Vorverkauf: Städt. Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 2
VOLKSHOCHSCHULE
Arbeitsprogramm für das Wintersemester 1965/66. Anmeldung und Auskunft täglich (außer samstags) von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr im Rathaus, Zimmer 2.
Teilnehmer
kann jeder, ohne Rücksicht auf Vorbildung, vom 16. Lebensjahr an sein.
T eilnehmerkarten
werden bei der Anmeldung ausgestellt. Die Einschreibegebühr beträgt 1, -- DM.
Hörergebühren
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Die Teilnehmerzahl
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