Ausgabe 
6.8.1965
 
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Herausgeber: Stadtverwaltung Montabaur. Verlag und Druck: PRIMO-Verlag H. Sehmid, 6689 Merchweiler (Saar), Telefon (06825) 2822. Verantwortlich für den amtlichen Teil: Stadtverwaltung Montabaur. Verantwortlich für alle anderen Veröffentlichungen: Hans Sehmid, Merchweiler.

jH RGANG / 34/

FREITAG, DEN 6. AUGUST 1965

NUMMER

(ARMES

Och, Modder! " reft da Norbersch Franz, Loß mich doch net su waade,

;eb mir nur schnell e Kuchesteck, lieh muß in Amtmannsgaade , "

Trenk däine Kaffi, dommer Boh,

In do mich net su quäle,

.ich danz doch net no däiner Paif, jot däd mer grod noch fähle. "

Och lebe Modder, schänn doch net, i däine junge Jahre lohoste och, su wie de säs, lern Karesell gefahre.

zu heißen. Wenn ich dabei die Gelegenheit wahrnehme, ohne politischen oder gar wahltaktischen Hintergrund Altbundeskanz­ler Dr. Adenauer in meine Begrüßung einzuschließen, so mag stellvertretend Wolfgang von Goethe den prominenten Kirmes­gast statt meiner.geziemend begrüßen ; .

" Herr Doktor, das ist schön von Euch,

Daß Ihr uns heute nicht verschmäht Und unter dieses Volksgedräng",

Als ein so Hochgelahrter geht.

So nehmet auch den schönsten Krug,

Den wir mit frischem Trunk gefüllt,

Ich bring ihn zu und wünche laut,

Daß er nicht nur den Durst Euch stillt :

Die Zahl der Tropfen, die er hegt,

Sei,Euren Tagen zugelegt. "

Im drei Uhr wird et offgemacht, n all die ville Bude, or aner dor och wie se sohn, n Plaggebajatz tude.

lie Kommerseh, met dem grüße Lus, iie sein och widder komme,

In wenn aich häit die Auswahl grehn, fot soll aich mir dann nomme ?

ÄTE

jcheffschaukel fahre es en Wonn

n hon ich dot genösse,

ird in der Scheeßbud nebedrohn,

Erde Peif geschosse.

IsFaazje wird sich och gekaafd n en Loftballong, en blaue, n langt dot Geld noch, wird zum Schluß 'ä Luckas mo gehaue.

Ichnell Modder ! S;hnell, jetz falle schon 'm Karesell die Hille.

Eich hiere schon die Orjele Icheen durchenanner spille."

1 H ort ess e , durch die Klustersch Gaß fill e s als däd et brenne,

Och Modder! Loß dem Kend Spaß 5 En do mer et net schänne. "

Jakob Hannappel

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DM

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tof ein Wort, liebe Mitbürger!

ä festlichen Anlässen begrüßt der Gastgeber die Geladenen, eren Besuch seinem Hause zur Ehre gereicht. Um wieviel ne hr gilt ein Grußwort als selbstverständliches Gebot der Höf- ichkeit, wenn eine ganze Stadt Besuch von nah und fern er- 'artet. Als Bürgermeister sei es mir deshalb gestattet, Ein - ^mische und Gäste zur Kirmes in Montabaur willkommen

Soweit der Dichterfürst. Der Heimatdichter kam schon ein­leitend zu Wort.

Auch heute haben die Kirchweihtage - als Fest des Volkes - nichts von ihrem Glanz verloren. Ja, bei gründlicher Betrach­tung stellen wir fest ; Es ist eigentlich alles wie früher ge - blieben. " In den Mundartversen begegnet Uns auch heute noch der "Norbersch Franz", der so gerne "Schee.fschaukel oder Karesell" fahren möchte. Neben der Losbude steht im­mer noch der Lukas. Daß man nicht mehr tanzt, wie zu Groß- mutters Zeiten oder das Schaugeschäft immer mehr zu einer "Show geworden ist ; darfiber wundern sich höchstens die Al­ten, die Jungen finden das selbstverständlich.

Geblieben sind Ursprung und Sinn der' Kirmes. Jung und Alt verbringen nach arbeitsreichen WocheiTzusammen ein paar' Stunden uer Geselligkeit. Wo wäre dazu besser Gelegenheit, sich so wie eh und je beim Mendelssohn - Frühschoppen zu- treffen, Was hat sich also gegen früher geändert? Nun, der "Amtmanssgaade" hat mittlerweile der "Eichwiese" als Jux­platz weichen müssen. j - '

Es ist nicht die einzige Veränderung, die das gewohnte Stadt­bild in den letzten Jahren erfahren hat und sicherlich auch in Zukunft noch erfahren wird. Mancher vertraute Winkel mußte den Erfordernissen der Gegenwart weichen. Zur Erhal­tung des Alten, wo es möglich ist, verpflichtet uns unsere Ver­gangenheit. Das ISIeue schaffen, wo es sinnvoll erscheint, gebietet Entwicklung und stetiger Fortschritt. Rat und'Verwal­tung der Stadt sehen sich diesen Aufgaben verpflichtet. Mag sich das Bild der Stadt verändern, solange Bürgersinn und Bür­gerfleiß am gemeinsamen Aufbau mitwirken, ist die Zukunft gesichert, auch wenn einmal ein Rückschlag kommt.

Abschließend möchte ich in meinen Gruß an alle Gäste, die die Kirmestage in Montabaur verbringen, besonders die Alten und Kranken einschließen, Den Alten wünsche ich ein wenig Zerstreuung in ihren oft einsamen Tagen; den Kranken alsbal­dige Genesung. - Ich grüße alle Montabaurer, die in der Fer-