Ausgabe 
21.5.1965
 
Einzelbild herunterladen

Siunte Seite

ini Haus-1 g nach Lchtselb-^ tbebeM 'he Marlj

g und|

i den nac| :r Erwet-1 düngen 1

der naclj bene Absatz ll une von ien. Bei | eibungs- es Ein- .me von ) veit sie-] es Ein-

mgsbei- den Ab-j

serer

?rau

IS

eh

GUTEN TAG, LIEBE FREUNDE,

hier bin ich pünktlich, denn wir haben heute wieder unsere kleine Plauder- Itunde. Ich hatte Ihnen letztes Mal versprochen, zu berichten, wie ich Eigentlich zu meinem heutigen Beruf gekommen bin. Die allererste "Quel­le führt weit zurück,

1s kleines Mädchen hockte ich stundenlang vor dem Radio und hämmerte nit allen möglichen und unmöglichen Gegenständen zu jedem Schlager len Takt mit. Meine Mutter war entsetzt, als sie eines Tages in die Küche am. Ich hatte alle Schubladen auf den Kopf gestellt und mir mein "Hand- erkszeug" zusammengesucht. Reis und Erbsen waren gleichmäßig in der Küche verstreut, denn ich hatte leere Brotbüchsen damit gefüllt, um sie als jumbakugeln zu benutzen. Mit meinem neuerfundenen Schlag- bez. jchüttelinstrument und einigen Ohrfeigen, zog ich ab. - Doch dies allein ar auf die Dauer zu langweilig. In einer unbewachten Stunde suchte ich neut unsere Küche heim. Ich probierte aus, welcher Kochtopf mit wel­chem sonstigen Küchengerät kombiniert, den besten Klang ergab. Ender­gebnis: Handfeger auf Kochtopf ergab Schlagbesen. Umgedrehte Holzkoch- f>ffel auf Plastikschüssel = kleine Trommel. Fehlte nur noch die große Tjrommel. Dazu nahm ich die Zimmertüre, die ich mit dem Fuß bediente. Etwas primitiv, aber es störte mich nicht. Aus dem Takt kam ich jeden- Ills nie und zur Melodieführung klemmte ich mir ein Fastnachtssaxophon f den Mund. So war die 1-Mann-Kapelle fertig. Fehlte nur noch der Rellenbaum auf dem Kopf. Auf jedem Wunschzettel fürs Christkind stan­den dann immer ^Musikinstrumente listenmäßig geordnet. Aber ich bekam kfines.

elleicht dachten meine Eltern mit Schrecken an den Krach, der dann itstehen würde, denn es standen nicht nur Klavier und Schlagzeug, son­dern auch Trompete und Saxophon darauf. Eines Tages stöberte ich bei inem Onkle oben auf dem Boden herum. Nachdem ich so ziemlich al- durchsucht hatte, fand ich in einet völlig verstaubten Truhe eine wun- tschöne alte Laute. Ich holte sie andächtig heraus, setzte mich auf die 'uhe und fing an, sie zu untersuchen. Als 1. entdeckte ich, daß sie nur th 2 Saiten hatte. Aber das war kein Hinderungsgrund, ihr einige Töne entlocken. Es kam mir vor wie Weihnachten. So etwas Duftes hatte ich R nicht in der Hand gehabt. Die mußte hergerichtet werden. Ich Hemmte mir das Instrument, wie es war, unter den Arm und rannte voller Tatendrang zur nächsten Musikalienhandlung. Unterwegs hielt mich ein a !( er Herr auf und meinte: "Awwer Fräuleinche, so e schee Laut, die t[ |nsbordiert mer awwer net ohne Hüll. Die geht dadevon kabutt!

I er w as verstand der schon von Musik. Die Reparatur, das weiß ich heu- f^noch, kostete DM 16, 75. Für mich damals mein monatelang gespartes Taschengeldvermögen. Mein Onkel kramte noch einen zerlesenen Fleder- c h von Gitarreschule heraus und damit begann für mich eine mühevol- kpeit des Übens und Lernens. Aber was machte das schon. Ich war von % Küchen-Jazz-l-Mann-Kapelle zu eihem "Musiker" mit richtigem In- "litnent avanciert.

^ es weitergeht erzähle ich Ihnen das nächste Mal.

Datnen-

Wahl

Während eines Einkaufs­bummels in einem Londoner Warenhaus erstand eine alte Dame vom Lande eine Puderdose. Wenig später verglich sie diese mit einer gleichen Puderdose in einem anderen Warenhaus. Dabei wurde sie vom Hausdetektiv unter dem Verdacht des Ladendiebstahls festgenom­men.

Rote Gesichter auf beiden Seiten - Beschuldigungen hier,

/** c

Proteste da. Gemeinsamer Gang zum ersten Warenhaus. Bestätigung:Ja, die Puder­dose wurde hier gekauft. Ent­setzen hier, Triumph da.

Kurz danach entschuldigte sich der Direktor des zweiten Warenhauses bei der alten Dame. Als Entschädigung dürfe sie sich einen beliebigen Gegenstand aussuchen.Sie haben da einen wunderschö­nen Stutzflügel, sagte die alte Dame liebenswürdig. Preis: umgerechnet fast 3000 DM. Der Flügel wur le ihr gestern kostenlos geliefert.

Schimpfen

erleichtert

Die 32jährige Laurel Gra­ham in Los Angeles (US- Staat Kalifornien) hat sich einen einträglichen Beruf geschaffen. Sie ist Zuhörerin.

Auf ihr Inserat:Vertrauen Sie Ihre Sorgen und Probleme einer sympathischen jungen

¥

' Stunde!

0A 1-1

Für den Rätselfreund

Waagerecht: 1. Bollwerk, 7. Zier­gefäß, 8. biblische Männergestalt, 10. Göttin der Morgenröte, 12. Getränk, 14. Satzzeichen, 16. Abkürzung für Nummer, 18. englisch: nein, 19. Bücherständer, 21. Nachtlokal, 23. postalisch: auf dem Wege über ..., 25. Skatausdruck, 26. diplomatisches Schriftstück, 27. Papiermaß, 28. griechische Insel. - Senkrecht: 1. Verwandte, 2. Spielkarte, 3. Ge­wässer, 4. griechischer Sagenheld, 5. Fluß in Sibirien, 6. römischer Kaiser, 7. altgedienter Soldat, 9. Stadt an der Marne, 11. Abkürzung für okay, 13. schmal, knapp, 15. An­erkennung, 17. französischer Kom­ponist, 20. griechischer Liebesgott. 22. griechischer Kriegsgott, 24. Kör­perteil.

Dame an, melden sich täglich Leute, denen man zu Hause nie zuhört Ehemänner, Schwiegermütter und vor allem aufgeregte Frauen, die bei Laurel Graham eine Stunde lang ohne Unterbrechung reden und sogar schimpfen dürfen.

Da sie alle erleichtert die stille Zuhörerin verlassen, ist ihnen das Honorar von fünf Dollar (20 DM) für die 60 Minuten nicht zu hoch.

i