Ausgabe 
12.2.1965
 
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Geschäftsbereiches der Nassauischen. Sparkasse, der nicht nur wesentliche Teile des hochindustriealisierten Rhein- Main-Gebietes und des wirtschaftlich immer stärker werden­den Raumes an der Lahn, sondern auch die weitaus größten Teile des Taunus und des Westerwaldes umfaßt. Der Auf­schwung, den diese Gebiete genommen haben, hat auch in den vorläufigen Bilanzzahlen der Nassauischen Spar­kasse für das abgelaufene Jahr wiederum seinen Nieder­schlag gefunden.

So erhöhte sich die Bilanzsumme von 1, o93 Milliarden DM auf 1, 237 Milliarden DM. Die Spareinlagen erreichten einen Stand von 85o, 6 Millionen DM. Sie haben gegenüber dem Jahre 1963 um 94, 8 Millionen DM oder 12, 5 % zuge­nommen. Die Sicht- und befristeten Einlagen wuchsen im gleichen Zeitabschnitt um 6, 4 Millionen DM auf 253, 3 Millionen DM an. Die Gesamteinlagen stiegen auf 1, lo4 Milliarden DM. Sie haben sich gegenüber dem Vorjahr um lol, 2 Millionen DM oder lo, 1 °]o vermehrt.

Im Kreditgeschäft sind die Ausleihungen im Jahre 1964 um 114, 2 Millionen DM oder 2o, 7 °]o auf 665, 9 Millionen DM gestiegen. Das beruht vor allem wiederum auf einer beachtlichen Ausdehnung des Hypotheken- und Kommunal­darlehensgeschäftes, So konnten u. a. im vergangenen Jahr 2.724 neue Hypothekenzusagen erteilt werden, die allein ein Ausleihvolumen von 7o, 8 Millionen DM verkörpern. Daneben wurden lo. 448 neue Konsumentenkredite über 28,1 Millionen DM in Form von Anschaffung.'sdariehen, Klein- und Kaufkrediten gewährt.

Die Zahlungsbereitschaft der Nassauischen Sparkasse war auch im Jahre 1964 unverändert gut, Die liquiden Mittel beliefen sich am 31,12,1964 auf 47o Millionen DM =42, 6 °]o der Verbindlichkeiten. Die Nassauische Sparkasse ist auch 1964 mit der Zeit gegangen. Die Vermehrung ihrer Zweigstellen auf 296, darunter 18 fahrbare Zweigstellen mit 386 Haltepunkten, entspricht der zahlenmäßigen Ent­wicklung ihrer Kundschaft,

Im Zuge der beträchtlichen Geschäftsausdehnung nahm die Nassauische Sparkasse im Jahre 1964 weitere moderne maschinelle Einrichtungen in Betrieb, um der Kundschaft auch zukünftig einen umfassenden "Service" bieten zu können.

Unverändert blieb auch 1964 das Motiv ihres Handelns; dem Mittelstand, der wirtschaftlich schwächeren Bevöl­kerung und der heimischen Industrie dienen und helfen.

AKTUELLE VERWALTUNG Revolution anstatt Fassenacht

Montabaur setzt seinen Bürgermeister ab.

So gern die Montabaurer "Fassenacht" feiern, so ungern erinnern sie sich an Fassenacht vor 117 Jahren. Damals . machten Sie nämlich Revolution,

Das Jahr 1848 warein Hungerjahr, einige Mißernten waren voraussgegangen Die Unzufriedenheit wuchs stündlich.

Als die Kunde von der Revolution in Wiesbaden kam, ge­schah es Man setzte den Bürgermeister (Waterloo) und die Hebamme ab.

Geschäfte wurden geplündert, Zechen gemacht und nicht bezahlt Man holte sich Holz im Wald soviel man wollte', und schoß das Wild ab. Der Oberförster wurde mißhandelt, weil er einen Arzbacher und keinen Montabaurer als Hausmeister eingestellt hatte. Der Zimmermeister Bach befreite ihn und übernahm die Stelle des Hausmeisters.

Auf dem Schloß wurde ein Fassenachtsball abgehalten, dabei steckte man sich rote Bändchen an. Es war der ungewöhnlicl Ball, den es je in Montabaur gab. Das Liedchen, Ho, Ho, Ho, die Fassenacht es do, soll noch nie so gegrölt worden sein wie an diesem Abend . Doch die Vernunft siegte. Bürgermeister Waterloo erbot sich, seinen Posten unentgelt­lich zu bekleiden» (E s war kein Geld in der Stadtkasse) Noch heute sind die Montabaurer sauer, wenn man sie an Fassenaght 1848 erinnert, als ihre Vorfahren Revolution machten. F.J. Löwenguth.

Aus der Chronik der Stadt Montabaur

Im Mittelalter war es nichts Aussergewöhnliches, wenn sich Eheleute von allem Tun und Treiben dieser Welt in die Stille eines Klosters oder eines Hospitals zurück zogen, den Armen alles überliessen, um sich desto besser auf das Jen­seits einstellen zu können. Das erste Ehepaar, das wir kennen, ist ein Hermann von Deesen (Die Deesen waren wohlhabende Bürger der Stadt) und dessen Frau Petze. Am 31. Dezember 1445 übertrug der Bürgermeister mit Wissen des Erzbischofs von Trier diesem Ehepaar zum Nutzen des hl Geist-Spitals und der Siechen die Verwaltung des Hos­pitals. Sie durften nichts verpfänden und veräussern, sollte! dort wohnen und die. Habe des Siechenhauses mitgebraucherj Sollte das Ehepaar aus irgend einem Grunde die Nutzung vej lieren, so sollten ihnen jährlich 3 Ohm Wein, 12 Gulden un| 8 Fuder Holz geliefert werden. Leider ist der Schöffenbrief, der bis vor kurzem als Einband einem alten Stadtbuch dienj stark beschädigt, so dass sich nicht mehr feststellenlässt, was die Eheleute dem Hospital als Stiftung einbrachten. Ii^ dieser Urkunde kommt zum erstenmal der Name zum Hl, Geist vor, während in der Urkunde von 1357 lediglich von dem "hospitale pauperum die Rede ist.

Eine andere Hospitalsmeisterbestallung, ausgestellt 4 Tagi nach dem Feste des Evangelisten Lukas (2o. X. 149o) im Jabj 149o beginnt; "In Gottes Namen Amen. Kundt isey aHerrn liehen (jedermann) das wir Peter Sohn zu Eltz, Amptman, Johannes Jkitzingh Keiner, Wernerus Hundt, pferner (Pfarrej zu Monthabuir von wegen und an stadt unseres gnedigsten Lieben Heren von Trier (auch hier wird erneut der kirchlic] Charakter der Stiftungen bestätigt) und wir Bürgermeister, Schoeffen und Rath gemiein liehen (zur Gemeinde Montabil gehörig) sammentlichen und aindrechtiglichen vertragen» Raths worden sein, einen Spitalsmeister des Heiligen Gaists Spital zu Monthabuir zu setzen. Als wir dan auch gemacht und gesatzt han mit Nammen Hennen von Mielei Schoeffen, Guitten sein ehelich Hausfrau und den das vorgenandt Spital mit allen seinen Güedern.und seinen Zugehoeren so wie und in was gerechten die gelegen w felligh seindt. uff Ir Bescheidenhaitt (Billigkeit) befellen. Gott zu Ehren, dem Spital zu notze und die armen Sichen nach aller Nottruft". Die beiden Eheleute bringen bei ihn Bestallung "Gott zu ehren umb Irer Seelen und aller Irer Aldern (Eltern) Seelen Hayl, " dem Spital ein beträchtlicl Vermögen zu, bestehend aus Gütern, Zinsen und Pachten, "Roppach" auf einem Hof 3 1/8 Malter Korn und 3 1/8 Malter Hafer, worüber ein Schöffenbrief mit Siegel vorli

Den Drucksatz der heutigen Ausgabe fertifl für Sie Frau Irene Hesse,