Akte 
Sitzung 26. Oktober 1993
Entstehung
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Erster Beigeordneter Dr. Hütte plädiert namens der CDU-Fraktion dafür, ein alter natives Konzept mit einer stärkeren Betonung von Blumenbeeten und Buschgruppen zu beschließen. Er führt aus, eine Allee passe nicht in die Innenstadt. Sie schirme den Blick auf die alte Stadtmauer ab. Er schlägt vor, statt des ursprüng lieh vorgesehenen Teiches einen Brunnen in die Anlage aufzunehmen. Außerdem soll ten die Pflanzungen auch oberhalb der Hospital Straße im Bereich der Kolpingstra- ße auslaufen. Zum Bereich Wilhelm-Mangels-Straße / "Am Gäulsbach" plädiert Dr. Hütte dafür, zur Abschirmung der Anwohner vor den Verkehrsbeeinträchtigungen durch die Wilhelm-Mangels-Straße eine Hecke vorzusehen, parallel zu beiden Stra­ßen.

Ratsmitglied Bächer (SPD) geht in seinen Ausführungen auf die "Vorgeschichte" zum Tagesordnungspunkt ein. Er unterstützt das Konzept der Verwaltung einer na­turnahen Alleebepflanzung. Bächer gibt zu bedenken, daß die relativ schmale Frei fläche durch die Wilhelm-Mangels-Straße stark dominiert werde. Gerade entlang einer Straße dienten Bäume der Raumgestaltung. Sie brächten Leben in die Straße, Farbe, bessere Luft und Schatten; sie gäben einer Straße ein Gesicht. Bächer betont, der Verwaltungsvorschlag verbinde die Aspekte naturnahes Gestalten, den Wunsch nach Blühendem - das ganze Jahr über - sowie das Angebot geruhsamer und beschaulicher Flecken.

Ratsmitglied Kochern (FDP) plädiert angesichts der Kosten dafür, die Anlegung des Grünstreifens zurückzustellen. Die derzeitige Grünfläche könne ggf. mit ge­ringem Aufwand etwas ausgebaut und mit einigen Sträuchern verschönt werden. Da sich der Bereich an einer Hauptverkehrsstraße befinde, sei die Anlegung eines Parkes an der Stelle ungeeignet.

Ratsmitglied Schweizer (FWG) spricht sich für eine eher parkähnliche Gestaltung aus. Er betont, die Stadt Montabaur habe bisher keinen parkähnlichen Raum auf­zuweisen, wogegen andere vergleichbare Städte entsprechende städtische Gärten vorzeigen könnten. Außerdem veranstalte die Stadt Montabaur Wettbewerbe für eine gute Vorgartengestaltung - die Stadt selbst jedoch habe dagegen aber nichts Ent­sprechendes vorzuweisen. Schweizer betont, die vorgeschlagene Alleegestaltung entspräche nicht den Vorstellungen eines "Aushängeschildes" für die Stadt.

Ratsmitglied Lorenz (BfM) begrüßt die Absicht, eine geordnete Grünanlage einzu­richten. Er schlägt vor, evtl, ein Blumenbeet, das das Stadtwappen wiedergibt, miteinzubeziehen. Angesichts des mit der neuen Gestaltung der Grünfläche verbun­denen Abbruches des Hauses "Gries" beantragt er, den Abbruch zurückzustellen, bis sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verbessert habe. Außerdem kritisiert er den in der Planung vorgesehenen Durchbruch durch die Stadtmauer.

Es folgt eine kontroverse Diskussion zu den beiden zur Abstimmung gestellten Bepflanzungskonzeptionen.

Ratsmitglied Hebgen (CDU) beantragt das Ende der Diskussion. Der Stadtrat lehnt den Antrag bei 11 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung ab.

Nach weiteren Wortmeldungen werden folgende Beschlüsse gefaßt:

a) Der Antrag von Ratsmitglied Lorenz (BfM), den mit der neuen Gestaltung der Grünflächen verbundenen Abbruch des Hauses "Gries" zurückzustellen bis sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verbessert habe, lehnt der Stadtrat bei 3 Ja- Stimmen, 21 Nein-Stimmen ab.

b) Der Vorsitzende stellt die Pläne I (Alleegestaltung) und II (eher parkähnli­che Gestaltung) zur Abstimmung. Hierbei entfallen 12 Stimmen auf Plan I (Al­leegestaltung), 8 Stimmen auf Plan II (eher parkähnliche Gestaltung), bei

4 Enthaltungen.