Der vom Architekten genannte und vom Gutachter ohne Kontrolle bestätigte Wandaufbau ist fachlich einwandfrei. Ob Ausführungs= mängel vorliegen ist dabei nur zur Beurteilung des Gutachtens, nicht zur Beurteilung des Sachverhalts von Interesse: Es gibt nämlich keine Fachwerkkonstruktion einer Außenwand, die jeder Wetterbeanspruchung ohne zusätzliche Verkleidung gewachsen wäre.
Zu bemerken ist allerdings, daß es durchaus widerstandsfähigere Fachwerk-Außenwandkonstruktionen gibt, als jene, anscheinend vom Architekten, Herrn Hamm, vorgeschlagene. So erreicht bei= spielsweise der vorhandene Putz -beurteilt nach den schriftli= chen und telefonischen Angaben von Herrn Gerner- nicht die heu= ^ te technisch mögliche Absenkung der Wassereindringzahl A bei Beibehaltung eines ausreichenden Dampfdurchgangs; auch für die $ Fugen sind durch zusätzliche Maßnahmen bessere Lösungen bekannt.
Mir erscheint es allerdings als wenig sinnvoll, im Detail auf derartige Verbesserungen einzugehen, da bei der vorliegenden Witterungsbeanspruchung zwar eine unter Umständen sogar entschei= dende Verringerung des Wasserdurchschlags erreicht werden, diese Wirkung aber nicht auf Dauer garantiert werden kann. Vorausset= zung hierzu wäre überdies eine völlig intakte Holzkonstruktion, die erfahrungsgemäß bei altem Fachwerk nicht mehr erwartet wer= den darf. ^
Wie ich Ihnen telefonisch schon mitteilte, lehne ich deshalb ^
die Übernahme eines Gegengutachtens ab. Ich rate Ihnen auch davon ab, durch weitere Suche nach einem Gegengutachter doch noch zu einer anderen Ausführungsempfehlung zu kommen - es sei denn, die Feststellungen der klimatischen Verhältnisse durch die Herren Hamm und Gerner entsprächen nicht der Wirklichkeit.
Ich hoffe, Ihnen damit doch weitergeholfen zu haben;
mit^freundlicheh Grüßen
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