Akte 
Sitzung 07. Juni 1984
Entstehung
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käferfallen aufgestellt und auch Ameisenkulturen angelegt und geschützt sowie Nistkästen aufgehängt, um die natürlichen Feinde des Borkenkäfers zu fördern. Gleichwohl komme man nicht umhin, eingeschlagenes Holz mit Chemikalien zu behandeln. Holzstapel, die im Wald gelagert werden, würden sonst von bestimmten Arten des Borkenkäfers befallen, die auf die Borkenkäferfallen nicht ansprechen. Dann seien Borkenkäferkalamitäten größeren Ausmaßes nicht auszuschließen. Zur Frage der SPD-Fraktion erklärt Forstamtsrat Reifenberger, man habe in der Ver­gangenheit lindanhaltige Mittel zur Borkenkäferbekämpfung verwendet. Dieses Mittel sei sehr wirksam und auch im Vergleich zu anderen Mitteln sehr preis­günstig. Er habe ebenfalls die von der SPD-Fraktion angesprochenen Pressebe­richte über mögliche Gesundheitsgefahren lindanhaltiger Mittel gelesen. Deshalb vertrete er die Auffassung, daß ein anderes Mittel, in dem kein Lindan enthalten ist, in Zukunft eingesetzt werden soll, obwohl dieses nicht unwesentlich teurer sei. Solange nur die Möglichkeit einer Gesundheitsgefährdung bestehe, solle man auf den Einsatz lindanhaltiger Mittel verzichten.

Ratsmitglied Bächer (SPD) verweist auf Pressemitteilungen, wonach lindanhaltige Mittel krebsfördernd seien. Außerdem seien diese Chemikalien auch für Vögel und Ameisen schädlich. Die lindanhaltigen Mittel gelangten überdies bei Regen, also ; wenn sie von dem behandelten Holz abgewaschen werden, ins Grundwasser. Deshalb ! solle man auf den Einsatz lindanhaltiger Mittel verzichten. !

I. Beigeordneter Dr. Hütte verweist darauf, daß auch das von Forstamtsrat Reifenberger ins Auge gefaßte Alternativmittel giftig sei. Nach seiner Auf­fassung sei es sogar giftiger als die bisher verwendeten lindanhaltigen Mittel.

Der I. Beigeordnete berichtet über die in der Vergangenheit getroffenen flankierenden Maßnahmen zur Borkenkäferbeseitigung. Er teilt mit, daß man in den vergangenen Jahren im Stadtwald in erheblichem Maß Bestände von Jungholz ge- j

säubert habe, und zwar über das Maß hinaus, das in den Landesrichtlinien empfoh-

len sei. Dies sei zwar kostenintensiv gewesen. Wenn es aber im Stadtwald bisher ig vom

keine Borkenkäferkalamitäten in dem Ausmaß gegeben habe, das anderenorts fest- i 1984

zustellen sei, so sei dies auf die getroffenen Maßnahmen im wesentlichen zu- >. IX

rückzuführen. *

Ratsmitglied Widner (SPD) stellt den Antrag auf "Schluß der Debatte" und be­antragt, Holzstapel, die mit Chemikalien zur Borkenkäferbekämpfung besprüht wurden, durch das Aufstellen von Hinweisschildern zu kennzeichnen. Außerdem soll über diese "Beschilderungsaktion" im Wochenblatt berichtet werden. Gleichzeitig kritisiert Ratsmitglied Widner, daß der Antrag seiner Fraktion nicht allen Ratsmitgliedern zugeleitet wurde.

Bürgermeister Dr. Possel-Dölken erklärt, er habe das Schreiben der SPD-Fraktion vom 02.06.1984 als Anfrage verstanden.

I. Beigeordneter Dr. Hütte erklärt, aus seiner Sicht sei es unproblematisch, die von der SPD-Fraktion gewünschte Beschilderung vorzunehmen. Einer formellen Beschlußfassung darüber bedürfe es nicht. Wenn die Schilder gefertigt seien, könne man auch im Wochenblatt darüber berichten.

Da Bürgermeister Dr. Possel-Dölken und I. Beigeordneter Dr. Hütte zusichern, die von der SPD gewünschte Beschilderung mit Chemikalien behandelter Holz­stapel vorzunehmen, wird auf eine Beschlußfassung über den Antrag der SPD-Frakticn verzichtet.

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