Akte 
Sitzung 19. Oktober 1983
Entstehung
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Forstamtsrat Reifenberger berichtet über Versuche, die Folgen der Luftverun­reinigungen durch Düngung des Waldbodens zu mildern. Er verspreche sich da­von jedoch nicht sehr viel, weil auch Bestände auf besten Böden Schäden auf­zeigten.

1. Beigeordneter Dr. Hütte ergänzt, in München werde derzeit ein Versuch unter­nommen, durch gezielte Düngung Waldschäden zu mildern. Dies ersetze natürlich nicht die Notwendigkeit, die Ursachen zu bekämpfen. Gleichwohl solle man abwar- ten, was bei diesem Versuch herauskomme. Unter Umständen werde zu gegebener Zeit eine Bezuschussung durch Bund und Land erfolgen. Die Stadt müsse - wenn ein solches Forderungsprogramm beschlossen werde - die Möglichkeit, Zuschüsse zu beantragen, ausschöpfen.

Ratsmitglied Lorenz (FWG) stellt an Forstamtsrat Reifenberger folgende Fragen:

a) Werden im Stadtwald chemische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt?

b) Wieso werden im Stadtwald nicht mehr Flächen mit Eiche bepflanzt?

Nach seiner Einschätzung werde zuviel Nadelholz angepflanzt.

c) Wieso erfolgt die Aufforstung heute nicht mehr - wie früher - durch Aussaat, sondern durch die Anpflanzung in großen Abständen?

d) Warum ist es nicht möglich, den Windbruch schneller aufzuarbeiten?

In diesem Zusammenhang weist er insbesondere auf die Gefahr hin, daß Schädlings­brutstätten entstehen. Um eine schnellere Aufarbeitung des Windbruchs zu er­möglichen, sollten die Waldarbeiter zukünftig nicht mehr für Arbeiten im Stadt­gebiet eingesetzt werden.

e) Waldwege befanden sich - so Ratsmitglied Lorenz - zum Teil in einem schlechten Zustand. In diesem Zusammenhang kritisiert er, daß Reparaturmaßnahmen durch das Aufschütten von Splitt erfolgten. Das jetzt verwandte Material sei wesent­lich schlechter als das in den früheren Jahren eingesetzte Emser Material.

f) Es sollte geprüft werden, ob es nicht möglich sei, Baumkronen gefällter Bäume zu verkaufen und die Interessenten dieses Holz selbst aufarbeiten zu lassen.

g) Die Auswahl der Reitwege sei zum Teil unglücklich. Es ssi schlecht, daß man un­befestigte Wege dafür vorgesehen habe.

h) Die Jagdpächter sollten aufgefordert werden, umgestürzte Hochsitze zu ent­fernen und Insbesondere dafür zu sorgen, daß andere Materialien als Holz nicht im Wald liegen bleiben.

i) Die Bohrstellen, bei denen keine Quellfassung angebracht wurden, seien vom Verbandsgemeindewerk in einem verwahrlosten Zustand zurückgelassen worden.

j) Es solle dafür gesorgt werden, daß in der Feldflur keine Hütten und Bretter­buden aufgestellt werden.

Forstamtsrat Reifenberger erklärt zu diesen Fragen und Anregungen von Ratsmit­glied Lorenz folgendes:

zu a)

Im Stadtwald würden keine Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt, zu b)

Es treffe nicht zu, daß im Stadtwald der Nadelholzanteil zugenommen habe.

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