Akte 
Sitzung 19. Oktober 1983
Entstehung
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Das Forstrevier Gelbachtal bestehe im wesentlichen aus den Waldungen der ehemals selbständigen Gemeinden Eschelbach, Wirzenborn, Ettersdorf, Bladern­heim und Reckenthal. Nach der Gebietsreform 1972 seien diese in das Eigen­tum der Stadt übergegangen.

Bis zur Einführung der modernen Waldwirtschaft im 19. Jahrhundert habe das Forstrevier Gelbachtal überwiegend aus Mittel- und Niederwald bestanden.

Bereits im 19. Jahrhundert seien große Teile in ertragreichen Hochwald umge­wandelt worden. Diese Umwandlung sei heute bis auf einige ertragsarme Boden­partien abgeschlossen und weise zufriedenstellende Ergebnisse auf.

Während im Stadtwald in der Vergangenheit die Wirtschaftsfunktionen des Waldes die Hauptrolle spielten, sei heute - so Fontamtmann Velten - festzustellen, daß die Erholungsfunktion des Waldes immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dazu seien in den letzten Jahren ein weitmaschiges Wanderwegenetz und zahlreiche Erholungseinrichtungen (Schutzhütten, Ruhebänke usw.) angelegt worden.

Forstamtmann Velten berichtet weiter, in den vergangenen Jahren seien die im Forstrevier Gelbachtal angepflanzten Buchen-,Fichten-und Lärchenbestände durch Insekteneinfall und Schneebruch häufig geschädigt worden. Man sei in den letzten Jahren dazu übergegangen, größere Teile dieser Bestände mit Douglasien zu be­pflanzen. Bei entsprechenden Schäden werde man auch in Zukunft mit dieser Maß­nahme fortfahren.

Als Schwerpunkt der allgemeinen waldbaulichen Planung bezeichnet Forstamtmann Velten den Anbau von Edel laubholz auf den geeigneten Böden im Forstrevier Gelbachtal. In den letzten Jahren habe man auf geeigneten Flächen Bergahorn und Eschen angepflanzt. Es zeigten sich bisher hervorragende Ergebnisse. Diese Maßnahme sei insbesondere deshalb sinnvoll, weil für Buchenholz wesentlich niedrigere Preise zu erzielen seien als für Bergahorn und Esche.

Zur jagdlichen Situation im Forstrevier Gelbachtal bemerkt Forstamtmann Velten, daß es sich hierbei insbesondere um eine Niederwildregion handelt. Rotwild gäbe es in diesem Teil des Forstreviers so gut wie nicht. Zur Vermeidung von Wild­schäden durch das zahlreich vorkommende Rehwild seien große Teile der Jungbe­stände eingegattert worden.

In der nachfolgenden Diskussion verweist zunächst Ratsmitglied Bacher (SPD) auf das Risiko, daß die Waldschäden schnell voran schreiten. Er macht auf die Be­deutung des Waldes als Klimafaktor, Wasserspeicher und Luftfilter aufmerksam.

In diesem Zusammenhang stellt er die Frage, ob es nicht möglich sei, geschädigte Bäume als "Demostrationsobjekt" stehen zu lassen, um die Folgen der Luftverun­reinigung für jedermann sichtbar zu machen.

Forstamtsrat Reifenberger hält dem entgegen, daß dann diese Bäume sehr schnell vom Borkenkäfer befallen würden und dies zu großen Schäden fuhren könnte.

1. Beigeordneter Dr. Hütte (Leiter des Forstamtes Montabaur) berichtet sodann umfassend über die Ursachen und Folgen der Waldschäden durch Luftverunreinigungen. Außerdem berichtet er über die geplanten Maßnahmen zur Verringerung der Schadstoff­konzentration in der Luft.

Bürgermeister Dr. Possei-Dölken stellt die Frage, was aus der Sicht der Stadt ge­tan werden könne, um Waldschäden zu vermeiden bzw. die Folgen der Schäden zu ver­ringern.

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