- 21
Bel den jungen Beständen lägen die Schäden deutlich unter denen in den älteren Altersklassen. Weiterhin sei eine Trennung nach den Holzarten vorgenommen worden. Bezogen auf den Stadtwald Montabaur habe sich folgendes ergeben:
Bei der Buche seien die bis zu 60jährigen Bestände zu 8% leicht geschädigt (Stufe 1), die über 60jährigen Bestände bis zu 19% leicht geschädigt.
Die übrigen Buchenbestände zeigten keine Schäden.
Bei der Fichte seien die Schäden höher. Bei den bis zu 60jährigen Beständen habe man Schäden von 26% in der Sc^adensstufe 1 ermittelt. 1% weise mittlere Schäden auf (Schadensstufe 2). Bei den mehr als 60jährigen Beständen seien 54% leicht geschädigt, 9% wiesen mittlere Schäden aus.
Am meisten geschädigt seien die Lärchenbestände. Bei den bis zu 60jährigen Beständen seien 32% leicht geschädigt, 7% wiesen mittlere Schäden auf.
Bei den über 60jährigen Beständen seien in 40% leichte Schäden und in 50% mittlere Schäden festgestellt worden.
Wenn man alle Holzarten und Altersklassen zusammennehme, ergebe die Aufnahme, daß z.Zt. rd. 25% des Waldbestandes der Stadt Montabaur leichte bis mittlere Schäden aufweisen. Dies decke sich mit den Ergebnisse, die auf Landesebene erzielt wurden. Dabei sei noch zu ergänzen, daß in den oben dargestellten Zahlen die Trocknisschäden enthalten sind, da man eine Unterscheidung in Schäden durch Umwelteinflüsse und durch die Trockenheit im letzten Sommer nicht vornehmen könne.
Forstamtsrat Reifenberger führt aus, daß die vorhandenen Schäden relativ bedeutungslos wären, wenn die schädlichen Umwelteinflüsse heute aufhören würden.
Davon könne man jedoch nicht ausgehen, da die Schäden relativ schnell fortschreiten und eine Verringerung der Umweltbelastungen kurzfristig nicht absehbar sei. Waldbauliche Maßnahmen zur Vermeidung dieser Waldschäden gebe es so gut wie nicht. Zum Teil habe man versucht, dem Waldsterben entgegenzuwirken, indem die Waldböden gedüngt wurden. Diese Maßnahmen versprächen jedoch wenig Erfolg, weil auch Bestände mit guter Bodenqualität von den Schäden befallen seien. Wirkungsvoll könne allein die Verringerung der Schadstoffbelastung sein. Dazu seien in erster Linie die Politiker aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu verwirklichen. Die bisher getroffenen Entscheidungen reichten nicht aus und wirkten insbesondere nicht schnell genug. Auch der Einzelne müsse umdenken.
Zum Schluß dankt Forstamtsrat Reifenberger dem Stadtrat für die Aufgeschlossenheit für die Belange des Waldes und das Vertrauen gegenüber den im Wald be
schäftigten Personen.
2. Forstamtmann Velten berichtet zunächst über die geologischen, klimatischen und
topographischen Verhältnisse in seinem Forstrevier.
Zu den wirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft im Revier "Gelbachtal" bemerkte er, daß es in der Zeit vor 1975 schwierig war, dieses Revier zu bewirtschaften, weil es kaum befahrbare Wege gab. Dies sei im wesentlichen darauf zu-
rs —
yo/n
107
rückzuführen gewesen, daß die Gemeinden nicht über die notwendigen Mittel verfügten, die Wege befestigen zu lassen. In den letzten 10 Jahren sei auf diesem Gebiet viel erreicht worden. Die meisten Wege seien so befestigt worden, daß sie auch mit LKW's befahren werden können. In einigen Fallen müsse dies aber in Zukunft noch geschehen.
Der Holzeinschlag könne heute überwiegend durch eigene Waldarbeiter oder durch Waldarbeiter aus benachbarten Revieren des Forstamtes Montabaur durchgeführt werden.
9 vom
- 22 -

