Akte 
Sitzung 19. Oktober 1983
Entstehung
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So ist es zu erklären, daß die Gemeinden Daubach, Stahlhofen, Otzingen, Mosch­heim usw. ihren Markwald auf der Montabaurer Höhe haben.

Im Jahre 1819 erfolgte dann die Abgrenzung zwischen der Stadt Montabaur und der Ge­meinde Horressen. Damals hat Horressen seinen eigenen Wald zugeteilt bekommen. '

Nach der Verwaltungsreform 1972 wurden die Waldanteile der ehemals selbständigen !

Gemeinden Bladernheim, Eigendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Horressen, Reckenthal und Wirzenborn wieder mit dem Stadtwald von Montabaur vereinigt. j

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Zur Forstbewirtschaftung in der Gegenwart erklärt Forstamtsrat Reifenberger, daß ;

in der Gesamtfläche (1.330 ha) im Jahr rund 6.000 fm Holz eingeschlagen werden.

Dies schlage sich in den jährlichen Hauungs- und Kulturplänen mit einem Haushalts- ; volumen von rund 500.000,-- DM nieder. Der Schwerpunkt der forstlichen Arbeit i

- neben den laufenden Betriebsaufgaben - habe im Forstrevier Montabaur in den 60iger '

Jahren in der Nutzung und Bereitstellung der Flächen für die Munitionsanlage, den Schießstand und die Zufahrtswege zu diesen Anlagen sowie dem Freilegen der Trasse für die Umgehungsstraße gelegen. Dafür sei eine Fläche von insgesamt 20 ha in Anspruch genommen worden. In den 70iger Jahren bis heute bildeten die Pflege der Junqbestände, die Ästung zur Wertholzerzielung und der Schälschutz der Jungbestände sowie die Anlage j verschiedener Erholungseinrichtungen (Grillplatz, Waldspielplatz, Kneippanlage, Wald­lehrpfad und Trimmpfad) den Schwerpunkt der Arbeit.

Auf den Hinweis von Ratsmitglied Widner (SPD) unter Punkt "Verschiedenes", die Geräte am Trimmpfad befanden sich in einem schlechten Zustand, bemerkt Forstamtsrat Reifen­berger, dies sei bekannt. Man habe seinerzeit, vor etwa 10 Jahren, unbearbeitetes Holz für diese Geräte genommen. Für diese Entscheidung seien seinerzeit die hohen Kosten für imprägniertes Holz entscheidend gewesen. Nun zeige sich aber, daß unbe­arbeitetes Holz eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren habe. Man müsse nach und nach dazu übergehen, die schadhaften Geräte auszutauschen. Dies gelte auch für den Model 1- spielplatz am Quendelberg. In den kommenden Jahren müßten Mittel für den Austausch der Geräte in den Haushaltsplänen bereitgestellt werden. Dabei stelle sich dann die Frage, ob wieder unbearbeitetes Holz oder imprägniertes Holz verwendet werden soll.

Forstamtsrat Reifenberger führt zu den finanziellen Auswirkungen der Forstbewirt­schaftung auf den Haushalt der Stadt folgendes aus:

Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre sei aus dem Stadtwald ein Reinerlös von jähr­lich rund 75.000,-- DM erwirtschaftet worden. Dies erscheine aufgrund der Größe des Stadtwaldes auf den ersten Blick als sehr gering. Man müsse dabei aber den hohen Laubholzanteil berücksichtigen und wissen, daß die Preise für Buchenholz wesentlich unter denen für Fichtenholz liegen. Außerdem entstünden für Laubholz höhere Aufar­beitungskosten. So sei es zu erklären, daß kleine Gemeinden des oberen Westerwaldes mit reiner Fichtenbestockung aus wesentlich kleineren Waldflächen höhere Reinein­nahmen erzielen können.

Forstamtsrat Reifenberger zitiert aus der August-Ausgabe 1983 der allgemeinen Forstzeitschrift einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen im Stadtwald Montabaur:

"Trotz der intensiven Wirtschaftsführung konnten finanzielle Defizite für den Waldeigentümer vermieden werden. Im Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre wurde jährlich ein Reinertrag von mehr als 85.000,-- DM erwirtschaftet, für einen Betrieb, der sich zu mehr als 60% aus Laubholzbeständen zusammensetzt, ein beachtliches Ergebnis."

Zur Jagdverpachtung führt Forstamtsrat Reifenberger aus:

Die Waldflächen der Stadt seien alle verpachtet und in sieben Jagdreviere eingeteilt. Der Revierteil auf der Montabaurer Höhe gehöre schon seit jeher zum Rotwild-Kerngebiet, während das Gelbachtal als reines Niederwildrevier zu betrachten sei. Neben dem Rot­wild gäbe es auf der Montabaurer Höhe Schwarz- und Muffelwild. Rehwild und sonstiges Niederwild spielten nur eine untergeordnete Rolle. Das Muffelwild sei 1958 vom Forstamt Neuhäusel und dem damaligen Pächter der Montabaurer Waldjagd, Mast, ausge­setzt worden. Trotz schonender Bejagung halte sich der Muffelwildbestand in Grenzen, da die Standortverhältnisse für Muffelwild auf der Montabaurer Höhe nicht optimal seien.

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