Akte 
Sitzung 01. Juli 1983
Entstehung
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Stadt Montabaur bedeute Kontinuität und Zäsur zugleich. Kontinuität insofern, als er in die lange Reihe der Bürgermeister der fast 700 Jahre alten Stadt Montabaur und die noch kurze Reihe der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur eintrete. Viele Bürgermeister seien vor ihm gewesen, und viele Bürger­meister würden auch noch nach ihm sein. Dessen müsse man sich bewußt sein und bewußt bleiben. Nur wer sich so in der gesamten Entwicklung einer Gemeinde be­greife, gewinne das richtige Maß zum Handeln. Sich selbst in dem unablässig fließenden Strom zwischen Vergangenheit und Zukunft zu sehen, schütze vor Selbst­überschätzung, Anmaßung und Unduldsamkeit. "Demokratie und soziale Gerechtigkeit beginnen nicht mit uns, und sie sollen auch nicht mit uns enden. Dafür müsse man arbeiten." Er bekenne sich - so Dr. Possei-Dölken - zur Kontinuität in der Fort­führung der Leistungen, die gestern und vorgestern in der Stadt und in der Ver­bandsgemeinde erbracht wurden. Das erste Jahrzehnt der Verbandsgemeinde und die letzten 20 Jahre der Geschichte der Stadt würden für die Zukunft immer die Hand­schrift von Wilhelm Mangels tragen. Diese erfolgreiche Arbeit der Zusammenführung der Ortsgemeinden und der strukturellen Fortentwicklung der Stadt Montabaur fort­zuführen, werde ihm eine große Verpflichtung sein. Die Zäsur seiner Amtsübernahme werde darin bestehen, daß jeder Bürgermeister auch zur Verwirklichung eines gleichen Zieles unterschiedliche Wege einschlagen werde. Dabei werde es an Problemen, die es zu bewältigen gelte, nicht fehlen. Dr. Possei-Dölken bedankte sich aus- drücklch für die vielen aufmunternden Worte, die ihm. am Tag der Amtseinführung, aber auch in zahlreichen Schreiben zuvor übermittelt worden sind.

Dieser Tag bedeute eine Zäsur auch für seine Familie, da man nicht mehr ständig in den bisherigen Lebenskreis zurückkehre. Er bedankte sich auch bei dem Bürger­meister der Stadt Beckum, Schnell, und zahlreichen Freunden, die ihn zu diesem Tag der Amtseinführung nach Montabaur begleitet haben.

Mit Blick auf seine zukünftige Tätigkeit unterstrich Dr. Possei-Oölken, es könne heute doch nicht darum gehen, ein Patentrezept zu verkünden. Er sehe für die nächsten Wochen und Monate seine wichtigsten Aufgaben darin, Informationen zu sammeln, zuzuhören, in zahlreichen Gesprächen mit Mitarbeitern, Amtsträgern und Bürgern neben den laufenden Geschäften eine kommunalpolitische Analyse zu er­stellen, erst auf dieser Grundlage sei es möglich, Lösungsperspektiven zu er­arbeiten.

Sodann legte Bürgermeister Dr. Possel-Dölken seinen Handlungsrahmen für die Zukunft in 5 Bereichen dar:

Das Verhältnis zu den Bürgern, zu den örtlichen Betrieben, Verbänden und Interessengruppen stehe für ihn an erster Stelle. Das Rathaus in Montabaur solle allen Bürgern und Einwohnern als Stätte der Beratung und Lebenshilfe offen stehen.

Er wolle den Bürgern Gelegenheit geben, in regelmäßigen Bürgermeistersprech­stunden ihre Anliegen auch unmittelbar gegenüber demBürgermeister zu artikulieren.

Er werde für alle Bürgeranliegen stets ein offenes Ohr haben und versuchen zu helfen, soweit dies möglich sei. Regelmäßige Kontakte in Bürgerversammlungen und bei Repräsentationsanlässen sollten ergänzt werden durch gezielte Gesprächsrunden

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