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In seiner anschließenden Ansprache betonte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Stadt Montabaur, Dr. Paul Josef Possel-Döiken, mit dem heutigen Tag werde nicht nurje/ine neue Seite in der Geschichte der Verbandsgemeinde und der Stadt Montabaur aufgeschlagen. Die Ernennung zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Stadt Montabaur bedeute für ihn, aber auch für seine Familie einen ehrenvollen, erhebenden und wichtigen Tag.
Er bedankte sich bei den Mitgliedern des Verbandsgemeinde- und Stadtrates dafür, daß man ihn mit großer Mehrheit, also auf einer breiten und überparteilichen Basis zum Bürgermeister beider Körperschaften gewählt habe. Dieser Vertrauensbeweis werde ihm Verpflichtung sein, sein Amt verantwortungsbewußt gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern auszuüben. Die Wahl werde ihm Verpflichtung sein, weder überheblich zu sein noch sein Amt als parteipolitisches Amt mißzuverstehen. Er wolle ein Bürgermeister für alle Bürger der Verbandsgemeinde und Stadt sein ohne Ansehen der Person. Für eine fruchtbare Arbeit benötige er das Vertrauen der Bürgerschaft.
Er habe der gesamten Gemeinde und allen Bürgern zu diesen. Er gebe sich nicht der Illusion hin, daß es in der heutigen Zeit leicht und nur angenehm sei, das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Zwar halte er die Befürchtung von öffentlicher Verarmung und Krise in der Kommunalpolitik in dieser Verallgemeinerung nicht für berechtigt. Politik zu betreiben im kommunalen Bereich werde jedoch auf absehbare Zeit nicht mehr heißen können, aus dem vollen zu schöpfen. Vielmehr werde es im kommunalen Alltag künftig darauf ankommen, auszuwählen und Prioritäten zu setzen.
Man müsse auch Verzicht üben. Die Giebote der Stunde seien die Gebote der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit beim Einsatz öffentlicher Mittel. In der Politik werde das Jahr 1983 als "Jahr der Wende" bezeichnet. Je nach politischem Standort sehe man es es an als "Wende zum Aufschwung" oder "Wende zur Ellenbogengesellschaft". ' Wenn die nächsten Jahre eine "Wende zum Besseren" bringen sollten, müsse man den Bürgern mehr Vertrauen vermitteln - mehr Vertrauen in die Zukunft. In zahlreichen politischen Grundfragen habe sich seit einigen Jahren eine pessimistische Grundhaltung breitgemacht, teilweise sogar Angst vor der Zukunft. Die vermehrten Anzeichen von Resignation bei den Bürgern und die&vieifachen Proteste seien jedoch eine Herausforderung an uns anlle. Hier könne man es nicht den Bundes- und Landespolitikern allein überlassen, dem zu begegnen. Auch und gerade auf kommunaler Ebene sei man aufgerufen, den Bürgern mehr Vertrauen, Toleranz und Einsicht zu vermitteln, Einsicht in die Grenzen der öffentlichen Bedarfsdeckung, mehr Vertrauen in die eigene Leistungskraft, mehr Mut zur Eigeninitiative, mehr Vertrauen in die öffentliche Verwaltung, Vertrauen und Mut zur Selbstverwaltung, Toleranz bei der Darstellung sachlicher und politischer Meinungen über anders Denkende,
Mut zur Übernahme von Pflichten und nicht nur zur Wahrnehmung von Rechten, Einsicht in die Gebote der Disziplin und Rücksichtnahme. Gerade auch auf kommunaler Ebene sollte der Aushöhlung des Rechtsstaates zum Rechtsmitteistaat begegnet werden.
Seine heutige Übernahme des Amtes als Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der
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