Akte 
Sitzung 01. Juli 1983
Entstehung
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Nach der offiziellen Amtseinführung sprachen Vertreter der Fraktionen des Verbandsgemeinde- und Stadtrates sowie die Ortsbürgermeister Bürgermeister Dr. Possel-Dölken ihre Glückwünsche aus.

Für die CDU-Fraktionen des Verbandsgemeinde- und Stadtrates bemerkte der Vorsitzende der CDU-Verbandsgemeinderatsfraktion, Josef Becker, der neue Bürgermeister trete sein Amt in einer Zeit an, in der sich die Kommunalpolitik im Umbruch befinde. Die Zeiten der großen und publikumswirksamen Maßnahmen und der Erfolgsberichte seien vorbei. Dies liege zum einen daran, daß viele Aufgaben in der Vergangenheit be- bereits gelöst wurden, zum anderen aber auch daran, daß die öffentlichen Kassen leer seien. Gleichwohl habe heute ein Bürgermeister noch viel zu tun.

Als Zukunftsaufgaben stünden der Bau und die Erweiterung von Schulen und Turn­hallen, von Kläranlagen, Feuerwehrgerätehäusern sowie die Fortführung von Maß­nahmen zur besseren Wasserversorgung an. Als neue Aufgaben seien in Zukunft Umwelt­fragen, die Erhaltung der Landschaft, die Rekultivierung von Tongruben und die Er­schließung neuer Baugebiete bei gleichzeitiger Erhaltung des hohen Wohnwertes zu lösen. In Zukunft müsse auch verstärkt ein Dialog mit den Umweltverbänden geführt werden, um gegenseitiges Verständnis zu gewinnen. Dies gelte auch für die Jugend.

Die Verbandsgemeinde Montabaur habe wie kaum eine andere Verbandsgemeinde die Voraussetzungen für eine sinnvolle Jugendarbeit durch die Beteiligung am Haus der Jugend, die Einstellung eines hauptamtlichen Sozialarbeiters und - in Zusammen­arbeit mit dem Westerwaldkreis - die Betreuung der Jugendlchen durch zwei ehren­amtliche Sozialarbeiter geschaffen. Künftig müßten verstärkte Bemühungen zur Schaffung von neuen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen unternommen werden.

Josef Becker beantwortet sodann pointiert die Frage, welche Kriterien für die % Auswahl des Bürgermeisters entscheidend gewesen seien. Man habe sich dabei von der Astrologie leiten lassen und von daher sei eigentlich nur ein "Wassermann" in­frage gekommen. Ihm werde schließlich nachgesagt, er sei der geborene Politiker, er hätte eine scharfe Beobachtungsgabe, sei diplomatisch, blitzschnell würde er das Wesentliche erfassen, und er sei klug genug, seine Ansichten nicht vorzeitig preiszugeben. Der Wassermann denke heute so wie die Welt in 50 Jahren.

Josef Becker unterstrich sodann, daß keinesfalls diese "Befragung der Sterne" allein Kriterium gewesen sei, Dr. Paul Josef Possel-Dölken zum Bürgermeister zu wählen. Es sei auch unzutreffend, daß die Vertreter der Stadt ihn nur wegen des im Stadtrat häufig vertretenen Namens "Paul" gewählt hätten. Ebenso sei der zweite Vorname des neuen Bürgermeisters "Josef" nicht das entscheidende Kriterium für den Verbandsgemeinderat gewesen. Eine Rolle bei der Auswahl unter den Bürgermeister­kandidaten habe die landsmannschaftliche Herkunft durchaus gespielt. Es sei ein auf den ersten Blick erstaunliches Phänomen, daß gerade die Westfalen im Bereich des Westerwaldes viele wichtige Positionen einnehmen. Vielleicht sei dieser Um­stand zu erklären durch die Gemeinsamkeiten zwischen den Westerwäldern und den Westfalen. Beiden sage man ja nach, sie seien stur, wortkarg, dickköpfig und ein bißchen verschlagen, aber auch fleißig, beständig, charakterfest und sie hätten

9 vom 1983

- Vlii