neuerer Zeit die Landesregierungen wieder Einfluß gewannen und sich die Stadträte und Bürgermeister als Unterbehörden unterordneten.
An den neuen Bürgermeister Dr. Paul Josef Posse!-Dölken gewandt, erklärte Heinz Reusch, wenn er ihn nun in das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Montabaur einführe, so geschehe dies unter zwei Gesichtspunkten:
Die Entstehung dieser Verbandsgemeinde Montabaur sei untrennbar mit dem Namen von Wilhelm Mangels, ihrem ersten Bürgermeister verbunden. Ihm verdanke und schulde die Verbandsgemeinde Montabaur viel.
Mit Blick auf seine neue Aufgabe als Bürgermeister müsse er selbstverständlich richtige Entscheidungen treffen und möglicherweise dem"Fortschritt eine Gasse bahnen. Vor allem aber sei es seine Aufgabe, das Zutrauen der Bürger zur Gemeinde zu stärken und damit Vertrauen zu schaffen. Dazu habe der neue Bürgermeister den Schlüsel in der Hand.
Heinz Reusch wünschte Dr. Paul Josef Possei-Dölken viel Erfolg, Gottes Segen und "jenes Quentchen Glück", das man trotz nachhaltiger Leistungen so notwendig brauche.
Bei der Einführung von Dr. Possel-Dölken zum Bürgermeister der Stadt erinnerte deren I. Beigeordneter Dr. Paul Hütte an das eindeutige Votum für dessen Wahl zum Bürgermeister. Daraus werde deutlich, daß die große Mehrheit des Stadtrates zru vertrauensvollen Zusammenarbeit bereit sei. Es liege an dem neuen Bürgermeiste Meister der Bürger von Montabaur, Meister des Stadtrates, der die Bürger der Stadt zu vertreten habe, zu werden. Mit der Wahl habe man Vertrauen bekundet, und es sei nun die Aufgabe des neuen Bürgermeisters, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Der Bürgermeister müsse bereit sein, im Rat auch bei noch so kontroverser Diskussion alle Fragen auszudiskutieren, auch wenn das hin und wieder die Geduld auf die Probe stelle. Er müsse für jeden Bürger ansprechbar sein, und zwar unabhängig vom Gewicht seines Anliegens und evtl. Schwierigkeiten bei der Entscheidung Als erster Bürger der Stadt habe er "allgegenwärtig" zu sein. Dies sei sicher nicht leicht, insbesondere wenn es gelte, Termine an Wochenenden wahrzunehmen, wenn die Familie ihre Rechte anmelde und der berufliche Streß überhand nehme.
Die Bürger der Stadt, die Vereine und Organisationen erwarteten jedoch häufig, daß die Stadt durch ihren Bürgermeister vertreten sei.
Als Chef der Verwaltung habe er dafür zu sorgen, daß nicht um des Verwaltens willen verwaltet werde und kein Apparat von Bürokraten entstehe, sondern eine funktionstüchtige Verwaltung existiere. Die Bürger und der Stadtrat erwarteten - so Dr. Paul Hütte -, daß Anregungen vom Bürgermeister akzeptiert und umgehend verwirklicht werden. Hier dürfe es zu keinen unberechtigten Verzögerungen kommen, weil sonst die Verwaltung unglaubwürdig werde. Die Verwaltung habe Kritik zu ertragen, wenn sie für den Bürger nicht erreichbar sei. Dieser Kritik werde an erster Stelle der Bürgermeister als Exponent der Verwaltung ausgesetzt sein.

