Akte 
Sitzung 20. Juli 1977
Entstehung
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Ratsmitglied Dr. Hütte (CDU) beantragt, bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses zur Erörterung zu stellen, ob - wie im Bebauungsplan "Altstadt I" vorgesehen*-eine 2- bis 7-geschossige Bebauung des Konrad-Adenauer-Platzes überhaupt sinnvoll ist.

Der Stadtrat nimmt den Bericht über den Stand des Sanierungsverfahrens "Altstadt I" zustimmend zur Kenntnis. Detailfragen werden zur Diskussion an die Fachausschüsse verwiesen.

b) Beratung und Beschlußfassung über den Bau einer Tiefgarage am Konrad- Adenauer-Platz

Nach einer rückblickenden Erläuterung des bisherigen Verfahrens durch Bürgermeister Mangels und Vorlage der nunmehr detaillierten Kostenschätzung wird über die Frage der Anlegung einer Tiefgarage am Konrad-Adenauer-Platz diskutiert. Frau Dipl.-Ing. Friedsam und Dipl.-Ing. Junglas beantworten Fragen der Ratsmitglieder, die sich auf die Finanzierung und Realisierung des Projektes beziehen. Dabei ergeben sich in der Diskussion folgende Schwerpunkte:

1. Das vorliegende Gründungsgutachten, erstellt durch das Ing.-Büro Lehmann,

Trier, wird - wie bereits in den voraufgegangenen Sitzungen - angezweifelt.

Die Skepsis gegenüber den positiven Aussagen des Gutachtens wird damit begrün­det, daß bei Erstellung des Kaufhauses Hisgen unvorhergesehene Gründungsschwie­rigkeiten aufgetreten sind, die zu erheblichen Mehrkosten geführt haben. Man befürchtet hier ähnliche Schwierigkeiten. Es wird die Auffassung vertreten, daß die vorgenommenen Bohrungen nicht ausreichen. Deshalb wurde bereits in

der Sitzung am 30. 6. 1977 vereinbart, ein zusätzliches Bodengutachten in Auftrag zu geben. Das Mitglied des Bauausschusses, Noll, (CDU) empfiehlt, diese Bohrungen vor allem im Bereich des früheren Stadtbaches niederzubringen.

2. Frau Dipl.-Ing. Friedsam berichtet, sie habe angesichts der Befürchtungen des Stadtrates bezüglich der Bodenbeschaffenheit diese Frage mit der Be*zirksregierung erörtert. Bei diesem Gespräch habe man ihr in Aussicht gestellt, daß Zuschüsse

zu den Gründungskosten aus dem Sanierungsfond gewährt werden, wenn sich heraus­stellt, daß sich das Projekt wegen der Bodenbeschaffenheit nachweislich ver­teuert. Der Zuschuß würde sich auf 50 v. H. belaufen. Der Stadtrat beauftragt Frau Friedsam, den Inhalt dieser Verhandlung mit der Bezirksregierung schrift­lich zu bestätigen.

3. Die in der Anlage Nr. 3 beigefügte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung kommt zu positiven Ergebnissen. Es besteht Einigkeit, daß man mit negativeren Zahlen rechnen muß. Der Vorsitzende erklärt, man müsse durchaus mit einer Belastung des Haushaltes aus einer Kostenunterdeckung beim laufenden Betrieb der Tief­garage rechnen, die jedoch zumutbar sei.

4. Es wird sowohl von Frau Dipl.-Ing. Friedsam als auch von Dipl.-Ing. Junglas bestätigt, daß es möglich ist, die Tiefgarage in Bauabschnitten zu realisieren. Das ermögliche es, nach dem ersten Bauabschnitt zu stoppen, wenn sich unerwar­tete Mehrkosten einstellen. Auf diese Feststellung legt besonders Ratsmitglied Dr. Hütte (CDU) großen Wert. Gleichwohl sprechen sich Bürgermeister Mangels und Dipl.-Ing. Junglas dafür aus, nach Möglichkeit^'einem Guß" zu bauen, wenn sich nicht wirklich unerwartete Schwierigkeiten einstellen. Sie begründen dies damit, daß der erste Bauabschnitt wegen der bei ihm anfallenden Erschließungskosten

im Verhältnis zur Gesamtmaßnahme teuer und damit die verkleinerte Tiefgarage unwirtschaftlicher würde.

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