Akte 
Sitzung 26. Mai 1976
Entstehung
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Punkt 1/2, ohne Vorlage

Beratung über die Anfrage des Aktionskreises Jugendzentrum Montabaur

Bürgermeister Mangels verliest ein Schreiben des Aktionskreises Jugendzentrum, in dem sich dieser erkundigt, ob Aussichten bestehen, daß in nächster Zeit in Montabaur ein Jugendzentrum errichtet wird. In diesem Schreiben schlägt der Aktionskreis Jugendzentrum einige Gebäude vor, die nach seiner Ansicht geeig­net sind, dort ein Jugendzentrum einzurichten. Dabei handelt es sich um das Bischöfliche Konvikt, um die Segelflughalle und um das alte Gebäude der Post in der Waterloostraße. Bürgermeister Mangels erklärt, daß die vom Aktionskreis Jugendzentrum genannten Häuser für die Errichtung des Jugendzentrums nicht in Betracht kommen. Das Bistum hat sich bisher schon geweigert, das Bischöfliche Konvikt auch nur zum Teil an die Stadt Montabaur zu vermieten. Die Segelflug­halle wird als völlig indiskutabel und möglicherweise als "Anfang vom Ende" be­zeichnet. Auch das Gebäude in der Waterloostraße kommt nicht in Betracht, da in diesen Gebäude Mieter untergebracht sind, deren Nachbarschaft mit dem Jugend­zentrum als unmöglich betrachtet wird.

Ratsmitglied Dr. Hütte (CDU-Fraktion) bezeichnet das Vorhaben, in Montabaur ein Jugendzentrum zu errichten, als eine "Schuhnummer zu groß". Herr Dr. Hütte verweist auf die Bereisung von zwei Jugendzentren in Neuwied und Andernach.

Diese Besichtigung habe gezeigt, so führt Dr. Hütte aus, daß eine gute Be­treuung eines Jugendzentrums die Einstellung von mindestens ein oder zwei Sozial­arbeitern erfordere. Dies sei bei der derzeitigen Finanzsituation der Stadt un­möglich. Es wird darauf hingewiesen, daß bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für 1976 alle freiwilligen Leistungen gestrichen wurden.

Ratsmitglied Hannappel (SPD-Fraktion) schließt sich der Auffassung an, daß die Einrichtung eines Jugendzentrums bei der finanziellen Situation der Stadt im Moment jedenfalls nicht realisierbar sei.

Es wird angeregt, sich mit der Verbandsgemeinde in Verbindung zu setzen und diese zu bewegen, evtl, die Trägerschaft für das Jugendzentrum in Montabaur zu übernehmen. Bürgermeister Mangels erklärt jedoch, daß kaum mit Bereitschaft im Verbandsgemeinderat zu rechnen ist, in Montabaur ein Jugendzentrum einzu­richten und zu finanzieren, an dem sich die Ortsgemeinden beteiligen sollen, die z. T. in erheblicher Entfernung vom Standort dieser Einrichtung liegen würden. Auch die Anregung, der Kreis möge die Trägerschaft des Jugendzentrums übernehmen, wird als wenig realistisch bezeichnet. Es wird darauf hingewiesen, daß auch der Kreis finanzielle Sorgen hat. Bei den dort anstehenden Investitionen ist nicht zu erwarten, daß der Kreis bereit ist, das Jugendzentrum in Montabaur zu über­nehmen.

Bürgermeister Mangels vertritt die Auffassung, daß es wenig sinnvoll ist, bei den Jugendlichen Hoffnungen zu wecken, die dann doch enttäuscht werden müssen.

Außerdem fordert der Aktionskreis Jugendzentrum in seinem Schreiben Auskunft darüber, welche finanziellen Mittel im Haushaltsplan für die Jugendarbeit vor­gesehen sind. Bürgermeister Mangels erklärt, daß er wegen dieser Frage mit der Vorsitzenden des Aktionskreises ein Gespräch führen wird.

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