Akte 
Sitzung 25. September 1980
Entstehung
Einzelbild herunterladen

- 10 -

*

des ehemaligen Wasserwirtschaftsamtes zum Zwecke des Umbaues in ein Haus der Jugend ab. Seine Fraktion sei zwar für ein Jugendzentrum, nicht aber zu diesen Bedingungen.

Ausschlaggebend sei nicht nur die finanzielle Seite. Eine wichtige Rolle spiele auch die Erkenntnis, daß ein Großteil der Jugendlichen, die das "Haus der Jugend" frequentieren, nicht aus Montabaur selbst, sondern aus den umliegenden Gemeinden kommen. Dies führe zu einer finanziellen Verpflichtung der Verbandsgemeinde und des Westerwaldkreises. Wenn die Ortsbürgermeister es ablehnten, sich finanziell an einem "Haus der Jugend" in Montabaur zu beteiligen, so sei seine Fraktion nun umgekehrt dagegen, daß die Stadt für das Umland allein die Kosten für ein "Haus der Jugend" tragen solle. Eine Zustimmung seiner Fraktion zum Antrag der SPD- Fraktion wäre nur möglich gewesen, wenn sich andere Körperschaften stärker an den Kosten für das "Haus der Jugend" beteiligten, als dies sich bisher abzeichne. Sollte ein stärkeres Engagement der überörtlichen Körperschaften, die nach dem Jugendhilfegesetz eigentlich für diese Aufgaben zuständig seien (Westerwaldkreis) nicht erreichbar sein, so plädiere seine Fraktion für die Schaffung eines Raum­angebotes nur für die Jugendlichen aus Montabaur. Durch einen kleineren Benutzer­kreis sei ein geringeres Raumangebot und damit eine erhebliche Kosteneinsparung sowohl bei den Investitionskosten als auch bei den Folgekosten möglich.

3. Für die CDU-Fraktion erläutert deren Vorsitzender Dr. Hütte die Position seiner Fraktion und erklärt, diese sei von einigen "Eckpfeilern" bestimmt. Die CDU- Fraktion stehe zu ihrer Aussage, daß in Montabaur ein "Haus der Jugend" einge­richtet werden soll. Man sei zu der Erkenntnis gelangt, daß wegen der Beschaffen­heit des ehemaligen Wasserwirtschaftsamtsgebäudes dies ohnehin nur ein Provisorium sein könne. Die CDU-Fraktion sei mittlerweile der Auffassung, das Wasserwirtschafts­amtsgebäude solle auch für andere Zwecke wegen der hohen Grunderwerbskosten nicht mehr von der Stadt angekauft werden.

Die CDU-Fraktion vertrete die Auffassung, daß ein gut funktionierendes Freizeit­zentrum u.a. mit einem Raumangebot für die Jugendlichen am Rande der Stadt optimal wäre. Aus finanziellen Gründen sei dies derzeit jedoch nicht zu realisieren. Die CDU-Fraktion bitte jedoch darum, einmal zu prüfen, ob nicht ein "Schubladen­entwurf" einer Planung für ein solches Freizeitzentrum in Auftrag gegeben werden solle, um im Falle einer Forderung durch Bund oder Land schnell disponieren zu können.

In Erkenntnis dessen, daß sich ein Freizeitzentrum am Rande der Stadt nicht kurz­fristig realisieren lasse, müsse man überlegen, wie der Jugend heute ein Raumange­bot unterbreitet werden könne. Die ins Auge gefaßte Anmietung von Räumen im ehe­maligen Gesundheitsamt scheide aus, da Beeinträchtigungen der Anlieger zu befürch­ten seien. Mit Rücksicht auf die angestrebte langfristige Lösung (Freizeitzentrum am Rande der Stadt) schlage seine Fraktion die Anmietung des Wasserwirtschafts­amtsgebäudes und dessen Ausbau zu einem "Haus der Jugend" vor.

Ratsmitglied Dr. Hütte stellt für die CDU-Fraktion den als Anlage Nr. 2 beige­fügten Gegenantrag zum Antrag der SPD-Fraktion.

4. Ratsmitglied Kochern (FDP) plädiert für den Neubau eines Hauses für die Jugend­lichen und vertritt die Auffassung, dies sei zu einem niedrigeren Preis möglich als der Ankauf des Wasserwirtschaftsamtsgebäudes.

5. Ratsmitglied Widner (SPD) spricht sich gegen den Antrag der CDU-Fraktion aus.

Er bemängelt vor allem, daß es an einer klaren Absichtserklärung für die Anmietung, des Gebäudes fehlt und bezeichnet den Antrag der CDU-Fraktion als "Schauantrag".

- 11 -