Akte 
Sitzung 21. Februar 1979
Entstehung
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Wesentlichster Einnahmefaktor sind die Pflegeentgelte, die durch die Anhebung der Sonderpflegesätze um ca. 8 % im Jahre 1978 und eine pauschale Fortschrei­bung um 4 % ab 1. 1. 1979 um insgesamt 12 % im Vergleich mit 1977 erhöht wer­den mußten.

Für eine längerfristige Festschreibung reichen die neuen Pflegesätze (34, DM/

Tag für Altenheimbewohner mit Einzelzimmer, 46,65 DM/Tag für pflegebedürftige Heimbewohner und 65,55 DM/Tag für besonders pflegebedürftige Heimbewohner) erkennbar selbst dann nicht aus, wenn in gewissen Bereichen die Kosten gedämpft werden könnten.

Ansätze hierfür gibt es bei den Bewirtschaftungskosten durch einen kostenbewuß­teren Umgang mit der Energie, beim Lebensmittelverbrauch durch einen noch stärker auf den Bedarf älterer Menschen abgestellten Lebensmitteleinkauf und - falls dies politisch gewollt ist - durch eine Einschränkung des Betreuungsaufwandes.

Nach den am 20. 12. 1977 erlassenen Richtlinien über die Gewährung von Taschengeld nach dem Bundessozialhilfegesetz sind beispielsweise kulturelle Bedürfnisse,

Teilnahme an geselligen Veranstaltungen, Benutzung von Nahverkehrsmitteln, Lese- und Schreibmaterial, Körperpflege und Reinigung aus den Taschengeldern der Heim­bewohner zu finanzieren. Derartige Leistungen sollten nicht mehr wie in der Ver­gangenheit in den Pflegesätzen berücksichtigt werden.

Ob sich auf dem Personalsektor eine größere Effektivität erreichen läßt, muß geprüft werden. Er stellt mit rd. 750.000, DM und Steigerungsraten zwischen 8 und 10 % den größten Ausgabeposten dar. Der Kostenanstieg im Jahre 1979 ist im wesentlichen zurückzuführen auf die Einstellung einer ausgebildeten Altenpflegerin und die zu erwartenden allgemeinen Lohn- und Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst.

Im Sachkostenbereich müssen trotz angestrebter Kostendämpfung die kommenden allge­meinen Preissteigerungen einkalkuliert werden.

Die eingeplanten Lohnkostenerstattungen an den Bauhof der Verbandsgemeinde und der Stadt Montabaur orientieren sich am Vorjahresbedarf. Obwohl die Inanspruchnahme von Arbeitskräften dieser Einrichtungen insbesondere für Instandsetzungsarbeiten jeder Art kostengünstiger ist als ein Unternehmereinsatz, muß trotzdem aufgrund der allgemeinen Lohnentwicklung mit Kostensteigerungen in diesem Bereich gerechnet werden.

Wie problematisch allgemein eine Kostensenkung ist, zeigt sich an diesem Beispiel ganz besonders deutlich.