Akte 
Sitzung 04. November 1955
Entstehung
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Im September d.J. von der Finanzverwaltung vorgenommene Überprü­fung der bereits geleisteten Zahlung und noch zu erwartenden Zah­lungen führten zu dem Ergebnis, daß die im Kostenanschlag angesetz­ten Mittel 501.000, DM unmöglich zur Finanzierung des Gesamtpro­jektes ausreichen könnten. Die unverzüglich mit dem Ing.Büro Gaul aufgenommenen Verhandlungen bestätigten leider die Vermutungen der Finanzabteilung. Der von Herrn Diplom-Ing. Gaul und 2 seiner Mitar­beiter am 31.10.1955 persönlich überbrachte neue Kostenanschlag er­gibt einen Betrag von 682.000, D^ somit einen Mehrbetrag von 181.000, DM. Es ist zwar schier unerklärlich, daß das Ing.Büro Gaul sich so verkalkuliert hat, aber trotzdem können wir nicht auf halbem Wege stehen bleiben.

Herr Oberrentmeister Gilles führt aus, daß nach seiner Berechnung die noch bereitzustellenden 161.000, DM so aufzubringen sind, daß im Rechnungsjahr 1955/56 DM 61.000, bereitgestellt werden und die restlichen 100.000, DM im Etat 1956. Es muß eben im kom­menden Jahr unter Berücksichtigung der Wasserwerkserweiterung alles andere zurückgestellt werden.

Herr Bürgermeister dankt Herrn Gilles für seine Ausführungen. An­schließend bermerkt er, daß die Wasserversorgung für Montabaur schon immer ein heikles Thema gewesen wäre. Er ist der Ansicht, daß wir uns von vorne herein mit einer so hohen Summe hätten ab- finden müssen, wenn sie nur gleich aufgestellt worden wäre. Viel­leicht wird es trotzdem noch möglich sein, bei der einen oder ande­ren Position etwas einzusparen.

Weiter gibt Herr Bürgermeister davon Kenntnis, daß er sich Hochbe­hälter in anderen Gemeinden und Städten angesehen habe, die inf^den letzten Jahren erstellt worden sind. Diese Hochbehälter seien selbst­verständlich nach modernsten Gesichtspunkten erstellt worden, was auch für Montabaur der Fall sein muß. Hier zu sparen wäre falsch gespart.

Herrn Bürgermeister hat ein in Koblenz erstellter Hochbehälter sehr gut gefallen. Auch das Wasserwirtschaftsamt in Montabaur, dem der Plan vorgelegt wurde, habe sich anerkennend geäußert. Mit dem von Herrn Dipl.Ing. Gaul aufgestellten Plan bezüglich des am Himmelfeld zu erstellenden Hochbehälters ist das Wasserwirtschafts­amt noch nicht einverstanden.

Der Plan, den Hochbehälter auf das Himmelfeld zu stellen, ist nicht neu. Schon aus dem Jahre 1921 liegen diesbezügliche Pläne des Dipl. Ing. Endris vor. Die Pläne scheiterten damals daran, daß nicht das genügende Wasser vorhanden war, diesen Behälter zu speisen.

Das Landesstraßenbauamt hat mitgeteilt, daß die Umgehungsstraße um Montabaur gebaut wird. Um spätere Unkosten zu vermeiden, wird gebeten, die Wasserleitungsrohre entsprechend tief zu legen.

Die alten Wasserquellen im Stadtwald waren in den letzten Tagen in ihrer Ergiebigkeit so zurückgegangen, daß fast wieder Sparmaßnahmen ergriffen werden mußten. In kürzester Frist soll 'Wasser aus der Hain­quelle in den Hochbehälter im Stadtwald geführt werden, so daß alle Wassernot behoben i-st. ' *

Der Hochbehälter auf dem Himmelfeld und die Entsäuerungsanlage sol­len erst im Frühjahr 1956 in Angriff genommen werden. Bei den der­zeitigen Witterungsverhältnissen würden die Anfahrtswege beim An­fahren von Material zu stark beschädigt, auch könnten durch den bald eintretenden Frost an den Bauwerken Schäden entstehen.

Es folgt ^eine lebhafte Diskussion, an der sich alle Fraktionen be­teiligen.

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