Akte 
Sitzung 09. Dezember 1954
Entstehung
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Montabaur, den 14. Dezember 1954 Bericht über die Stadtratssitzung vom 9- Dezember 1954

Anwesend waren unter dem Vorsitz von Bürgermeister Eraulich: die Beigeordneten: Behl, Frank und Hannappel

die Stadträte: Morschheuser, Hartert, Frl. Seepe, Weimer,

Mahn, Rothbrust, Decker, Intra, Germann,

Scheidt, Schmidt, Orth und Rätz.

Entschuldigt fehlten die Stadträte: Michel, Eberz, Burg, Altenhofen

und EUntermann.

Herr Bürgermeister eröffnet um 17,20 Uhr die Sitzung mit einer kurzen Begrüßung und stellt anschließend fest, daß form- und fristgerecht geladen und der Stadtrat beschlußfähig ist. Außer der Fresse sind im Zuhörerraum anwesend zwei Oberklassen des Gymnasiums mit ihrem Elassenlehreryf, Studienrat Dr. Wenzel.

Alle begrüßt Herr Bürgermeister aufs herzlichste.

Die heutige Sitzung ist wohl die letzte für dieses Jahr. Das Jahr 1954 war ein arbeitsreiches, aber auch ein sorgenvolles Jahr. Die größte Belastung war wohl die Sorge um die Sicherstellung der Wasserversorgung.

Bevor in die Tagesordnung eingetreten wird, gibt Herr Bürger­meister ein genaues Bild über den Stand der Wasserbohrungen.

Am 1.12.1954 hat ein Fumpversuch im Hain stattgefunden, bei dem der Landesgeologe Dr. Schwüle und der beratende Geologe Dr. Schenk zugegen waren. Der Fumpversuch begann am 1.12. mit­tags um 12,00 Uhr und wurde beendet am 2.12. gegen 18,00 Uhr.

Die Bohrung ist 51 Di tief. Bei einer Absenkung von 15m wurde eine Tagesleistung von 250 cbm erreicht. Die Bohrung soll weiter gehen und zwar bis zu einer Tiefe von 100 - 120 m. Die Geologen sind der Ansicht, daß sich die Ergiebigkeit bis zum Dreifachen der jetzigen Leistung erhöhen wird.

Am 7.12.1954 wurde in der Bohrung "Im Frinzenschlagit ebenfalls ein Fumpversuch unternommen. Diese Bohrung ist 23 m tief. Bei einer Absenkung von 15m erbrachte der Fumpversuch in der Zeit vom 7.12. 17,oo Uhr bis 8.12. 21,oo Uhr eine Ergiebigkeit von 200 cbm täglich. Nach dem Vorschlag der Geologen soll auch diese Bohrung bis zu einer Tiefe von 6o m fortgesetzt werden.

Bis Februar 1955 wird es soweit sein, daß mit dem Ausbau der Brunnen begonnen werden kann.

Jetzt kann auch dam Industriewerk, das sich hier ansiedeln will, mit gutem Gewissen die Zusage gegeben werden, daß die Wasserver­sorgung des Werkes sichergestellt ist.

Herr Bürgermeister bittet den Stadtrat, sich damit einverstanden zu erklären, daß ein weiterer Funkt auf die Tagesordnung gesetzt wird und zwar:

"Grundstückssache Oster".

Ob dieser Funkt in der öffentlichen oder nichtöffentlichen Sit­zung zu behandeln ist, muß der Stadtrat nach der neuen Gemeinde­ordnung noch besonders und zwar am Schluß der öffentlichen Sit­zung beschließen.

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