Es sei sogar versucht worden, über den Innenminister Dr. Zimmer Druck auszuüben, aber der Herr Innenminister habe sofort nach Darlegung der Verhältnisse das Verhalten der Verwaltung als richtig eingesehen. Im übrigen werde die Stadt auch weiterhin die guten Beziehungen zu den Heimatvertriebenen wie bisher pflegen, ungeachtet dieses Vorkommnisses.
Die Sprecher aller Fraktionen sind sich darin einig, daß Herr Bürgermeister Eraulich seine Pflicht im Interesse der Stadt voll und ganz getan habe und billigt somit der Stadtrat einstimmig das Verhalten des Herrn Bürgermeisters und der Verwaltung.
Stadtrat Hahn, der als Heimatvertriebener auch Mitglied des BVD. ist, führt aus, daß von Seiten der Heimatvertriebenen diese Unstimmigkeiten sehr bedauert würden. In den nächsten Tagen würden sich einige Herren des BVD beim Herrn Bürgermeister einfinden, um die Angelegenheit zu bereinigen.
4 .) Eingabe des Bezirksverbandes des Hotel- und Gaststättengewerbes betr. Hotel am Himmelfeld.
Herr Bürgermeister gibt das Schreiben vom 4 . Oktober 1954, das sich gegen eine Errichtung des neuen Hotels am Himmelfels ausspricht, bekannt. Er führt noch ergänzend zu dem Schreiben aus, daß er und die Verwaltung nur das getan habe, was in der letzten Stadtratssitzung beschlossen wurde. Auf den Ton des Schreibens möchte ich überhaupt nicht eingehen. Es wird von mir überhaupt nicht beantwortet. Ich bin es nicht gewohnt, in einem solchen Ton mit mir verkehren zu lassen.
Herr Bürgermeister gab einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung der Ubernachtungsmöglichkeiten und Pensionen in Montabaur, die Ausgaben, die die Stadt für die Fremdenwerbung seit der Währungsreform geleistet hat, Schaffung eines neuen Prospektes, die Schwierigkeiten in Bezug auf Bettenbedarf, Unterbringung von Fremden bei Pauschalaufenthalten und begründet noch einmal die Bedürfnisfrage für den Hotelneubau am Himmelfeld, der in keiner Weise das einheimische Hotel- und Gaststättengewerbe schädigen kann.
Einer der Mitunterzeichner des Schreibens des Gaststättengewerbes habe ihm gesagt, es fehle ein großer Betrieb in Montabaur, die Stadt solle eine Stadthalle bauen. Und nun will man die Bedürfnisfrage verneinen. Der Stadtrat hat den Verkauf des Geländes beschlossen, diesen Beschluß habe ich ausgeführt.
Die Sprecher aller Fraktionen sind sich mit dem Bürgermeister und der Verwaltung einig, daß in Montabaur ein großes Bedürfnis für den Hotelneubau am Himmelfeld besteht, lehnen den Ton des Schreibens entschieden ab und beschließen einstimmig, zur Tagesordnung überzugehen.
Stadtrat Weimer bittet darum, daß man die Gasgesellschaft veranlassen solle, die aufgebrochenen Bürgersteige und Straßen wieder in den Urzustand zu versetzen.
So gäbe es viele Stellen, an denen die Bürgersteigplatten abgesunken seien oder regelrechte Senken entstanden sind.
Herr Bürgermeister antwortete, daß sich die Gasgesellscnaft bei der Rohrverlegung verpflichtet habe, an Straßen, Wegen und Bürgersteigen
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