Akte 
Sitzung 14. Oktober 1954
Entstehung
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Es sei sogar versucht worden, über den Innenminister Dr. Zimmer Druck auszuüben, aber der Herr Innenminister habe sofort nach Dar­legung der Verhältnisse das Verhalten der Verwaltung als richtig eingesehen. Im übrigen werde die Stadt auch weiterhin die guten Beziehungen zu den Heimatvertriebenen wie bisher pflegen, ungeach­tet dieses Vorkommnisses.

Die Sprecher aller Fraktionen sind sich darin einig, daß Herr Bürgermeister Eraulich seine Pflicht im Interesse der Stadt voll und ganz getan habe und billigt somit der Stadtrat einstimmig das Verhalten des Herrn Bürgermeisters und der Verwaltung.

Stadtrat Hahn, der als Heimatvertriebener auch Mitglied des BVD. ist, führt aus, daß von Seiten der Heimatvertriebenen diese Unstimmigkei­ten sehr bedauert würden. In den nächsten Tagen würden sich einige Herren des BVD beim Herrn Bürgermeister einfinden, um die Angelegen­heit zu bereinigen.

4 .) Eingabe des Bezirksverbandes des Hotel- und Gaststättengewerbes betr. Hotel am Himmelfeld.

Herr Bürgermeister gibt das Schreiben vom 4 . Oktober 1954, das sich gegen eine Errichtung des neuen Hotels am Himmelfels ausspricht, bekannt. Er führt noch ergänzend zu dem Schreiben aus, daß er und die Verwaltung nur das getan habe, was in der letzten Stadtrats­sitzung beschlossen wurde. Auf den Ton des Schreibens möchte ich überhaupt nicht eingehen. Es wird von mir überhaupt nicht beant­wortet. Ich bin es nicht gewohnt, in einem solchen Ton mit mir verkehren zu lassen.

Herr Bürgermeister gab einen ausführlichen Bericht über die Ent­wicklung der Ubernachtungsmöglichkeiten und Pensionen in Montabaur, die Ausgaben, die die Stadt für die Fremdenwerbung seit der Wäh­rungsreform geleistet hat, Schaffung eines neuen Prospektes, die Schwierigkeiten in Bezug auf Bettenbedarf, Unterbringung von Frem­den bei Pauschalaufenthalten und begründet noch einmal die Be­dürfnisfrage für den Hotelneubau am Himmelfeld, der in keiner Weise das einheimische Hotel- und Gaststättengewerbe schädigen kann.

Einer der Mitunterzeichner des Schreibens des Gaststättengewerbes habe ihm gesagt, es fehle ein großer Betrieb in Montabaur, die Stadt solle eine Stadthalle bauen. Und nun will man die Bedürfnis­frage verneinen. Der Stadtrat hat den Verkauf des Geländes be­schlossen, diesen Beschluß habe ich ausgeführt.

Die Sprecher aller Fraktionen sind sich mit dem Bürgermeister und der Verwaltung einig, daß in Montabaur ein großes Bedürfnis für den Hotelneubau am Himmelfeld besteht, lehnen den Ton des Schreibens entschieden ab und beschließen einstimmig, zur Tagesordnung über­zugehen.

Stadtrat Weimer bittet darum, daß man die Gasgesellschaft veran­lassen solle, die aufgebrochenen Bürgersteige und Straßen wieder in den Urzustand zu versetzen.

So gäbe es viele Stellen, an denen die Bürgersteigplatten abgesun­ken seien oder regelrechte Senken entstanden sind.

Herr Bürgermeister antwortete, daß sich die Gasgesellscnaft bei der Rohrverlegung verpflichtet habe, an Straßen, Wegen und Bürgersteigen

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