Bestand 
Protokolle der Stadtverordneten-Versammlung 1919-1928
Entstehung
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werde, der z. B. unter Überschreitung der Höchstpreise wichtige Nahrungsmittel, die sonst nicht zu erfassen seien, für die Stadt beschaffe. Die Versammlung nahm mit Befremden davon Kenntnis, daß die Leitung des Lebensmittelamtes die Angebote zweier Gemeinden abgelehnt habe, die der Stadt wöchentlich einen Zentner Butter für den Preis von 12,- Mark pro Pfund zu liefern sich bereit erklärt hatten. Es wurde dabei allerdings auch hervorgehoben, daß man den Herrn Bürgermeister nicht zwingen könne, ein derartiges Geschäft abzuschließen. Weiter wurde aber auch festgestellt, daß in vielen andern Gemeinden und Kreisen Geschäfte ähnlicher Art unbeanstandet getätigt worden sind.
Es kam sodann die Rede auf eine in der Stadt zirkulierende, an den Herrn Regierungspräsidenten in Wiesbaden gerichtete Bittschrift, in welcher der Herr Regierungspräsident gebeten wird auf den Herrn Bürgermeister Reis dahin zu wirken daß er die Leitung des Lebensmittelamtes wieder übernehme und in der der Herr Präsident weiter gebeten wird, das gegen Herrn Bürgermeister Reis schwebende Disziplinarverfahren insoweit einzustellen, als dasselbe etwaige Übertretungen auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung der Stadt zum Gegenstand habe. Nach längerer Aussprache faßte die Versammlung einstimmig folgende Resolution die dem Herrn Regierungspresidenten in Wiesbaden durch den Stadtverordneten-Vorsteher zur Kenntnis gebracht werden soll:
„Zahlreichen Bürgern und Bürgerinnen, der Stadt Montabaur ist vor einigen Tagen durch den städtischen Arbeiter Kunoth eine an den Herrn Regierungspräsidenten in Wiesbaden gerichtete Eingabe zur Unterschrift vorgelegt worden in welcher der Herr Regierungspräsident gebeten wird, dahin zu