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Montabaur

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Nr. 44/97

Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 1997

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt vom 3. November bis zum 30. November 1997 seine diesjährige Haus- und Straßensammlung durch.

Seit mehr als 75 Jahren hat der VdK die Aufgabe, auf den Schlachtfeldern dieser Erde die gefallenen deutschen Soldaten zu suchen, zu bergen, zu identifizieren und zu bestatten. Darüber hinaus fördert er die internationale Zusammenarbeit und die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Opfer.

»Warum das alles noch?«, fragen sich viele Menschen.

Die Grundlagen bilden die vier Genfer Rot-Kreuz-Abkommen, auch Genfer Konvention genannt. Weiterhin gilt das Gräbergesetz vom 9. Juli 1965, wonach die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ein dauerndes Ruherecht haben.

Viele fragen auch, warum erfüllt die Bundesregierung nicht selbst diese Aufgabe sondern ein Verein?

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Staat politisch und wirtschaftlich zerschlagen. Die Not in der Bevölkerung war riesengroß. Arbeitslosigkeit und Inflation bestimmten das Leben. Der Gräberdienst bestand nach dem Kriege weiter und wurde beim auswärtigen Amt angesiedelt, da die Gefallenen an zahlreichen Orten im Ausland begraben waren. Aufgrund der herrschenden Situation hatte dieser staatliche Gräberdienst aber kaum eine Bedeutung. Der Volksbund, der aus einem Zusammenschluß von über 40 Vereinen entstand, setzte sich zur Aufgabe, den Gräberdienst aktiv zu unterstützen. Erst dadurch war eine wirkliche und tatkräftige Kriegsgräberfürsorge im Ausland möglich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte eine ähnliche Situation, nur daß diesmal Millionen von Kriegsopfern auch auf demTerritorium der neu entstandenen Bundesrepublik zu beklagen waren. Die Bundesregierung übertrug die Aufgabe der Kriegsgräberfürsorge an den Volksbund, unterschied aber nach Kriegsgräbern auf dem Territorium der Bundesrepublik und Kriegsgräbern im Ausland.

Der Volksbund erhielt die Kompetenz für die Kriegstoten im Ausland, d. h. Bau von Friedhöfen, Pflege und Instandhaltung.

Für die Kriegstoten im Inland ist das Bundesministerium für Familie zuständig (über die Länder, die Regierungsbezirke, Kreise und Gemeinden). Auf Bitten zahlreicher Gemeinden erhielt aber der Volksbund auch eine Mitwirkung bei der Entstehung von Kriegsgräberstätten in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Volksbund pflegt heute im Ausland auf etwa 400 Friedhöfen (davon im Vorjahr ca. 90 in Osteuropa) die Gräber von über 1.400.000 deutschen Kriegsopfern. Alleine in Osteuropa sind über 3 Millionen deutsche Soldaten gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verstorben. Soweit noch möglich, werden auch für sie würdige Begräbnisstätten angelegt und die Hinterbliebenen über das Schicksal des Toten aufgeklärt. 1

Mehr als 700.000 Besucher haben im Ausland bis jetzt deutsche Kriegsgräberstätten aufgesucht. Hinzu kommen die Teilnehmer der Volksbund-Jugendlager.

Für diese intensive Arbeit benötigt daher der Volksbund hohe finanzielle Mittel. Diese müssen zum Teil durch die Haus- und Straßensammlungen aufgebracht werden.

Daß im Bereich der Verbandsgemeinde Montabaur die Sammlung von vielen Mitbürgern im Verbands­gemeindebereich unterstützt wird, zeigt deutlich die im Rathaus hängende Anerkennungsplakette des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Daher bitten wir alle Bürger diese Arbeit des Volksbundes weiterhin mit Spenden zu unterstüt­zen. Weisen Sie die ehrenamtlichen Sammler nicht zurück sondern helfen Sie.

Wir alle sind aufgerufen, denn Kriegsgräber erinnern die Lebenden daran, Frieden zu bewahren.

Dr. Possei-Döiken, Bürgermeister Dieter Kanz, Beauftragter