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Wochenblatt Montabaur

98

Njr. 51/52/95

eine Gemeinschaftsaktion von Kreisverwaltung und Verlag Linus Wittich

VERLAG

WITTICH

Liebe Leserinnen und Leser, mit dieser Seite wendet sich der Westerwaldkreis an seine älte­ren (wenn auch sicherlich im Herzen jung gebliebenen) Bür­gerinnen und Bürger. Einmal im Monat sollen künftig auf einer besonderenSeniorenseite Informationen vermittelt wer­

den, die besonders für Men­schen über 60 interessant sind. Im Westerwaldkreis leben der­zeit mehr als 39.000 Personen, die 60 Jahre und älter sind. Das entspricht ca. 20 % unserer Gesamtbevölkerung. Manche von ihnen sind krank oder gebrechlich; die meisten aber stehen mit beiden Beinen und aktiv im Leben. Viele sind noch berufstätig, sehr viele aber set­zen ihre Zeit und ihre Kraft ohne Bezahlung für andere ein. So mancher Verein könnte ohne den Einsatzseiner Senioren nicht mehr existieren, und der Lebensstandard nicht weniger Familien gründet sich darauf, daß Oma und Opa kräftig mit anpacken. Für diese Beiträge

zum Gemeinschaftsleben danke ich unseren Seniorinnen und Senioren herzlich.

Die Kreisverwaltung hat schon vor Jahren in einemSenioren­programm nicht nur Hilfsmög­lichkeiten bei Problemen älterer Menschen zusammengestellt, sondern auch die vielfältigen Möglichkeiten der Aktivität. Bei der Diskussion darüber ist immer wieder deutlich gewor­den, daß ein Medium fehlt, durch das man sich senioren­spezifische Informationen aus der Region beschaffen kann. Diese Lücke soll dieSenioren­seite des Kreises in den Infor­mationsblättern der Verbands­gemeinden schließen. Ich hoffe sehr, daß dieser Spezialdienst

das Seniorenleben in unserem Kreis ein Stück weit erleichterr kann. Das sind wir Jüngerer unseren Seniorinnen und Seni­oren schuldig.

Die erste Nummer der Seni orenseite erscheint kurz vor, Weihnachten und enthält des­halb auch eine kleine Weih­nachtsgeschichte. Ich wünsche mir, daß die Seniorenseiten vie­le Leserinnen und Leser finden; und ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest unc alles Gute im Neuen Jahr.

Ihr

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Peter Paul Weinert

Landrat des Westerwaldkreisel

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In der Adventszeit geschah etwas Merk­würdiges. Ich stand am Theaterplatz, war­tete auf den Bus und die Kapelle spielte Weihnachtslieder. Plötzlich tauchte neben mir ein Mann auf, der aussah wie ein Künst­ler, gab mir die Hand und sagte:Frieden den Menschen, die guten Willens sind. Im ersten Moment war ich so erstaunt, daß ich keine Worte fand. Dann gab auch ich ihm die Hand und sagte:Dankeschön. Er ging zu den anderen und sagte dasselbe. Jetzt lachten sie ihm schon freundlich zu und sagten:Danke, das wünschen wir auch. Ein Pärchen, das in der Reihe stand und schäkerte, begrüßte er auch und es antwor­tete ihm:Schalom.

Der Bus kam, wir stiegen ein und bei all den Vorbereitungen für das Fest hatte ich die Begebenheit vergessen.

Am Weihnachtsabend, das Essen und die Bescherung waren schon vorbei, gabs einen Augenblick der Besinnung. Da fiel mir der Mann vom Theaterplatz wieder ein. Ich erzählte das Erlebnis meiner Familie. Es wurde still, alle schwiegen, aber dann ging es los.Friede wäre schön, aber über­

all auf der Welt wird geschossen, es gibt keine Verständigung unter den Menschen. Schon wenn man sich im eigenen Haus

umschaut.Unter uns wohnt Frau K.

und was macht die Alte ? Sie schimpft so oft über den Krach, den die Kinder im Trep­penhaus machen. Mein Schwiegersohn meldete sich zu Wort.Wenn über uns die junge Frau P. unseren Buben einmal die Meinung geigt, den Trabanten sagt, daß sie nicht so laut sein sollen, weil ihr Mann Nachtschicht hat, dann ist das schon in Ord­nung. Wir sind es, die den Unterschied machen. Der zwölfjährige Andreas stütz­te den Kopf in die Hand. Plötzlich sah er sich um.Was glaubt ihr, das Frau K. heu­te am Weihnachtsabend macht ? Der Jun­ge hatte der alten Frau oft geholfen, ihren Einkaufswagen die Treppe hochzutragen.

Ist sie nicht mutterseelenallein ? Wii! schauten uns alle stumm an, wußten, daß ihre Kinder im Osten leben, arbeitslos sind und kein Geld haben, sie zu besuchen. IiJ die Stille hinein fragte ich:Sollen wir si nicht zu uns holen ? Niemand antwortete, Niemand wagte es, den ersten Schritt z tun. Plötzlich stand Andreas auf, griff eine Schachtel Pralinen vom Tisch und sagte Ich gehe.

Es wurde still im Raum. Wir hörten diel

Wohnungsklingel.Schweigen....

und plötzlich Schritte auf der Treppe. Sie kam, ein verlegenes Lächeln auf den Lip­pen.Ich möchte nicht stören, aber d ei

Andreas hat darauf bestanden. Wii

nahmen sie in unsere Mitte und boten ihifl ein Glas Glühwein an. Danach war alli Befangenheit wie weggeblasen. Es wurde richtig gemütlich. Wir tauschten Erfahrunl gen und Erinnerungen aus über die Kindei und ihre Erziehung und diskutierten übei die allgemeine Lage in der Welt. Es wai | einer der schönsten Weihnachtsabende ir meinem Leben.

Später, als schon alle im Bett lagen, kan | meine Tochter zu mir in die Küche unc meinte:Was für ein harmonischer Abend Aber immer noch klingt in mir das Wor nach:Frieden den Menschen auf Erden die guten Willens sind. Das sollten wir in | kleinen Kreis beherzigen.

Else Hofmant

gssssss easg asssss sssssss ssgggg sess sssssss ggggggg ssssssa tssssss saasas asm sassss »aa «sasa sssss

* Alten- und Pflegeheime '

| Im Westerwaldkreis gibt es 20 Alten- und Pflegeheime mit ins- j I gesamt 1347 Plätzen. i

* Zur kurzfristigen Unterbringung von pflegebedürftigen Perso-

| nen verfügen einige Einrichtungen über sogenannte Kurzzeit- j I pflegeplätze. i

* Das Altenheimverzeichnis kann bei der Kreisverwaltung des

| Westerwaldkreises - Leitstelle für Seniorenffagen - Peter-Alt-1 I meier-Platz 1, 56410 Montabaur, angefordert werden. i

I Malwettbewerb

| für Westerwälder Heimbewohnerinnen und Heimbewohner An diesem Wettbewerb beteiligten sich 69 Seniorinnen und Seni- | oren aus 14 Alten- und Pflegeheimen.

| Den 1. Preis in Höhe von 500,- DM überreichte der Schirmherr ' der Veranstaltung, Landrat Peter Paul Weinert, am 24. Oktober | j 1995 an Frau Anni Stoll (85 Jahre). Weitere Preise erhielten Frau \ . Hedwig Götsch (84 Jahre), Frau Paula Sturm (90 Jahre), Frau | Margarete Gress (82 Jahre), Frau Luise Hickel (73 Jahre), Frau jjj i Ella Roth (84 Jahre) und Frau Hildegard Schulte (81 Jahre).