Wochenblatt
der Verbandsgemeinde Montabaur
nri
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sowie der Zweckverbände gemäß § 2t der Gemetndeordnung für Rheinland-Pfalz vom 14, Dezember 1973 - GVBI S 419 - in der derzeit gültigen Fassung - und den Bestimmungen der Hauptsatzung.
WochenzGjtung mit öffentlichen Bekanntmachungen der Ortsgemeinden
Jahrgang 23
Freitag, 24. November 1995
Nummer 47
Feierstunde am Volkstrauertag
Im Geist der Opfer tun Menschlichkeit und Frieden mühen
MONTABAUR. Am späten Nachmittag des Volkstrauertags fand auf dem Ehrenhain
Westerwald bei guter Beteiligung der Bevölkerung die Gedenkfeier für die Opfer der
Kriege und der Gewalt statt, an deren musikalischer Gestaltung der Musikverein Herschbach (Dirigent Frank Seliga) und der katholische Kirchenchor Montabaur (Leitung KMD Alfred Koob) beteiligt waren. Soldaten der Westerwaldkaserne unter dem Kommando von Oberleutnant Portz bildeten den Ehrenzug der Bundeswehr.
Bürgermeister Dr. Possel-Dölken betonte in seiner Eröffnung den bleibenden Charakter des Gedenktages, der unveränderte Bedeutung habe. Die Gedenkrede von Landrat Peter Paul Weinert ging auf das jüngste, als »Mörder«-Urteil bezeichnete Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein. »Unsere Soldaten sind keine Mörder — diejenigen nicht, um die wir trauern und erst recht nicht jene, die heute ihren Wehrdienst ableisten in einer Zeit, in der es wahrlich angenehmere Alternativen gibt.« Es könne kein Grundrecht auf Entwürdigung von anderen geben, betonte der Landrat und fuhr fort: »Unser Land geht furchtbaren Zeiten entgegen, wenn derjenige, der Dienst für uns alle leistet, als der Dumme gilt, den man nach Herzenslust beschimpfen kann.« Jeder solle zur Ächtung von Haß beitragen, daß das Leben ein Stück menschlicher werde.
AufVersöhnung und Vergebung gerichtet waren die Gebete, die Dekan GeorgNiederberger und Vikar Michael Brück von den beiden christlichen Gemeinden der Stadt sprachen und in denen Gott um das Geschenk der Hoffnung ebenso angerufen wurde, wie um die Gnade, den Menschen bereit zu machen, Leiden zu lindern und für Frieden und Freiheit einzutreten.
Kränze legten nieder Landrat Weinert für die Landesregierung, Bürgermeister Dr. Possel-Dölken für die Stadt und Verbandsgemeinde Montabaur und Oberst Plath für die Bundeswehr sowie Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der Reservistenkameradschaft Montabaur, des VdK-Ortsverbandes Montabaur und des Kreisverbandes Deutscher Soldaten. Auf dem Ehrenhain sind 1.009 Gräber deutscher Soldaten angelegt. Ein weiterer, kleinerer Soldatenfriedhof mit Gefallenen des Krieges 1914/18 befindet sich in der Nähe der alten Friedhofskapelle. JOS

