Montabaur
Nr. 30/95
JH
bereit sein, die Reste zurückzunehmen und einer sachgerech- Sauertal und am Hammerweg bis in die Marau werden als ten Beseitigung zuzuführen. Papier-, Öl-, Walkmühlen und zur Spinnerei genutzt. Erst
Beim nächsten Einkauf achten Sie sicher darauf, keine Pro- nach dem Anschluß der Stadt an das Eisenbahnnetz entstehen dukte zu wählen, die an ihrem Ende zum Sondermüll gebracht Betriebe, die ihre Produktion mit Dampfmaschinen betreiben, werden müssen! Bis dahin zeigt schon das Journal der Stadt über »An- und
Abmeldung der Dienstboten, Gesellen, Fabrikarbeiter « (1), daß Montabaur eine Stadt für Dienstleistungen und des Handwerks ist.
Natürlich ist der im letzten Aufsatz genannte »Hammer« ein frühes, aber auch spätes Beispiel für die langanhaltende industrielle Nutzung des Wassers. Als Johann Marioth im 17. Jahrhundert die vielleicht schon bestehende Mühle zum Hammerwerk Umrüsten ließ, diente das Wasserrad zum Antrieb der Blasebälge, die Luft in das Holzkohlenfeuer drückten, in dem das Roheisen »gefrischt« wurde, das aus den Hütten der Umgebung (Dernbach z. B.) kam. Auch der Hammer wurde über entsprechende Gestänge durch das Wasserrad in Bewegung gesetzt. - Johann Marioth bewies übrigens seine unternehmerischen Fähigkeiten nicht nur in der Nutzung der Wasserkraft zur Verarbeitung des Eisenerzes. Auch hinsichtlich der Entlohnung seiner Arbeiter bediente er sich einer Methode, die später in England »Trucksystem« genannt wurde. 1650 beschwerte sich die Wollweberzunft der Stadt »daß. der hiesige Hüttenmeister Jean Mariott zu mehrmalen Karren - mit wollenen welschen Tüchern beladen—anhero gebracht und (...) seinen deutschen Arbeitern... die bare Zahlung ihre Taglohnes verweigert und an dessen Platz solche Tücher aufgedrungen.« Man konstatiert in dieser Beschwerde an den Kurfürsten, daß diese Konkurrenz »zu höchstem Verderben und Nachteil an- heros Wollenweberhandwerks« (2) sei; die Arbeiter des Hammers und der Hütten waren natürlich bemüht, das ihnen aufgedrungene Tuch, zu verkaufen, und unterboten dabei bestimmt die Preis der Zunft.
T I PS
Achtung!
Auch »musikalische«
Glückwunschkarten, singende Kuscheltiefe und viele andere Spielzeuge, denen man durch Drücken auf den Bauch oder einen Knopf ganze Monologe oder Musikstücke entlocken kann, enthalten oft diese Knopfzeilen. Solche Dinge im Ganzen zum Sondermüll bringen oder am besten gar nicht erst kaufen.
Batterien aller Art können viele giftige Stoffe enthalten, vor allem Quecksilber. Am gefährlichsten in dieser Hinsicht sind die winzigen Knopfzellen. Aber auch das enthaltene Blei, Cadmium, Zink; Mangan und Nickel kann zur Gefahr für die Ümwelt werden.
Bringen Sie die Knopfzellen aus Hörgeräten, Taschenrechnern, Armbanduhren dorthin zurück, wo Sie das Gerät gekauft haben - also zum Elektrohändler, zum Optiker oder zum Fotohändler. Diese Batterien werden dem Recycling zugeführt.
Bevorzugen Sie Geräte mit Netzbetrieb oder Solarantrieb. Das rentiert sich schnell, da der Batteriekauf eingespart wird. Wenn Sie oft Batterien brauchen, dann lohnt sich vielleicht die Anschaffung eines Ladegerätes für Akkus. Akkus, die sich nicht mehr aufladen lassen, müssen unbedingt in die Sondermüllsammlung, da sie Cadmium enthalten.
Alte Autobatterien können Sie an Tankstellen oder KFZ-Werk- stätten abgeben.
Altöl darf weder in die Mülltonne noch in den Ausguß. Wenn Sie den Ölwechsel selbst »am Straßenrand« machen, müssen Sie sicherstellen, daß kein Öl heruntertropft oder womöglich in den Gulli fließt — das würde natürlich zü ernsten Umweltschäden fuhren!
Wußten Sie, daß 1 Liter Öl 1.000.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar machen kann? Dieser stark gewässerschädigende Stoff muß von der Einkaufsstelle zurückgenommen werden. Bewahren Sie deshalb den Einkaufsbeleg auf:
Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126215
Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
< Aus Montabaur’s »Industrie-Parks«
bis ins ausgehende 19. Jahrhundert (L Teil)
Wenn unter industrieller Betätigung besonders Einsatz von Kraftmaschinen verstanden wird, so befinden sich die Industriezonen Montabaur’s noch im 19. Jahrhundert im Mühlen- Gürtel der Stadt. Die Wassermühlen in Allmannshausen, im
Auch wenn 1786 der Amtsverwalter Damian Linz den Eisenhammer als Walkmühle registriert (3), hat sich an der. industriellen Nutzung des Wassers kaum etwas geändert. Das Mühlwerk hob nunmehr Hämmer, welche auf das wollene Zeug fielen, es walkten, seine Konsistenz verdichteten. Die Wollweberzunft der Stadt besaß hier eine Einrichtung zur Verbesserung ihrer Tuche (4).
Das Brandkataster der Stadt Montabaur Ende des 19. Jahrhunderts weist für den »Eisenhammer«, jetzt der Wollspinnerei des Franz und Stephan Stuntz »an dem Hammersteg«, folgenden Maschinenpark nach: »3 Kratzmaschinen mit einer Feinspinnmaschine. 2 Zwimmaschinen. 1 Wolf (5). 3 Wellen mit Riemenscheiben von Eisen zum Betriebe der Maschinen. 1 Dampfmaschine. 1 Wasserrad mit Wellbaum von Holz. 1 Kammrad mit Königswelle Kronrad (6).«
Wie ersichtlich ist, hat nunmehr die Dampfkraft einen Anteil am Betrieb der Mühlenfabrik genommen: - Der Eisenhammer aus dem 17. Jahrhundert hat AnscMuß an eine moderne Epoche der Industrialisierung gefunden.
Günter Henkel
(1) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 4
(2) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 2
(3) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 5
(4) Die Wollweberzunft betreibt schon in früher Neuzeit eine eigene Walkmühle, »wo jeder Zunftgenosse ein Stück Tuch zum halben Preis gewalkt bekam« (K. A. A. Meister, Geschichte der Stadt und Burg Montabaur, S. 33). Ob Marioth eine bestehende Walkmühle am späteren Hammer steg in den Eisenhammer umbauen ließ, bleibt offen.
(5) Walzensystem zum Vorbereiten von Wolle
(6) Stadtarchiv Montabaur, Abt. 4
Unsere Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Frei.10.00 bis 12.00 Uhr
Di, Do.15.30 bis 17.30 Uhr
Das Stadtarchiv befindet sich in der Joseph-Kehrein-Schule.
Fundamt
In Montabaur auf dem Parkplatz des Schulzentrums wurde ein Schlüsselbund gefunden und bei der Verbandsgemeindeverwaltung Montabaur abgegeben.
Das Schlüsselbund besteht aus 1 Buntbartschlüssel, 2 BKS- Schlüssel davon l'rotfarben und 2 kleineren Schlüsseln. Außerdem befindet sich noch ein Metallanhänger daran mit der Aufschrift »Palladium« und einer geteilten Weltkugel darunter.
Der Besitzer kann sein Schlüsselbund bei der Verbandsgemeindeverwaltung während der Öffnungszeiten abholen.
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