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Montabaur

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Nr. 25/95

Links des Weges finden sich, eine Schonung prägend, je eine mächtige Fichte und Kiefer, vom zuständigen Forstheamten als Blickfang stehengelassen. An auffällig breiter Wegkreu­zung biegt der Weg rechts ab.

Oberhalb steht ein unterholzreicher Eichenwald, der auch mit einzelnen Eschen und Bergahombäumen durchsetzt ist. Schon bald biegt der Weg wieder links ab und fuhrt nunmehr entlang des Tiefenbaches. Die Bachquelle liegt inmitten einer Waldwiese, die dem Wild als Äsungsfläche dient und für zahl­reiche Vogelarten wertvoller Nahrungsbiotop darstellt. Be­dauerlich ist die Blütenpflanzenarmut durch den hohen Nähr­stoffgehalt der Wiese.

Auch die zahlreich am Wegrand in der Naturveijüngung ste­henden Himbeeren sind wichtige Äsungspflanzen für das Wild, vor allem in der Winterzeit. Das stark verfichtete Bachtal weist zahlreiche Lüeken im Bewuchs auf, die erfreulicherweise mit standortgerechten Laubholzarten, wie z. B. Erle, bepflanzt wurden. Nach kurzer Wegstrecke durch das Tiefenbachtal kommt man zur sogenannten Wildweiberhöhle, einer impo­santen Verwerfung des hier anstehenden Tonschiefers. Der gute Botaniker wird auf verschiedenen kleineren Kahlflächen die Tollkirsche entdecken, die im Gebiet nicht selten vorkommt und wegen ihrer giftigen Beeren gemieden werden sollte. Im Juni sind jedoch lediglich die glockenförmigen bräunlichen Blüten zu erkennen.

An einer mit Douglasien aufgeforsteten Kahlfläche knickt der Weg nach rechts ab und es geht in einem Seitental des Tiefen­baches bergan. Auf den freien Flächen findet sich zahlreich, teilweise in Polstern wachsend, der blau blühende echte Eh­renpreis, eine Pflanze, die den hier vorkommenden sauren Boden anzeigt. Wieder biegt nach kurzer Strecke der Weg rechts ab und führt nunmehr durch die Schonung bergan. Von hier hat man einen Blick auf Teile von Obertiefenbach und die dort noch vorhandenen Streuobstbestände. Auch Pohl ist im Hintergrund zu erkennen. Bei gutem Wetter hat man eine Sicht bis zur Fleckertshöhe bei Boppard, auf der linken Rhein­seite gelegen.

Man kommt jetzt vor allem durch Eichenbestände unter­schiedlichster Altersstufe und zweigt nach einer Rechtskurve scharf nach links ab. Ein am ansteigenden Weg stehender Hochsitz weist auf den Wildreichtum dieser Gegend hin. Der Gesang der Feldlerche ist von den nahen Fluren tun den Hof Bleidenbach zu vernehmen.

Der Weg führt ein kurzes Stück am Waldrand entlang bis zu einer Ruhebank. Von hier blickt man auf Hof Bleidenbach und kann weiter im Hintergrund von links den Köhlerhof bei At­tenhausen, Kördorf und ganz rechts Herold erkennen. Schaut man bei gutem Wetter über Hof Bleidenach hinweg, sind am Horizont Alarmstange und Köppelturm von der Montabaurer Höhe zu erkennen, immerhin ca. 23 km weit entfernt:

Der Weg steigt nunmehr bergan und führt zu einer plate­auähnlichen Kuppe, der Weißlerhöhe, mit 456 m u. NN. die höchste Erhebung der heutigen Wanderung. Weiterhin ist dem Wanderzeichen J2 nach links zu folgen, wobei der Weg an der nächsten Kreuzung nochmals nach rechts abknickt. Er führt wieder zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Bleidenbach

9 nach Katzen­elnbogen

Weißler-Höhr

Wildweiberhöhle

Für die etwa 7 km lange Strecke werden 2,5 Stunden benötigt. Der Weg ist bei jedem Wetter zu begehen, wegen der Steigung zur Weißlerhöhe jedoch für Kinderwagen ungeeignet.

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126.215.

IUS ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Die Wilhelm-Mangels-Straße

Es ist der Lauf der Dinge, der historisch-politischen Entwick- lung,.daß sich Straßennamen ändern. Zum Glück sind es nicht nur Änderungen althergebrachter Bezeichnungen aus politi­schem Zwang oder Kalkül. Auch das Erinnern an ehrenwerte Bürger der Stadt ist manchmal die Umbenennung einer Straße wert. - Nicht nur eine der »Gassen« unserer Stadt hat ihren Namen hergeben, nachdem Wilhelm Mangels gestorben war. Er hatte von 1964 bis Anfang 1983 als hauptamtlicher Bürgermeister die Stadt verwaltungstechnisch in die Moderne geführt. 1972 wurde er dann auch Bürgermeister der Ver­bandsgemeinde Montabaur, begründete damit die auch für seinen Nachfolger geltende Tradition, beide Ämter in Perso­nalunion wahrzunehmen. Auch überregional war er ab 1977 als Vorsitzender des Gemeinde- und Städtetages Rheinland- Pfalz tätig. - Wilhelm Mangels war besonders im Bereich der Verwaltung ein ausgezeichneter Fachmann. Er gab aber auch den Anstoß, die bis dahin verdeckte Schönheit der Altstadt wieder zu entdecken: - Die Sanierung der Stadtmitte begann unter seiner Regie. Fachwerkfronten gaben den Straßen und Gassen ein freundliches Gesicht. Fußgänger- und verkehrsbe­ruhigte Zonen waren geplant.

Wo aber Altes und Neues kombiniert werden soll, ist oft das Alte im Nachteil. So standen das Franziskanerkloster (auch J Amtshaus) und das alte Hospital der Umgestaltung des | Adenauerplatzes im Wege. Ihr Abriß machte Platz für die |j Verwaltung, für Geldinstitute und für eine Tiefgarage. Das klassizistische Haus »Sonnenschein« wurde durch das Veto vieler Bürger (Unterschriftensammlung) vor dem Abriß be­wahrt. Die Moderne hatte ihre Opfer gefordert und bekommen.

Insgesamt aber war die Tätigkeit von Wilhelm Mangels ein großer Gewinn für die Entwicklung der Stadt. Drei Tage vor seinem 55. Geburtstag starb er; sein Tod wurde allgemein betrauert. - So sind denn auch zurecht wichtige Straßenzüge nach ihm benannt, die fast parallel zum alten südwestlichen Mauerbering führen. An der Wallstraße beginnend - unter­halb des ehemals dort befindlichen Schöffentores - wird der alten Hintere Steinweg zur Wilhelm-Mangels-Straße. Noch nach dem II. Weltkrieg haben Senioren der Stadt diesen Weg ungepflastert in Erinnerung. Dann beschließt die Straße das Südwestende des Adenauerplatzes, den Platz mit den vielen Namen (Badstubengarten, Klostergarten, Amtmannsgarten, Jux-Platz). Der Wolfsturm ist im Blickfeld. Heute führt dann die Straße im Bogen zum westlichen Ende der Biergasse und durchbricht hier sozusagen den alten Mauerring, um von dort ! zur Kolpingstraße zu verlaufen. Durch diesen Straßenverlauf J wird der Verkehr aus der Stadtmitte genommen. Die Kirch- J straße als Fußgängerzone und die Bahnhofstraße bis zur Wall­straße als verkehrsberuhigte Straße wurden auf diese Weise erst möglich. So ist die Namenvergabe gerade dieser oben genannten Straßenzüge an Wilhelm Mangels bezeichnend für dessen Verdienst um die Stadtsanierung. :

Günter Henkel :

Öffnungszeiten des Archivs: j

Montag, Mittwoch, Freitag.10.00 bis 12.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag.15.30 bis 17.30 Uhr

Das Stadtarchiv befindet sich in der Joseph-Kehrein-Schule. 1

Amtsgericht Montabaur

Das Amtsgericht Montabaur ist am 23. Juni 1995 aus inner­betrieblichen Gründen geschlossen.

Für unaufschiebbare Eilfalle ist ein Bereitschaftsdienst an diesem Tag eingerichtet.