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Montabaur

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Nr. 6/95

Wir weisen ausdrücklich daraufhin, daß der 01.04.1995 eine Ausschlußfrist darstellt. Anträge, die nach diesem Zeitpunkt eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Natur & Umwelt Info

Umweltfreundliche PCs

Seit Sommer 1994 können Firmen den »Blauen Engel« für Arbeitsplatzcomputer beantragen. Im November 1994 stan­den die ersten drei Firmen fest, deren Produkte mit dem Umweltlabel ausgezeichnet sind.

Das »saubere« Image, das dem Computer als High-Tech-Pro- dukt anhaftete, hat sich in. den letzten Jahren geändert. Die Problematik des Elektronikrecyclings hat neue Fragen zur Umweltverträghchkeit von Heimcomputern, wie Personal­computer (PC) aufgeworfen. Eine pohtische Reaktion ist die Elektronikschrottverordnung, die seit Jahren im Raum steht und noch nicht verabschiedet wurde. Sie hat jedoch zur Ein­führung des sogenannten RAL-Umweltzeichens 78 »Umwelt­freundlich konstruierte Arbeitsplatzcomputer« geführt, dem Umweltengel.

Zur Welle der »Grünen Computer« führte Anfang der neunzi­ger Jahre das Energiesparlabel »Energy Star« der amerikani­schen Umweltschutzbehörde Environment Protection Agency (EPA). Sie forderte, daß PCs einen Schlummermodus besitzen, in dem der Stromverbrauch vom Computer und seinen einzel­nen Komponenten nicht mehr als 30 Watt beträgt. Den »Ener­gy Star« tragen inzwischen auch No-Name-Produkte. Mit dem »Blauen Engel« wird unlautere »Öko«-Werbung weiter einge­schränkt.

Hauptkriterien des »Blauen Engel« für PC

Hohe Lebensdauer durch Aufrüstbarkeit;

recyclinggerechte Konstruktion;

Vermeidung gesundheitsgefährdender Schadstoffe;

lärm-, Verbrauchs- und strahlungsarme Rechner und Bild­schirme;

Nachweis eines Rücknahmesystems für Altgeräte;

Der Umweltengel gilt ausschließlich für handelsübliche PC- Einheit mit Rechner, Tastatur und Monitor und wurde bisher an folgende Rechnereinheiten vergeben: PCD 4L (SX 33, DX 2/50), PCD 4V DX 2/66 und Scenic 4L (SX/25, SX 2/50, DX 2/66) von Siemens Nixdorf (486er Prozessoren), die IBM-Bildschir- me 95 24-A05 (14 Zoll) und 95 25-A05 (15 Zoll) und die Tasta­turen G 83-3 VYY und G 83-6 VYY WZZ der Firma Cherry. Wenn Sie vor dem Computerkauf etwas für die Umwelt tun wollen, dann kaufen Sie keinen neuen, sondern rüsten Sie den alten auf. Eine amerikanische Studie zeigte, daß der größte Teil der Umweltbelastung durch den enormen Energie- und Resourcenverbrauch bei der Herstellung entsteht. Käufer kön­nen auf folgende ökologische Entscheidungskriterien achten:

Allgemeine »ökologische« Kaufkriterien

Aufrüstung: Beim »Blauen Engel« muß der Rechner durch den Benutzer hochrüstbar sein. Informiert Sie der Herstel­ler über diese Möglichkeit und wie ist das Kostenverhältnis von Neukauf zu Aufrüsten?

Energie (Rechner/Monitor): »Blauer Engel« oder »Ener­gy Star« sollten erfüllt sein. Sie fordern im Schlummermo­dus maximal 30 Watt Stromverbrauch.

Konstruktion: Die Kennzeichen eines recyclinggerechten Designs sind: Keine Verschweißungen, Verklebungen und Beschichtungen, möglichst viele Schnappverschlüsse, weni­ge Schrauben mit nur einer Kopfart, modularer, hierarchi­scher Aufbau. Das macht auf Dauer auch Reparaturen sowie Aufrüsten preiswert. Kunststoffgehäuse sollten nur aus maximal zwei Kunststoffsorten bestehen, Kunststoff­teile nach DIN gekennzeichnet und die Geräte binnen zwei bis drei Minuten demontierbar sein.

Flammhemmer als Schadstoffe: Aus Brandschutzgrün­den werden Flammhemmer in Gehäusen und Platinen ein­gesetzt (Polybromierte Diphenylether und Biphenyle). Durch sie entstehen bei der Müllverbrennung und bereits beim Betrieb krebserregende Stoffe (Dioxine und Furane). Krebserregende Stoffe dürfen bei Produkten mit »Blauem Engel« in den Gehäusen nicht entstehen oder enthalten sein. Für Platinen gibt es keine Regelung. Die europäischen Hersteller verwenden meist den Ersatzstoff Tetrabrombis-

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phenol A (TBBA). Fragen Sie beim Kauf genau nach, welche Flammhemmer eingesetzt wurden.

Lautstärke: Festgelegt ist für einen Computer-Arbeits­platz, daß die Schalleistung eines Rechners im Leerlauf höchstens 48 dB (A), bei Vollast 55 dB (A) betragen darf.

Strahlung: Zwei schwedische Normen beherrschen den Markt. Die schwächere, MPR II, ist nicht nur unter Mar­kengeräten sehr verbreitet. MPR II sollte zertifiziert sein. Die strengere, TCO 92, fordert eine aufwendige Abschir­mung vom Monitor, und findet sich häufig nur bei teuren, größeren Bildschirmen.

Rücknahme: Nimmt der Händler/Hersteller Altgeräte wieder zurück-^ Fragen Sie nach den Kosten, die derzeit ungefähr bei 50 DM pro Gerät betragen.

Weiterführende Informationen

Umweltbundesamt, Postfach 330022, 14191 Berlin, Tel.

089/89030;

»Umweltmanagement von Computerfirmen«; in: Zeitschrift

»Natur & Umwelt«, Heft (2) 1994; Im Rheingarten 7, 53225

Bonn, Tel. 0228/400970;

»Schwerpunkt Datenverarbeitung und Umwelt«; in: Zeit­schrift »Computerwoche«, Heft (1) 1995; Rheinstraße 28,

80803 München, Tel. 089/360860.

Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur,

Constanze Wunderlich, Durchwahl: 02602/126196

ARCHIVI

Archiv der Stadt Montabaur

Informationen zu Akten und Urkunden

Nach dem kleinen Ausflug über die Wetterbeobachtungen geht es heute wieder zurück zu den Straßen unserer Stadt: Zunächst zur Wallstraße: Wie schon der Name sagt, wird damit an den ehemaligen Wall erinnert, der Teil der Stadtbe­festigung war. Dieser Straßenzug lief als Verlängerung der Stadtmauer, die vom Schloß kam, direkt auf den Wallgraben zu, der vom Wolfsturm bis zum heutigen Haus der Caritas führte. Die Stadtmauer war dort verstärkt durch den sog. Pulverturm. Auch diese Straße bekam durch die Stadtratssit­zung vom 27.9.1899 ihren Namen als Verbindungsstraße von der Selekta (ehern. Mädchenschule heute Hotel zur Post) nach dem Steinweg (heute Wilhelm-Mangels-Straße).

Mit gleichem Datum wurde auch die Bahnhofstraße aus der Taufe gehoben; sie reichte damals wie heute vom Haus des Josef Müller (heute Modehaus Baldus) einerseits und dem Hause der Witwe Cuntz (heute Theke am Rebstock) anderer­seits bis zum Bahnhof, der am 30. Mai 1884 eröffnet worden war und Montabaur an den »Weltverkehr« anschloß. Zunächst war sie ein Teilstück der sog. »Neuen Chaussee« gewesen, die am »Kleinen Markt« begann und rund um den Schloßberg verlief, um in die damalige Straße nach Limburg und durch das Sauertal in den Vicinalweg (Verbindungsweg zu Nachba­rorten) nach Wirzenborn zu münden. Die erste Benennung als »Neue Chaussee« geht auf den Bau einiger weniger Häuser zurück, die nach 1800 an diesem Straßenzug errichtet wurden. Das Teilstück von der Verkehrsinsel bei der Shell-Tankstelle bis zur Verkehrsinsel an der Eichwiese erhielt ebenfalls 1899 den Namen Alleestraße.

Ein unrühmliches Zwischenspiel gab es für die Bahnhofstraße während des Nationalsozialismus. Man gab ihr den Namen »Adolf-Hitler-Straße«; die Alleestraße wurde zur »Hinden- burg-Allee«. Diese Namen wurden nach dem Krieg wieder durch die vorherigen ersetzt.

Beatrix Künzer

Alle Angaben über Straßenbenennungen und deren Geschich­te aus den historischen jNotizen von H. Fries, Abt. 9.4, Nr. 28

Öffnungszeiten:

Montag, Mittwoch, Freitag.10.00 bis 12.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag.15.30 bis 17.30 Uhr