Montabaur
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Nr. 52/94
Natur & Umwelt Info
Der Meisenkasten
Der Meisenkasten ist die klassische Nisthilfe für Vögel, einfach zu bauen und millionenfach bewährt. Wählen Sie für das Flugloch einen Durchmesser von 26 bis 28 Millimeter, dann eignet sich der Kasten für die kleinen Meisenarten, also Blaumeisen, Tannenmeisen, Haubenmeisen und Sumpfmeisen. Manchmal nistet auch ein Zaunkönig darin. Bei 32 Millimeter Durchmesser ist der Kasten nicht nur für Kleinmeisenarten geeignet, sondern auch für die größeren Blaumeisen, für Kleiber, Halsband- und Trauerschnäpper sowie für Haus- und Feldsperling. Auch Gartenrotschwanz, Wendehals und einige Fledermausarten nehmen den Kasten manchmal an.
Materialauswahl
Die Holzbretter für den Nistkasten sollten mindestens 22 Millimeter stark sein. Als Holzarten eignen sich etwas härtere Hölzer wie Tanne, Kiefer und Fichte. Nicht zu empfehlen sind Weide, Pappel oder gar das Holz von Obstkisten. Die Bretter sollten auf der Innenseite nicht gehobelt sein, weil die Jungvögel an der rauhen Oberfläche leichter zum Flugloch klettern können. Besonders wichtig ist, daß sie nicht mit Pestiziden behandelt sind. Schließlich leben die Vögel in engstem Kontakt mit dem Holz. Zum Zusammenbauen eignen sich nur verzinkte Nägel oder Schrauben, die nicht rosten. Zusammengeschraubte Kästen halten länger als genagelte. Nach dem Bau sollten die Fugen und Ritzen mit wasserdichtem Leim oder Holzkitt abgedichtet werden. Achten Sie darauf, daß die Fugen nicht zu groß sind. Ein Nistkasten mit offenen Ritzen gefährdet die Brut, weil Regen und Wind ein- dringen können. Als Wetterschutz reicht ein Außenanstrich mit einer haltbaren, umweltfreundlichen, grünen oder braunen Farbe, völlig aus.
Bauanleitung
Zuerst zeichnen Sie die Einzelteile mit dem Bleistift auf das Holz und zwar so, daß möglichst wenig Material benötigt wird. Dann sägen Sie die Teile aus. Das Bodenbrett erhält zwei Löcher von fünf Millimeter Durchmesser, damit Wasser abfließen kann. In die Vorderwand sägen Sie in 70 Millimeter Abstand zur Oberkante das Flugloch mit dem gewünschten Durchmesser. Nun können Sie die Teile zusammenbauen. Zunächst schrauben Sie die Rückwand an den beiden Seitenwänden fest. Dann schrauben Sie das Bodenbrett an die Rückwand und die beiden Seitenwände: Bleibt noch die Vorderwand. Sie sollte nach vorne zu klappen sein, damit Sie den Kasten kontrollieren und reinigen können. Dazu nageln Sie die Vorderwand mit zwei Nägeln, die sich in genau gleicher Höhe befinden, an den beiden Seitenwänden fest und zwar so, daß die Vorderwand beweglich bleibt. Die Nägel bilden eine Art Scharnier, mit dem die Vorderwand nach vome geklappt werden kann. Die Lücke zwischen Vorderwand und Dach verschließen Sie mit einer 15 mm breiten Leiste. Schließlich befestigen Sie noch das Dach auf dem Nistkasten. Es schließt mit der Rückwand ab und steht auf beiden Seiten gleichmäßig über. Ein Metallhebel, mit einem Gewinde (“Wiener Reiber”) den Sie in die Vorderkante einer der beiden Seitenwände einschrauben, sichert die aufklappbare Vorderwand. Eine Alternative zum Wiener Reiber ist ein
5 mm
Ablauflöcher
Hagel
als Drehachse
'*0 I A
Sturmhaken oder ein Draht, der mit zwei Nägeln an den Seitenwänden befestigt wird. An der Innenseite der Vorderwand unter dem Flugloch können Sie als Marderschutz noch ein 35 mm tiefes und 60 mm breites Holzbrettchen anbringen.
Aulhängen
Alle Nistkästen sollten möglichst so aufgehängt werden, daß das Flugloch nach Südosten weist, in Richtung der wärmenden Morgensonne. Auch Süden oder Osten sind geeignet. Auf keinen Fall aber darf das Flugloch auf der Wetterseite liegen. Wollen Sie den Kasten an einem Baumstamm oder Mast aufhängen, dann schrauben Sie an die Rückwand noch die Aufhängleiste. Sie hat oben und unten je ein Loch zum Annageln oder Anschrauben. Sie können den Kasten aber auch mit einem Drahtbügel, der zur Sturm- sicherung eine kleine Öse hat, an einem Nagel aufhängen. Soll der Kasten an der Hauswand hängen, muß er natürlich angedübelt werden. Nägel aus Aluminium sind zum Aufhängen besser geeignet als Stahlnägel, weil sie nicht rosten und außerdem so weich sind, daß sie keine Säge zerstören können, wenn später das Holz einmal gesägt werden sollte.
aus: “Tiere auf Wohnungssuche - Ratgeber für mehr Natur am Haus”, von Rudolf L. Schreiber (Hrsg.), erhältlich in der Buchhandlung oder beim Deutschen Landwirtschaftsverlag, Berlin, Preis: 49,80 DM.
Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl: 02602/126.196.
Die Bürgerzeitung erscheint wöchentlich. Herausgeber, Druck und Verlag: Verlag + Druck Linus Wittich KG, 56195 Höhr-Grenzhausen, Rheinstr. 41, Postfach 1451, Telefon 02624/106-0. Telefax 02624/6170. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Franz-Peter Eudenbach. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Annette Steil. >
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