Montabaur
13
Nr. 51/94
Winterstarre
Wechselwarme Tiere - dazu gehören bei den Wirbeltieren die Fische, die Reptilien und die Amphibien - richten ihre Körpertemperatur weitgehend nach der Temperatur der Umgebung. Wärmeisolierende Körperschichten fehlen den Wechselwarmen ganz. Sinkt die Außentemperatur, verlangsamen sich sämtliche Stoffwechselprozesse, die Nervenfunktionen und die Bewegung. Das Tier wird mehr und mehr inaktiv und verfällt schließlich in Starre. Viele unserer Amphibien und Reptilien überwintern an Land, wo sie frostfreie Stellen aufsuchen. Molche verkriechen sich in feuchten Erdhöhlen, im Wurzelstock vermodernder Baumstümpfe, hinter losen Rinden, unter Moos, Laub und Steinen, häufig auch in verlassenen Mäusegängen, wo sie nicht selten zu mehreren überwintern. An ähnlichen Stellen findet man auch Kröten und Unken. Blindschleichen graben sich gerne mit ihrer harten Kopfspitze in das Erdreich ein. Ringelnattern suchen Mist- und Komposthaufen auf, in denen die Temperatur infolge der Zersetzungsvorgänge relativ hoch ist. Die Dauer der Winterstarre richtet sich weitgehend nach den äußeren Witterungsbedingungen. Sie dauert in unseren Breiten etwa sechs bis.sieben Monate, von Oktober bis April.
Winterschlaf •
Eine Reihe von Säugetieren, die während der kalten Jahreszeit nicht mehr genügend Nahrung finden, haben in Anpassung an den Winter die erstaunliche Fähigkeit entwickelt, ihre aktive Lebensweise völlig einzustellen und in den Zustand einer tiefen Lethargie zu fallen. Diese Fähigkeit verhalf einer ganzen Tierfamilie zu ihrem Namen: der Familie der Schläfer oder Bilche. Unter ihnen befinden sich Siebenschläfer (siehe Abbildung), Gartenschläfer, Baumschläfer und Haselmaus. Auch Hamster, Igel und Fledermäuse sind Winterschläfer. Manche von ihnen treffen lange vor Einbruch der Kälte ihre Vorbereitungen für ein sicheres Überstehen der kalten Jahreszeit. Sie sammeln Nistmaterial und legen sich ein wärmeisolierendes Winterlager an. Bekannt für das Horten von Vorräten ist der Hamster. In seinem unterirdischen Bau legt er sich eine Vorratskammer an. Er hat von allen Winterschläfern die kürzesten Schlafphasen. Etwa alle fünf Tage wacht er auf und frißt. Dagegen ist der Siebenschläfer ein Langschläfer, der während seines Winterschlafes nur selten aufwacht. Tiere, wie die Bilche oder auch Igel, die keine Hamsterwirtschaft betreiben, fressen sich vor Kälteeinbruch gewöhnlich eine dicke Fettschicht an. Igel treffen nur wenig Vorbereitungen für den langen Schlaf. Wenn nötig, schaffen sie sich für ihr Winterlager etwas Laub herbei, in das sie sich »einigeln«. Siebenschläfer bevorzugen in der freien Natur ausgefaulte Astlöcher und Spechthöhlen in großen Laubbäumen. Besonders gern verkriechen sie sich aber auch in einen Winkel des Gartenhäuschens, den sie mit etwas Hau oder Laub auspolstern.
Winterruhe
»Höhere Säugetiere« (Feldmaus, Eichhörnchen, Dachs und Bär) halten lediglich eine Winterruhe. Sie sind nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur und damit ihren Stoffwechsel so drastisch zu reduzieren wie etwa die Bilche. Ihr Schlaf ist nur ein Ruheschlaf, der besonders lang und tief ist. Zum Überleben brauchen sie entweder ein »Fettdepot« im Körper oder sie legen eine Vorratskammer an. Das Eichhörnchen schläft zwar unter Umständen mehrere Tage hintereinander in seinem Kobel, kann aber auch bei minus 15 Grad Celsius noch im Freien beobachtet werden. Es sucht dann seine Vorräte auf, die es im Herbst angelegt hat.
Quelle: kraut & rüben, Oktober 1993, BLV Verlagsgesellschaft, München
Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl: 02602/126.196
ARCHIV!
Archiv der Stadt Montabaur
Informationen zu Akten und Urkunden
Neben dem Konrad-Adenauer-Platz gibt es in unserer Stadt noch weitere Plätze, so z. B. den Peter-Altmeier-Platz (seit 1973 durch Stadtratsbeschluß nach dem ersten rheinland- pfälzischen Ministerpräsidenten genannt), der den Standort der Kreisverwaltung /bei der Koblenzer Straße bezeichnet. Diese Gemarkung hieß schon vor 1500 »Am Heiligen Kreuz«, weil dort in der Frühzeit schon ein Kreuz stand, zu dem die 7 Fußfälle führten.
1503 versammelte sich dort das Landvolk, um dem Kurfürst und Erzbischof Jakob II. zu huldigen, »es waren denselben Mondage zu morgen die uß dem Ampte (Amt) und banne (Bann) von Montabaur bii (bei) dem heiligen hußgen (Häuschen) vor Montaburer portten (Pforte) uff der straißen zu coblenz zu versamblet unserem gnädigen hern huldong (Huldigung) zu tunde (tun).«
Die heutige Kreuzkapelle stammt aus dem Jahre 1755. Heyl. Creutz findet sich in vielen Urkunden des 15. Jahrhunderts, so auch im ältesten kurtrierischen Grundbuch der Stadt von 1723, z. B. »Heyl. Creutz Betz« (Betz = eine mit Bäumen bestandene Wiese), »eine Betz gegen das Heyl. Creutz«. »Ackerland obig dem Heyl. Creutz« u. a. als Flurbezeichnungen. Auch die späteren Stockhücher der nassauischen und die Grundbücher der preußischen Zeit haben in ihren Büchern diesen Namen als Flurnamen übernommen.*
Als drittes ist noch der Alois-Jäger-Platz zu nennen, gelegen zwischen der katholischen Pfarrkirche und dem Gesundheitsamt/Polizeidirektion, welches früher das Kaiser-Wilhelm-Gym- nasium beherbergte. Benannt nach dem ehemaligen Pfarrer An ton-Alois Jäger, geb. 1884 in Ellenhausen, der 1903 am o. g. Gymnasium die Reifeprüfung ablegte und am 1. Oktober 1925 die Pfarrei Montabaur übernahm. Am 30.06.1942 wurde er auf Drängen der NSDAP wegen politischer Unzuverlässigkeit mit Aufenthaltsverbot für den Unterwesterwald in den Ruhestand versetzt. Verstorben am 04.12.1943 in Koblenz. Nach dem Krieg fand er seine letzte Ruhestätte auf dem Priesterrondell des Friedhofs.*
Beatrix Künzer
* Aus den Notizen des ehemaligen Stadtarchivars Heinrich
Fries.
Abt. 9.4, Nr. 28
Wie Sie den Schläfern über den Winter helfen können:
— Beerentragende Sträucher im Garten sind für viele Schläfer eine lebenswichtige Nahrungsgrundlage. Nur wenn sich die Langschläfer im Herbst fettfressen können, überleben sie den Winter.
— Lassen Sie etwas Laub liegen, bzw. legen Sie Laubhaufen an, hier beziehen Igel und Haselmaus ihr Winterquartier.
— Totholz und Steinhügel sind Lebensraum für viele Insekten und Reptilien.
— Vorsicht beim Umsetzen von Komposthaufen besonders im Herbst und im Frühjahr! Kröten, Reptilien und Igel könnten hier schlummern.
— Tiere im Winterschlaf sollten nicht gestört und auf keinen Fall angefaßt werden. Eine Erwärmung würde das Tier aufwecken und könnte durch den so angeregten Stoffwechsel zu einem lebensbedrohlichen Energieverlust führen.
Erwachsenenbildung
Das Stadtarchiv bleibt in der Zeit vom 27.12.1994 bis 06.01.1995 geschlossen.
Wir bitten um Kenntnisnahme.
VHS Montabaur
Die VHS Montabaur ist in der Zeit vom 27.12.1994 bis 11.01.1995 geschlossen
Anmeldungen für das Frühjahrssemester werden gerne ab dem 12.01.1995 entgegengenommen.

