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Montabaur

Nr. 35/94

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Werbhausgasse. Der »Steinweg« aberscheint selbst hinter den Ählchen zu rangieren. Dieser Einschätzung muß man aus historischer und in diesem Zusammenhang verkehrstopogra­phischer Sicht entschieden entgegentreten. Auch wenn der Weg erst in der frühen Neuzeit in den Akten erwähnt wird, (I) hat er Historikern und Interessierten Anlaß zu unterschied­lichsten Meinungen zu seiner Bedeutung gegeben. Heinrich Fries sprach dem Weg aufgrund der Bodenverhältnisse die Qualität einer Verkehrsstraße ab. Der Steinweg sei im Spät­mittelalter »durch ehemals versumpftes Gelände gebaut wor­den« und habe über drei kleinere Brücken geführt, »die heute verschwunden sind«. Allerdings stellte auch Fries im Gegen­satz zur eigenen Meinung fest, daß der Steinweg den Kleinen Markt mit der Schöffenpforte verband, die im Spätmittelalter Haupteingang zur Stadt war. Vom Schöffentor führte ein Zubringer zur Hohen Straße - in alter Zeit die bedeutendste Handelsstraße zwischen Koblenz und Limburg, auch weiter. Auch hat wohl zu dieser Zeit das Peterstor bei der Pfarrkirche noch nicht bestanden. - H. Ament ® sieht den Eingang zum Steinweg, die Dammpforte - der Damm ist heute noch sichtbar -, als Tor durch den ursprünglich engeren Mauerring, der lediglich die Kaufmannssiedlung der Kirchstraße umschloß. Auch hier ist der Steinweg zunächst nur Zubringer. Später jedoch sei eine zweite Kaufmannssiedlung mit dem Steinweg als Verkehrsachse entstanden. Hier ist der Steinweg auch in den erweiterten Mauerring einbezogen. Dagegen glaubt B. Schwenk (3) an den Steinweg als Zubringer durch die Damm­pforte in Richtung des Rebstocjss. Gleich welche dieser Hypothesen zur Topographie der Stadt sich als stichhaltig erweist, die Bedeutung des Steinwegs wird ein Problem blei­ben. Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck (1676 bis 1711) läßt die »verödete Straße« bis an den Franziskanergarten (Ade­nauerplatz) pflastern, »weilen dieser fromme... Fürst bei denen Franziskanern dem Gottesdienst beiwohnte«. Er ging »das hintere Burggäßchen herunter über den vorderen Steinweg zum Gartentor hinein«. (4) Zuvor schon hatte er zur Klosterver­größerung beigetragen, indem er »wegen Enge des Platzes verwilligte, daß die dabei liegende öde und zerfallene Straß' (der Steinweg) zum Bau mitgezogen werde«. ® Die große Zeit des Handelsortes Montabaur war vorbei, und der Steinweg und das Schöffentor hatten Einlaß- und Zubringerfunktion für den Fernhandel eingebüßt. Die Hohe Straße war in der Koblenzer Straße aufgegangen oder durch sie ersetzt worden; die Koblen­zer Straße aber führte auf das Peterstor zu. - Heinrich F ries hat anläßlich der Ausschachtung zur ersten Tiefgarage unter dem Adenauerplatz an den Erdschichten feststellen können, wie versumpft das Gelände ehemals war, durch das der Steinweg führt. Deshalb hätten auch die meisten Häuser des vorderen Steinwegs nur Kriechkeller. Wie wenig zumindest der Hintere Steinweg in der Neuzeit bedeutet hat, wird deutlich, wenn ein älterer Montabaurer Bürger <6) sich erinnert, daß diese Strecke, die doch ehemals auf das Schöffentor verlief, noch nicht gepfla­stert war, sondern bis 1948 einen mit Sand verschlemmten Schotterbelag hatte. -

Dank dem Kurfürsten Johann Hugo trägt wie wir sahen wenigstens der Vordere Steinweg seit dem Ende des 17. Jahr­hunderts seinen Namen mit Recht: - dieser Abschnitt des Weges war gepflastert.

Günter Henkel

a> Zinsregister des Junkers Grorod vom 26.11.1573 ® 700 Jahre Stadt Montabaur, Übersichtsplan der Altstadt von Montabaur nach H. Ament, S. 14 ® Geschichte der Stadt Montabaur, S. 65 f.

<4> Vicarius Neu, Merkwürdigkeiten ..., S. 34

® Ebenda, S. 45

(S) Herr Klaus Nebgen Senior

Erwachsenenbildung

Semesterbeginn bei der Volkshochschule Montabaur

5. September 1994!

Betrifft »Italienisch für Fortgeschrittene" Kurs-Nr.: 07402

Der Beginn des Kurses wird um eine Woche verschoben. Beginn: Montag, 12. September 1994, 19.30 Uhr

Leitung: Gerda Limbacher

Ort: Hauptschule Montabaur

Neben den üblichen sog. »Standardkursen« wie Maschinen­schreiben, Buchführung, EDV, die unterschiedlichsten Sprach­kurse sowie Kurse im Gesundheitshereich wartet die VHS in diesem Semester mit einigen »Highlights« auf.

Da sei zunächst die Kleine Literturkunde, Kurs-Nr.: 03102, erwähnt! Hier soll die Rolle des Angestellten in Literatur und Gesellschaft beleuchtet werden.

Angestellte führen in der Regel ein langweiliges, monotones Leben. Die Gleichförmigkeit des Alltags spannend zu beschrei­ben, gelang den hier ausgewählten Autoren:

Hans Fallada beschrieb in seinem Bestseller »Kleiner Mann was nun« (1932) das Leben einer Familie in der Weimarer Republik. Anhand dieses Romans kann man nachvollziehen, warum gerade die Angestellten dem Nationalsozialismus zu­getan waren.

In Martin Walsers »Jenseits der Liehe« (1976) und »Brief an Lord Liszt« werden die Probleme, die ein leitender Angestellter mit seinem Abstieg hat, auf packende Weise beschrieben. Schließlich versucht Willhelm Genanzino mit seiner »Abschaffel« - Triologie (1977 bis 1979) einen Weg aufzuzei­gen, wie die Monotonie des Alltags überwunden werden kann. Termine: Mittwoch, 21./28. September 1994, 19.30 Uhr

26. Oktober/2. November 1994, 19.30 Uhr 7./14. Dezember 1994, 19.30 Uhr Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Iris Ketterer

Gebühren: 40, DM

Außerdem:

03101 Musik und Literatur im Gespräch Schwerpunkt ist die Aufklärungsepoche. Nach Absprache und häuslicher Vorbereitung werden repräsentative Werke gelesen und gemeinsam besprochen; Vorkenntnisse werden nicht erwartet.

(Treffen jeden 2. Dienstag im Monat).

Dienstag, 13. September 1994, 19.30 Uhr ganzjährig (mit Ausnahme der Schulferien); jeden 2. Dienstag im Monat)

(zu erfragen bei der Geschäftsstelle) Helmut Schlotter 80,- DM

Beginn:

Dauer:

Ort:

Leitung:

Gebühren:

03201 Kunstgeschichtliche Vortragsreihe Malerei der Deutschen Romantik

Anhand der Werke und Lebensläufe von Caspar David Fried­rich, Philip Runge und Karl Blechen wird die natürliche und religiöse Auffassung der Deutschen Romantik deutlich gemacht.

Da sie ihre Ursprünge im philosophisch-literarischen Bereich hat und sich hieraus neue Themen der Malerei ergeben, soll dies durch die vergleichbare Gegenüberstellung von Gemälden und Gedichten (z.B. Joseph von Eichendorff) sichtbar gemacht werden.

Dienstag, 13. September 1994, 19.15 Uhr Dienstag, 25. Oktober 1994, 19.15 Uhr Dienstag, 22. November 1994, 19.15 Uhr Hauptschule Montabaur Dr. Ulrike Fuchs 20,- DM

Termine:

Ort:

Leitung:

Gebühren:

02201 Psychologie

Besseres Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit und Wahr­nehmung der Möglichkeiten zur Weiterentwicklung mit Ele­menten der Transaktionsanalsyse.

Beginn: Donnerstag, 22. September 1994, 18.30 Uhr

Dauer: 6 Abende

Ort: Hauptschule Montabaur

Leitung: Marie-Luise Römer

Gebühren: 35, DM

04301 Biologischer Gartenbau

Wir wollen Ihnen einen Einblick darüber geben, wie Sie Ihr Obst und Gemüse im eigenen Garten biologisch anbauen können, wie man am sinnvollsten kompostiert u.ä.

Beginn: Donnerstag, 15. September 1994, 19.30 Uhr

Dauer: 8 Abende

Ort: Hauptschule Montabaur _

Leitung: Wilfried Paul

Gebühren: 45, DM

Kreatives - VI. Freizeit und Hobby 08101 Aquarelles Malen Beginn: Donnerstag,

8. September 1994,

19.00 Uhr Dauer: 15 Abende