Einzelbild herunterladen

Montabaur

Nr. 32/94

m

druck eines »Klein-Venedig« im Westerwald. Beeindruckt zeig­te sich die Kommission ebenso von der im Inneren renovierten Pfarrkirche, dem bunten Blumenschmuck an den neu­gestalteten Straßen und den merklich geringer werdenden südländischen Gehölzen. Allerdings paßten die »Jodlerbalko- ne« nicht so recht in den Westerwald, meinte Merkl. Für ihn sei das schönste Dorf eine Vorstellung, die nur im Sandkasten realisiert werden könne. Es gelte bei den im Wettbewerb vertretenen Gemeinden, den Zielvorstellungen möglichst nahe zu kommen. Die Gemeinden sollten nicht »struntzen«, sondern mit einfachen und. schlichten Dingen natürliche Schönheit schaffen.

Ortsbürgermeister Willi Bode verwies die »Jury« darauf, daß es seine Gemeinde im Vergleich zu vielen anderen Wettbewerbs­teilnehmern nicht leicht habe. Er bat, die Größe des Ortes mit 1700 Einwohnern zu beachten und fügte hinzu, daß Niederel­bert mit annähernd 2 km eine der längsten Ortsdurchfahrten im Westerwald habe.

Ob Niederelbert den begehrten Sprung in den im nächsten Jahr stattfindenden Bundeswettbewerb geschafft hat, ist schon am Freitag, 12.08.1994, zu erfahren. Dann wird das Ergebnis in Mainz offiziell bekanntgegeben.

Natur & Umwelt Info

Sechs Tips zum Wasser im Garten

»Wasser war zu jeder Zeit, die beste aller Gottesgaben«, so der Dichter. Besonders im Sommer wissen wir das zu schätzen. Der Sprung ins Freibadbecken oder in mittel- meerische Gewässer, gehört zum schönsten Vergnügen. Im heimischen Garten sollte ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser allerdings üblich sein. Mit den Hinweisen soll aber nichts gegen eine improvisierte Dusche aus dem Gartenschlauch gesagt sein. Bei aller ökologischer Umsicht, darf man sich auch den Spaß am Wasser nicht nehmen lassen.

Vogeltränke

Durst plagt im Sommer nicht nur den Menschen, auch die Vögel brauchen kühlendes Naß. Eine Vogeltränke oder Vogel­bad hilft Meise und Hausrotschwanz. Es reicht schon ein stabiler Blumentopfuntersetzer oder ausgedienter Suppentel­ler. Wenn Sie Platz haben, stellen Sie mehrere davon auf. Sind Katzen in Ihrer Nachbarschaft, dann stellen Sie die Tränke so auf, daß Katzen keine Deckung haben, um den Vögeln aufzu­lauern. Abstand also zu Garagenecken und Hecken. Feuchtbiotope

Der selbst angelegte Gartenteich ist der Stolz des Gärtners. Hat män nur bescheidenen Platz, so gibt es andere Möglichkei­ten, ein Feuchtbiotop zu gestalten. Wer sein Grundstück auf tonigem Boden weiß, der kann eine Wegspur anlegen. Gerade­wegs wie die Pfützen in den alten Feldwegen. Mit etwas Glück finden sich Gelbbauchunken ein. Ein anderes einfaches Mittel sind große Mörtelkübel aus dem Baubedarf. Eingraben und nach Bedarf bepflanzen. Sorgen Sie aber für Ausstiegshilfen für Tiere, die versehentlich in die Grube gefallen sind. Ein Stückchen Holz reicht schon. So ein Mini-Biotop ersetzt keinen Teich, bereichert aber auch den Garten.

Zisternen

Regenwasser ist zu schade, um einfach in die Kanalisation abzufließen. Ein Wasserfaß am Fallrohr der Dachrinne spart Gießwasser. Manche Gemeinden haben erkannt, daß es billi­ger und naturschonender ist, so viel Regenwasser wie möglich, auf natürliche Weise versickern zu lassen. Regenüberlaufbek- ken werden unnötig und die Grundwasserneubildung ver­stärkt. Der starke Schwall nach einem Regenguß spült auch die Kanalrohre so kräftig durch, daß die dort ansässige Mikroflora abhanden kommt. Ein wichtiger Anteil der biologischen Vor­klärung noch im Kanalnetz geht dadurch regelmäßig verloren. All dies sind genügend Gründe, Regenwassernutzung auch finanziell zu unterstützen. Ein paar tausend Mark Zuschuß für den Bau einer regelrechten Zisterne sind schon drin.

Gießen

Reicht der Regenguß von oben nicht aus, muß nachgeholfen werden am besten am Abend. Am bequemsten ist es, den Regner einzuschalten und beim Wässern des Gartens zuzu­schauen. Mit der Gießkanne ist es beschwerlicher, aber man kann gezielter Gießen. Gurken sind richtige Säufer, ihre Kräu­terecke mit Salbei und Thymian dagegen hat es gerne trocken. Egal wie gegossen wird, wenn Sie gießen, gießen Sie reichlich und sparen sich die Arbeit am nächsten Tag. Durch kräftiges Gießen versorgen Sie auch die tiefen Wurzeln mit Wasser. Ständiges leichtes Gießen läßt die Pflanzen nur oberflächliches Wurzelwerk ausbilden, daß die Pflanze auch bei kurzen Trok- kenperioden nur unzureichend versorgt.

Saatreihen hält der auf Arbeitsersparnis bedachte Gärtner durch eine Abdeckung feucht. Bestens bewährt haben sich Kartoffelsäcke aus grobmaschigem Kunststoffgewebe.

Mit dem Rasenmähen sollte man sich in der heißen Jahres­zeit etwas zurückhalten. Lange Grashalme geben sich gegen­seitig Schatten und lassen die Bodenfeuchte nicht so schnell verdunsten. Ein kurzer Rasen wird zur Trockensavanne. Blu­menwiesen muß man gar nicht wässern. Mit dem Schritt vom Kurzrasen zur Wiese, ist damit nicht nur Arbeit, sondern auch Wasserzins gespart.

Mulchen

Anstelle von Wassernachschub durch Gießen, kann man auch dafür Sorge tragen, daß weniger Wasser verloren geht. Mul­chen heißt das Zaubermittel. Besonders unter Tomaten, Gur­ken und Zucchini bietet es sich an, einen grünen Verdun­stungsschutz aufzubringen. Dafür eignet sich alles Grüne, das im Garten anfällt. Rasenmäherschnitt darf nicht zu dicht aufgelegt werden, sonst fängt er an zu schimmeln. Effektive Öko-Gärtner verbinden Mulchen mit Flächenkompostierung, eine Methode, die sich besonders gut für Tomaten eignet. Auf den gelockerten Boden kommt unreifer Kompost direkt aus dem Sammelbehälter und darüber erst die Mulchschicht. Ne­ben höherer Bodenfeuchte erreicht man so auch eine gleichmä­ßige Nährstoffversorgung. Dabei soll die Schneckengefahr nicht verschwiegen werden. Unter dicken Mulchlagen verstecken sich Schnecken ganz gerne. Deshalb gilt: Bei trockenem Wetter viel Mulch, bei feuchtem wenig, so wird es den Weichtieren nicht allzu wohl.

Spritzmittel

Obwohl im Privatgarten weitgehend verboten, haben Hobby­gärtner einen starken Hang zu Pflanzenschutzmitteln. Das geht soweit, daß wie in Essen der Fall, Grundwasser aus Privatgartenbereichen schon belastet ist. Die Läuse an der Rose und der Mehltau an Gurken dauern einen schon, wenn man sie täglich in seiner freien Zeit anschauen muß. Den Griff zur chemischen Keule rechtfertigt der Anblick aber nicht. Vorbeugend hilft gegen die meisten Schädlinge eine aus­gewogene Düngung und ausreichende Wasserversorgung. Bei Befall sollte man einmal ausprobieren, was einfaches Wasser alles ausrichten kann. Füllen Sie ihre Spritze mal mit gut handwarmem Wasser (nicht mehr als 40 °C) und ein, zwei Tropfen (nicht mehr!) Spülmittel. Wer mag, kann noch einen Brennessel-Kaltwasserauszug (Brennesseln kleingeschnitfen, zwei bis drei Stunden ins kalte Wasser gelegt) dazu tun. Gegen Pilze hilft eine regelmäßige Spritzung mit Schachtelhalmtee.

Mario Beißwenger

Veranstaltungshinweis

In der von der Verbandsgemeinde eingeleiteten Veranstal­tungsreihe zu Natur- und Umweltschutzthemen findet am

Montag, 22.08.1994, um 18.30 Uhr, in der Bürgerhalle des. Rathauses Montabaur

ein Dia-Vortrag zum Thema »Flora und Vegetation in der Verbandsgemeinde Montabaur« statt.

Dieser Vortrag wird von Herrn Dr. Fischer gehalten, einem sehr sachkundigen Pflanzenkenner, der neben seinem Vortrag auch auf Fragen der Zuhörer eingehen wird.

Wir würden uns über regen Zuspruch zu dieser Veranstaltung freuen.

-Die Umweltbeauftragte der Verbandsgemeinde Montabaur, Constanze Wunderlich, Durchwahl 02602/126196.